Gartenberatung: Bodenschutz durch Stauden

Einleitung

Juli 2024 Die wichtigste Eigenschaft der bodendeckenden Stauden steckt schon im Namen: Sie bedecken den Boden mit ihren Trieben und Blättern und schaffen somit einen geschlossenen Pflanzenbestand. Egal, ob schattige Plätze unter Bäumen oder vollsonnige Lagen an einem Hang, für alle Gartenbereiche und jeden Geschmack gibt es den passenden Bodendecker. Unser Bundesgartenberater Martin Breidbach hat jede Menge Tipps parat.

Bleiwurz in voller Blüte

Die Natur macht es uns vor, unbewachsene Stellen im Garten sind ein Eldorado für alle möglichen Pflanzen, auch die unerwünschten. Zudem wird der Boden das ganze Jahr über durch Witterungseinflüsse belastet. Im Gemüsebeet können wir ihn mit verschiedenen Mulchmaterialien wie Rasenschnitt oder Laub schützen. Im Ziergarten wäre dies auch möglich, aber hier haben wir es gerne doch ein wenig schöner, bunter, aufgeräumter. Die Lösung: bodendeckende Stauden.

Die Strategien, mit denen diese Pflanzen den Boden bedecken, sind dabei ganz unterschiedlich. Einige breiten sich über ihre Wurzeln aus, andere mit oberirdischen Ausläufern, wieder andere durch kriechende Rhizome.

Doch sie alle haben wichtige Eigenschaften: Sie halten den Boden mit ihren Wurzeln und Trieben zusammen und verhindern, dass fruchtbare Erde fortgeweht oder weggeschwemmt wird. Bodendecker lockern den Boden und fördern das Bodenleben. Durch den dichten Blattteppich verhindern sie den Aufwuchs von Unkräutern. Darüber hinaus reduzieren sie Temperaturschwankungen und schützen die Erde an heißen und sonnenreichen Tagen vor Austrocknung. Ganz wichtig: Sobald sich die Pflanzen etabliert haben, ist der Pflegeaufwand für diese Flächen äußerst gering.

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  1. Für die vollsonnige Lage hat sich in unserem Garten die Chinesische Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) bewährt. Die sommergrünen Blätter treiben zwar etwas spät aus, sind aber selbst in langen Trockenzeiten im Sommer frischgrün und begeistern im Herbst mit einer intensiven, bronzeroten Färbung. Ab August zeigen sich dazu azurblaue Blüten, die später im Jahr mit der Herbstfärbung für eine tolles Farbspiel sorgen.
  2. Im halbschattigen Bereich und bei der Gehölzunterpflanzung mit lichtem Schatten gedeiht die Teppich-Ungarwurz (Waldsteinia ternata) besonders gut. Sie ist ein wertvoller, trockenverträglicher und kräftig wachsender Bodendecker mit leuchtend gelben Frühlingsblüten. Mit ihren oberirdischen Ausläufern bildet sie dichte, flache Teppiche aus wintergrünen Blättern.
  3. Den schwierigen Part im Schatten übernimmt das Große Immergrün (Vinca major) mit seinen glänzenden Blättern und den violettblauen Blüten, die im April und Mai auftauchen. Es bildet lange, niederliegende Triebe, die mit Wurzeldruck (Lichtmangel und Trockenheit) zurechtkommen und ist gut geeignet für die Bepflanzung unter Sträuchern und Bäumen.

Wichtig für alle Arten bei der Pflanzung: Die Fläche sollte möglichst unkrautfrei sein, gerade Wurzelunkräuter wie die Quecke müssen entfernt werden. Wählen Sie die Pflanzabstände ruhig etwas kleiner, damit die Fläche schneller zuwächst. Zu guter Letzt verteilen Sie eine dünne Mulchschicht, um den Boden länger feucht zu halten und den neuen Pflanzen das Anwachsen zu erleichtern.

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