Renovierung & Sanierung: Mit dieser energetischen Sanierung sparen Sie wirklich Geld

Einleitung

Februar 2024 Zu den wichtigsten Maßnahmen in unsanierten Häusern gehört die Sanierung der Gebäudehülle. Unzureichend gedämmte Dächer und Außenwände sowie alte Türen und Fenster sind echte Energiefresser und führen unabhängig von der verbauten Heiztechnik zu hohen Energiekosten.

Unzureichend ­gedämmte Häuser führen unabhängig von der verbauten Heiztechnik zu hohen Energiekosten.

Kein Haus ist wie das andere, einen pauschalen Sanierungsplan für Immobilien gibt es leider nicht. Sinnvoll ist es, sich vor jeder energetischen Sanierung beraten zu lassen, zum Beispiel von Fachleuten der Energieberatung. Diese analysieren den Gebäudezustand, zeigen Einsparpotentiale auf und beraten herstellerunabhängig und zu Fördermöglichkeiten. Denn eine mögliche Förderung muss zwingend vor Beginn der Arbeiten beantragt werden. Für energetische Sanierungen gibt es Fördermittel von Bund, Land oder Kommunen.

Wann es sich lohnt: Fassade dämmen nach oben

  • Bröckelt der Putz und die Fassade braucht einen neuen Anstrich? Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Außenwanddämmung zu verbessern. Ein Gerüst muss ohnehin aufgebaut werden.

  • Durch die Fenster pfeift der Wind? Steht ein Fenstertausch an? Prima, so können die Anschlüsse gleich mitgedämmt und Wärmebrücken vermieden werden.

  • Sie planen, eine neue Heizung einzubauen? Wenn der Wärmeschutz vorher verbessert wurde, kann die Heizung kleiner dimensioniert werden.

Ist die Fassade fachgerecht gedämmt, profitieren die Hausbewohner nicht nur von geringeren Heizkosten, auch der Wohnkomfort und der Wert des Hauses steigen. Über die Außenwände gehen bis zu 30 Prozent der Heizenergie verloren. Die Verluste kann man nicht ganz verhindern – aber immerhin können Sie bis zu 19 Prozent der Heizenergie durch eine gedämmte Fassade einsparen.

Bis zu 19 Prozent der Heizenergie kann durch eine gedämmte Fassade einspart werden.
Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Für die nachträgliche Fassadendämmung von Fassaden stehen drei verschiedene Systeme zur Auswahl:

  • Wünschen Sie sich eine Putzfassade, ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) erste Wahl. Hierbei werden erst die Dämmplatten aufgeklebt oder angedübelt und mit armiertem Putz überzogen. Dafür bieten sich beispielsweise Polystyrolplatten oder ökologische Holzfaserplatten an. Dieses System ist die preiswerteste Art, die Fassade zu dämmen.

Hinterlüftete Vorhangfassade

  • Eine hinterlüftete Vorhangfassade ist die zweite Variante. Auf die bestehende Fassade wird eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall befestigt. Es folgen eine Luftschicht und dann die Dämmung. Hinter der Fassadenverkleidung kann die Luft zirkulieren. Zum Schluss wird die Fassadenverkleidung montiert. Dafür bieten sich viele Materialien an – von Holz- oder Holzwerkstoffen über Faserzement bis zu Schiefer. Diese Variante ist vergleichsweise teuer.

Kern- oder Einblasdämmung

  • Eine Kern- oder Einblasdämmung kommt bei Häusern mit zweischaligem Mauerwerk zum Einsatz, sofern der Zwischenraum genug Raum für eine angemessene Dämmstoffdicke bietet. Durch kleine Bohrlöcher gelangt das Dämmmaterial per Luftdruck in die Hohlräume – so ist kein großer baulicher Aufwand erforderlich. Eine Kerndämmung eignet sich außerdem, wenn Sie eine gemauerte Fassade am Haus wünschen. Auf die bestehende Hauswand kommt zuerst eine Dämmstoffplatte. Anschließend ziehen Fachleute eine Vormauerschale hoch.

Welche Maßnahme sich für Ihr Gebäude am besten eignet, hängt vom Einzelfall ab – hierbei geht es unter anderem um die Konstruktion Ihrer Außenwände und die gewünschte Optik. Fachkräfte der Energieberatung (zu finden unter www.energie-effizienz-experten.de) empfehlen Ihnen sinnvolle Maßnahmen und schätzen die Kosten Ihres Projekts realistisch ein.

Neue Fenster machen Sinn! nach oben

Der U-Wert beschreibt den Wärmestrom, der durch ein Bauteil fließt.

Auch moderne Fenster tragen zum Energiesparen bei und sorgen für thermische Behaglichkeit. Die Kosten dafür amortisieren sich verhältnismäßig schnell, zumal die Preise für Heizenergie kontinuierlich steigen und die durchschnittliche Lebensdauer moderner Fenster rund 40 Jahre beträgt. Klar: Eine Dreifachverglasung dämmt im Vergleich zur Einfachverglasung besser und erhöht auch den Schallschutz. Entscheidend bei neuen Fenstern ist der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient, der U-Wert. Je niedriger dieser ist, desto geringer der Energieverlust. Während er bei einer Einfachverglasung meist zwischen 5 und 6 liegt, bringt es ein modernes Fenster mit Dreifach-Wärmedämmglas auf Werte unter 1,1. Auch die Wahl der Rahmenmaterialien, wie Kunststoff, Holz oder Aluminium, beeinflusst die Wärmeübertragung.

Steht die Fassadendämmung ohnehin an, ist der Zeitpunkt für neue Fenster ideal. Die Fenster lassen sich dann gleich in die Ebene der Fassadendämmung einbauen, sodass sich Wärmebrücken in den Bereichen Fensterlaibung, -brüstung und -sturz vermeiden lassen. Zudem wird so verhindert, dass sich die Tauwasserproblematik von den Fenstern auf die ungedämmten (kalten) Wände verschiebt. Werden Fassadendämmung und neue Fenster in einem Zug eingebaut, ergibt das in den Innenräumen eine gleichmäßig warme Wandoberfläche – keine Chance für Schimmel im Haus.

Ein Sanierungskonzept erstellen nach oben

Ein Sanierungskonzept legt fest, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge durchzuführen sind. Wenn es um die Modernisierung von Immobilien geht, gilt immer die einfache Faustregel: von außen nach innen sanieren. Eine Gebäudesanierung lässt sich dabei grob in vier Etappen einteilen:

  1. Gebäudehülle (Wärmedämmung, Fenster und Türen)
  2. Dach, Kellerdecke und Estrichboden
  3. Heizung und andere technische Anlagen
  4. Innenausbau (Küche, Badezimmer, Böden etc.)

Weshalb die richtige Reihenfolge entscheidend ist, verdeutlicht dieses einfache Beispiel: Wenn Sie die Gebäudehülle energetisch verbessern, sinkt der Energiebedarf der Immobilie. Dementsprechend ändern sich die Anforderungen an die Heizungsanlage. Daher ist es in vielen Fällen der beste Weg, erst die Hausdämmung zu erneuern und danach den Heizungstausch mit optimal dimensionierter Anlage vorzunehmen.

  • Renovierung & Sanierung: Regenwasser im Haus nutzen / Teil 1
  • Renovierung & Sanierung: Ohne Barrieren – das sind die Duschen für alle!