Grüne Tipps: Grüne Tipps im Juni

Einleitung

Juni 2023 Wie jetzt – ein Kälteeinbruch? Der als Schafskälte bezeichnete Temperatursturz ist in Mitteleuropa zwischen dem 04. und 20. Juni keine Seltenheit. Die Temperatur sinkt an wenigen Tagen um 5 bis 10 °C. In den Jahren von 1921 bis 1990 trat die Schafskälte mit einer Wahrscheinlichkeit von 73 % ein. Durch die Klimaerwärmung sinkt die Wahrscheinlichkeit nun auf 33 %. Dennoch, zum Schutz kälteempfindlicher Pflanzen sollte Gartenvlies zum Abdecken bereit liegen.

Die Strauch-Pfingstrose (Paeonia × hybrida) ist eine Schönheit aus Tibet und dem Norden Chinas. Sie mag es warm und sonnig und beansprucht einen mineralischen sowie wasserdurchlässigen Boden.

Unser Ziergarten nach oben

Eine der schönsten Sommerstauden ist die Taglilie (Hemerocallis cultorum). Sie führte lange Zeit ein Schattendasein, bis sie vor einigen Jahren durch engagierte Züchter erneut entdeckt wurde. Heute ist das Sortiment riesig groß. Es gibt niedrige und hohe Sorten in den klassischen Blütenfarben rot und gelb sowie ein- und mehrfarbige Sorten in weiß, rosa, orange und braun. Der Blütenflor ist üppig und dauert von Juni bis August. Es ist kein Nachteil, dass die einzelne Blüte schon nach einem Tag verwelkt, denn eine Staude bringt bis zu 500 Blüten hervor. Ein weiterer Vorteil: Taglilien stellen keine hohen Ansprüche, sind langlebig und lassen sich problemlos durch Teilung vermehren.

Es ist höchste Zeit für die Aussaat von schnell wachsenden einjährigen Sommerblumen wie Bechermalve (Lavatera trimestris), Duftsteinkraut (Lobularia maritima), Jungfer im Grünen (Nigella damascena), Kapuzinerkresse (Tropaeolum-Hybriden) und Ringelblume (Calendula officinalis). Die „Einjährigen“ schaffen noch eine ganze Blühsaison wenn die Samen bis Ende des Monats in die Erde kommen.

Auch zweijährige Sommerblumen, dazu zählen Goldlack (Cheiranthus cheiri), Hornveilchen (Viola cornuta), Stiefmütterchen (Viola-Wittrockiana-Hybriden), Stockrosen (Alcea-Rosea-Hybriden) und Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica), können Sie jetzt oder im nächsten Monat aussäen. Entweder legen Sie die Samen direkt an Ort und Stelle in die Erde oder Sie ziehen Setzlinge heran, die erst später ihren endgültigen Platz bekommen. Der zweite Weg ist sicherer, weil die Anzucht besser zu kontrollieren ist.

Das Ausputzen verwelkter Blüten an Rosen und Sommerblumen gehört zu den wiederkehrenden Arbeiten in den nächsten Monaten.

Es ist noch rechtzeitig, um Gladiolenknollen zu setzen. Sie werden dann im September blühen. Die Knollen kommen 8 bis 10 cm tief in die Erde.

Polsterstauden wachsen kompakt und verkahlen nicht, wenn sie jedes Jahr nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Mit einer Rasenschere gelingt der „Bubikopfschnitt“ mühelos.

Stellen Sie Stützhilfen für hohe, nicht standfeste Stauden frühzeitig auf, damit die Pflanzen die Stützen überwachsen und sie unsichtbar machen.

Für Ziergehölze wie Deutzie, Pfeifenstrauch (Philadelphus), Schneeball (Viburnum opulus) und Weigelie ist ein Auslichtungsschnitt gleich nach der Blüte ideal.

Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) und Rhododendren gehören zu den besonders durstigen Pflanzen und müssen bei anhaltender Trockenheit unbedingt gegossen werden. Eine 3 cm starke Mulchschicht hält den Boden länger feucht und hilft Wasser sparen.

