Grüne Tipps: Grüne Tipps im Juni 2022

Einleitung

Juni 2022 Von der Schafskälte über milde Wohlfühl-Temperaturen bis zur Hitzewelle mit Trockenheit – der Juni hält alles für uns parat. Dennoch ist er mit 80 l je m2 der niederschlagsreichste Monat in Deutschland. Den Pflanzen scheint‘s zu gefallen, denn sie wachsen voller Tempo.

Gelber Scheinmohn (Meconopsis cambrica) blüht von Juni bis September und versamt sich selbst.

Unser Rasen nach oben

Ein robuster Zier- oder Nutzrasen setzt häufiges Mähen voraus. Bei jedem Schnitt sollte das Gras allenfalls um ein Drittel seiner Länge gekürzt werden. Die optimale Schnitthöhe beträgt vier bis fünf Zentimeter und in Trockenperioden oder in Schattenlagen ein Zentimeter mehr.

Auf extensiven Rasenflächen, in denen auch Blumen wachsen dürfen, können die Mähintervalle etwas länger sein. Eine Ergänzung oder gar Alternative zum Rasen ist eine auf Dauer angelegte Blumenwiese. Sie ist ökologisch sehr wertvoll und passt gut in einen Naturgarten. In der Regel werden Blumenwiesen im Juni und Oktober mit einer Sense oder einem Balkenmäher geschnitten. Wählen Sie trockenes Wetter und lassen Sie das Schnittgut eine Woche lang liegen, damit es durchtrocknet und die Samen ausfallen können. Eventuell ist ein einmaliges Wenden erforderlich.

Es wird Zeit, Schnittblumen für bunte Herbststräuße auszusäen. Eine gute Wahl sind Bechermalven (Lavatera trimestris), Kornblumen (Centaurea cyanus), Ringelblume (Calendula officinalis) und Sonnenblumen (Helianthus annuus).

Das stürmische Wachstum vieler Ziergehölze hat nachgelassen. Es wird noch einmal mit dem „Johannistrieb“ Ende des Monats aufflackern, bevor die Gehölze in die Phase der Fruchtreife und des Triebabschlusses wechseln. Der Johannistag am 24. Juni gilt als letzter Termin für die diesjährige Gehölzdüngung.

Das steht an nach oben

Schneiden Sie Buchsbaum-Kugeln und andere Formgehölze bei trübem Wetter. Denn bei Sonnenschein trocknen die Schnittstellen an den Blättern stärker aus und sind dann als weißer Strich deutlich sichtbar.

Wenn alle Nesthocker ausgeflogen sind, können Sie Ende des Monats die sommergrünen Hecken leicht zurückschneiden.

Die Blühdauer von Beetrosen und Sommerblumen lässt sich durch häufiges Ausputzen verwelkter Blüten verlängern.

Bei guter Wasserversorgung wachsen Container-Pflanzen auch im Sommer an. Tauchen Sie den Wurzelballen vor dem Pflanzen so lange unter Wasser, bis die letzte Luftblase aufgestiegen ist.

Bei trockenem Wetter und Wärme vermehren sich Blattläuse epidemieartig. Wehren Sie den Anfängen und vernichten Sie Blattlauskolonien frühzeitig durch Wegschneiden, Zerdrücken mit den Fingern, Fortspülen mit hartem Wasserstrahl oder durch Besprühen mit Schmierseife.

Unser Obst nach oben

Einfaches Pflücken: Stachelbeere als Spindel gezogen

Ab Monatsende beginnen Beerenfrüchte zu reifen. Him- und Heidelbeeren sind besonders beliebt. Aber auch die säuerlichen Johannis- und Stachelbeeren haben ihre Vorzüge. Sie geben Konfitüre und anderen Fruchtaufstrichen, gemischt mit süßen Früchten, eine fein säuerliche Note. Alles rund um den Schnitt finden Sie hier: Johannisbeeren und Stachelbeeren: Mit der Ernte schneiden

Im Juni ist die Haupterntezeit für Erdbeeren. Um Fruchtschimmel vorzubeugen, nehmen Sie zum Ernten zwei Gefäße mit: Das eine für die gesunden, das andere für die angefaulten Früchte. Pflücken Sie die Beeren, damit sie unverletzt bleiben, mit den grünen Kelchblättern. Gegen den Grauschimmelbefall hilft vorbeugend auch eine Mulchschicht aus Stroh, damit die Früchte nicht den Boden berühren.

Wenn Sie im Juli Ableger für eine Neupflanzung abnehmen wollen, sollten Sie schon jetzt die Pflanzen mit den besten Erträgen mit einem Stab markieren. Mit der Auswahl der Mutterpflanzen selektieren Sie auf gute Erträge. Denn bei Erdbeeren bringen die Pflanzen mit den meisten und kräftigsten Ablegern die wenigsten Früchte.

Himbeeren im Allgemeinen mögen es windgeschützt, sonnig und als Flachwurzler einen mit Mulch bedeckten Boden. Bei den meisten Sorten der Sommerhimbeeren beginnen die Früchte im Juni zu reifen. Der Rückschnitt erfolgt gleich nach der Ernte, wobei alle abgetragenen, kranken und schwachen Ruten bodennah abgeschnitten werden. Bei der üblichen Reihenkultur bleiben 10 bis 12 Ruten je laufenden Meter stehen und werden an den Spanndrähten fixiert.