Zierrasen wird durch häufiges Mähen dichter. Die optimale Schnitthöhe beträgt 4 bis 5 cm, bei Trockenheit 6 cm.

Schneiden Sie Schnittblumen in der kühlen Tageszeit und stellen Sie die Blumen umgehend in frisches Wasser.

Algen im Gartenteich? nach oben

Taglilien sind robust, langlebig, blühen über viele Wochen und lassen sich durch Teilung problemlos vermehren. Kurzum, Taglilien sind ideal für den Garten.

Wenn sich dauerhaft Algen im Gartenteich ausbreiten, ist oft ein hoher Nährstoffgehalt des Wassers die Ursache. Es gilt also den Nährstoffgehalt zu senken. Regelmäßiges Abfischen der Algen verringert ihren Bestand und indirekt auch den Nährstoffgehalt des Teiches. Für eine dauerhafte Problemlösung wird das aber nicht reichen. Häufig hat sich im Laufe der Zeit eine Schicht aus vermoderten Pflanzenteilen und tierischen Rückständen am Teichgrund abgelagert. Dieser Schlamm muss raus. Eventuell verteilen Sie das Reinemachen auf zwei Jahre und säubern vorerst nur eine Teichhälfte. Schneiden Sie außerdem großgewachsene Wasserpflanzen kräftig zurück oder teilen Sie die Wurzelstöcke und verwenden Sie beim Einpflanzen nährstoffarmes Wasserpflanzensubstrat. Die dabei anfallenden Pflanzenreste lassen sich gut kompostieren. Weitere Nährstoffquellen können auch überschüssiges Fischfutter, Herbstlaub und durch Regen eingespülte Erde oder Dünger sein.

Unser Obstgarten nach oben

Wenn Sie bei anhaltender Trockenheit große Erdbeer-Früchte ernten wollen, müssen Sie gießen. Damit das Wasser auch zu den Wurzeln vordringt, sind 15 bis 20 l Wasser je Quadratmeter im Abstand von etwa fünf Tagen erforderlich. Eine Mulchschicht aus Stroh hält die Erde länger feucht und zusätzlich die Früchte sauber.

Pflücken Sie die Früchte immer mit Stiel und Kelchblatt, damit sich dort kein Grauschimmel festsetzen und auf den Bestand überspringen kann. Und nehmen Sie zum Ernten ein zweites Gefäß zum sofortigen Entsorgen befallener Früchte mit.

Damit die Pflanzen in den Reihen gut belüftet werden und schnell abtrocknen, müssen Beikräuter und Erdbeerranken laufend entfernt werden. Wenn Sie von einmaltragenden Erdbeeren im Juli Ableger für eine Neupflanzung abnehmen möchten, dann sollten Sie jetzt die besten Ertragspflanzen auswählen und mit einem Stab markieren.

Die Wurzeln von Beerenobststräuchern, kleinwüchsigen Obstbäumen, Spalierobst und Neupflanzungen reichen nicht so tief, um sich in längeren Trockenphasen mit Wasser zu versorgen. Deshalb muss ausreichend gewässert werden.

Ganz ohne Baumschere kommen wir im Juni nicht aus. Sobald die Ruten der Sommerhimbeeren abgeerntet sind, werden sie erdnah abgeschnitten, um den neuen Bodentrieben Platz zu machen. Je Reihenmeter bleiben 12 bis 15 gesunde Jungtriebe stehen. Die überzähligen werden ausgerissen. Falls die Risslinge bewurzelt sind, können sie zur Vermehrung aufgeschult werden. Schneiden Sie zuvor ausgefranste Risswunden glatt und kürzen Sie die Triebe auf etwa 10 cm Länge.

Auch im Gemüsegarten lassen sich interessante Blüten finden. Ein Kleiner Fuchs saugt Nektar an der Blüte einer Winterheckenzwiebel.

Die Seiten- oder Geiztriebe an Brombeeren und Spalierobst werden auf 2 bis 3 Blätter gekürzt. Und binden Sie die diesjährigen Brombeerranken, die im nächsten Jahr fruchten werden, am Rankgitter fest.