Wenn bei Herbsthimbeeren der Rückschnitt erst Ende des Winters erfolgt, werden sie von Mitte August bis in den November Früchte tragen. Wegen des späten Schnitttermins beginnt die Blüte Ende Juni, wenn die Hauptflugzeit des Himbeerkäfers fast vorüber ist. Dadurch bleiben die meisten Früchte madenfrei.

Bei den Weinreben werden nach der Blüte die Ranken hinter der letzten Traube auf fünf bis acht Laubblätter gekürzt. Die Triebe ohne Fruchtansatz können Sie, bis auf ein Blatt, ganz entfernen.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) gilt im Allgemeinen nicht als Ziergehölz, obwohl seine weithin sichtbaren Blütendolden mit dem Duft von würzigem Honig die Aufmerksamkeit unwiderstehlich anziehen. Außerdem sind die Blütendolden vielseitig in der Küche verwertbar. Sie werden bei trockenem Wetter, wenn die Blüten vollständig geöffnet sind, geerntet. Zum Sammeln eignet sich ein Korb, aber keine Plastiktüte. Reinigen Sie die Blüten zuerst durch Schütteln und Abklopfen von Insekten und abschließend durch Schwenken in kaltem Wasser. Die Blüten können zu Sirup und Gelee verarbeitet oder in Pfannkuchenteig gebacken werden. Getrocknete Blüten lassen sich in einem Schraubglas aufbewahren und zu heilendem Tee aufbrühen.

Der „Juniriss“ ist bei Kernobst eine wichtige Pflegemaßnahme. Dabei werden die sogenannten Wasserreiser und die übrigen krautigen Triebe, die in ungünstiger Position wachsen, mit einem Ruck ausgerissen. Mit dieser brutal erscheinenden Methode entfernen Sie gleichzeitig die nicht sichtbaren Austriebsknospen an der Triebbasis. Das Reißen geht schneller als das Schneiden und fördert sogar die Heilung. Beim empfindlichen Steinobst sollten Sie allerdings zur Baumschere greifen.

Unser Gemüse nach oben

Blattsalate haben den ganzen Sommer über Saison.

Auch in kühleren Gegenden sollten jetzt Kürbis, Zucchini und alle anderen wärmebedürftigen Gemüsearten ins Freiland gepflanzt werden. Zum Schutz vor Nachtfrösten können Sie Gartenvlies bereithalten, denn Temperaturstürze während der Schafskälte zwischen dem 4. und 20. Juni, mit der Häufung um den 11. des Monats, sind nicht ungewöhnlich. Noch kann das typische Herbst- und Wintergemüse wie Knollensellerie, Porree (Lauch), Grün-, Kopf- und Rosenkohl gepflanzt werden. Aber auch Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi bringen noch gute Erträge.

Die Auswahl an Gemüsearten, die noch ausgesät werden können, ist erheblich: Bohne, Kohlrabi, Lauchzwiebel, Mairübe, Mangold, Möhre, Pastinake, Radies, Rettich, Rote Bete, Stielmus, Spinat sowie Winterporree.

Salat hat den ganzen Sommer über Saison. Er eignet sich, wegen der kurzen Kulturdauer, gut für den satzweisen Anbau. Schnitt- und Feldsalat werden meistens an Ort und Stelle ausgesät, während die verschiedenen Kopfsalate als Jungpflanzen gesetzt werden. Dadurch eignen sie sich hervorragend zum Auffüllen von Erntelücken. Eine laufende Anzucht von Jungpflanzen wird sich nicht bei geringem Bedarf lohnen. Hier könnten Wochen- und Gartenmärkte zu Bezugsquellen werden. Salat schmeckt auch Blattläusen. Achten Sie deshalb auf blattlausresistente Sorten und bei Feldsalat auf Widerstandsfähigkeit gegen Falschen Mehltau.

Bei Tomaten unterscheiden wir zwei Typen: Die Stabtomate, die einen langen durchgehenden und unverzweigten Mitteltrieb bildet und die verzweigt wachsende Busch- oder Strauchtomate, die meistens in Pflanzgefäßen als Balkonpflanze gezogen wird.

Bei Stabtomaten ist eine Verzweigung unerwünscht, damit die Pflanzen gut durchlüftet werden, schnell abtrocknen und die Früchte in der Sonne hängen. Deshalb müssen die Seitentriebe, die sich immer wieder in den Blattachseln bilden, ausgebrochen werden.

Wenn die Last der Früchte an Buschtomaten zu groß wird, müssen die Zweige gestützt werden. Nachträglich kann das mit Stäben geschehen. Einfacher ist es jedoch, wenn die junge Pflanze von Anfang an in einen Stützring für Stauden, ähnlich einem Korsett, hineinwächst.

Damit die Erde fruchtbar bleibt, braucht sie Pflege. Am einfachsten ist es, wenn Sie zwischen den Pflanzreihen mulchen. Sollte das aber wegen einer Übermacht an Nacktschnecken nicht möglich sein, muss die Bodenkrume wöchentlich mit der Hacke oder dem Grubber gelockert werden. Dadurch verringern Sie die Verdunstung von Bodenwasser, halten die Erde aufnahmebereit für Regenwasser und dezimieren das Unkraut.

Kräuter zum Trocknen nach oben

Minze, Rosmarin, Salbei und Zitronenmelisse sollten Sie noch vor der Blüte schneiden, weil dann der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Für Bohnenkraut, Lavendel und Majoran ist während der Blüte die optimale Erntezeit.

Ernten Sie am frühen Vormittag bei trockenem Wetter. Die Kräuter werden ungewaschen gebündelt und an einem luftigen, dunklen Ort zum Trocknen aufgehängt. Sonnenlicht zerstört sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Farbe.

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