Bei den Weinreben werden nach der Blüte die Ranken hinter der letzten Traube auf 5 bis 8 Laubblätter gekürzt. Die Triebe ohne Fruchtansatz können Sie, bis auf ein Blatt, ganz entfernen.

Nach einem starken Rückschnitt im Winter sprießen sowohl beim Stein- als auch beim Kernobst sogenannte „Wasserreiser“ senkrecht in die Höhe. Solange die Triebe des Kernobstes noch krautig sind, werden sie mit der Hand ausgerissen (Juniriss, siehe Baumpflege: Wasserschosse entfernen ). Beim empfindlichen Steinobst ist der Einsatz einer Baumschere vonnöten.

Gemüse im Garten nach oben

Bunte Blüten im Ziergarten sind keine Überraschung, im Gemüsegarten aber schon. Leuchtend gelb und unübersehbar blühen Gurke, Kürbis und Zucchino. Besonders groß sind Zucchiniblüten, die auch gerne zu Speisen verarbeitet werden. Ein Schlaraffenland für Insekten sind blühende Zwiebeln, besonders die mehrjährige Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) und Schnittlauch. Unter den Küchenkräutern gibt es ohnehin eine Reihe attraktiver Blüher wie Bärlauch, Borretsch, Kapuzinerkresse, Origano, Salbei, Strauchbasilikum und Thymian. Auch Gründünger, u.a. Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia), Bitterlupine, Buchweizen, Gelbsenf und Studentenblume (Tagetes patula, T. erecta), verwandeln Beete in ein Blumenmeer.

Noch mehr Gemüse … nach oben

Der Anbau von Salat lohnt immer und ist, wenn er im eigenen Garten wächst, schnell zur Hand. Salatblätter sind vielseitig verwendbar: Mit ihnen lassen sich kalte Speisen hübsch dekorieren, Pausenbrote bekommen eine frische Note und sind als Salat zubereitet eine bekömmliche Speise. Salatrauke (Euruca sativa), Asia-, Pflück- und Schnittsalat werden in Reihen direkt ins Beet gesät. Bei Kopf-, Batavia-, Eis- und Romanasalat ist es sicherer, Jungpflanzen zu setzen.

Ist noch Platz übrig, dann bietet sich das Pflanzen von Kohlgemüse an. Kohl mag ein gemäßigtes Klima und einen nicht zu leichten Boden. Für den Kulturerfolg ist eine nährstoffreiche und gut mit Kalk versorgte Erde wichtig. Im Juni ist Pflanzzeit für alle Kopfkohl-Varianten wie Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl, aber auch für Grün- und Rosenkohl. Etwas Zeit können Sie sich mit Chinakohl lassen. Er wird im Juni und Juli ausgesät und im Juli bzw. August gepflanzt.

Wenn Sie Teekräuter zum Trocknen ernten möchten, dann möglichst an einem sonnigen Morgen, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen enthalten so gut wie alle Teekräuter kurz vor der Blüte. Ausgenommen ist Lavendel, der in voller Blüte am gehaltvollsten ist. Trocknen Sie die Kräuter zügig an einem luftigen Platz im Dunklen. Sonnenlicht zerstört die Farbe und die Inhaltsstoffe.

Bei Tomaten, ausgenommen Busch- und Balkontomaten, ist eine Verzweigung unerwünscht. Deshalb müssen die in den Blattachseln wachsenden Seitentriebe immer wieder ausgebrochen werden.

Anders ist es beim Gemüsepaprika, der für einen hohen Ertrag möglichst viele Seitentriebe bilden soll. Deshalb wird die erste Blüte, die Königsblüte, entfernt.

Am 24. Juni endet die Spargelernte. Damit die Pflanzen neue Kraft schöpfen können, müssen sie gedüngt werden. Ebnen Sie beim Bleichspargel vor dem Düngen die Wälle. Häufeln Sie Bohnen, Erbsen, Kopfkohl, Porree und Kartoffeln mit Erde an.

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