Grüne Tipps: Grüne Tipps im März

Einleitung

März 2023 Die Tage sind jetzt sichtbar länger und die Sonnenstrahlen fühlbar wärmer geworden. Grund genug, um die Gartensaison mit Freude zu beginnen. Im Haus können Sie auf der Fensterbank Pflanzen anziehen, Kartoffeln vorkeimen und Überwinterungspflanzen auf die Freiluftsaison vorbereiten. Im Garten ist Pflanzzeit, Zwiebelblumen und Obststräucher brauchen Dünger und die Staudenreste vom Vorjahr sollten abgeschnitten werden.

Wenn Frühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum) ungestört wachsen, vermehren sie sich ganz von alleine.

Unser Ziergarten nach oben

Für die meisten nicht besonders wärmebedürftigen Pflanzen ist der März ein optimaler Pflanzmonat. Wenn der Boden etwas abgetrocknet ist und nicht mehr an den Schuhsohlen klebt, können Sie Rosen und andere Ziersträucher, Stauden, Hecken, Bäume sowie Obstgehölze pflanzen. Wenn Sie Insekten, insbesondere Honig- und Wildbienen in den Garten locken möchten, sollten Sie früh blühende Sträucher wie Blutjohannisbeere, Gemeiner Schneeball, Kornelkirsche, Mahonie und Salweide auswählen. Denn in dieser nahrungsarmen Jahreszeit ziehen Nektar und Pollen die Insekten magisch an.

Ab Ende März können Dahlien eingetopft und an einem hellen, temperierten Ort vorgetrieben werden. Dadurch haben die Pflanzen einen Wachstumsvorsprung, wenn sie im Mai in den Garten gesetzt werden. Sie blühen dadurch früher und auch länger. Ferner sind sie für Schnecken nicht so attraktiv, wie die zarten Stängel der frisch ausgetriebenen Knollen.

Zwiebelblumen, die im Frühling blühen, haben nur eine kurze Vegetationszeit. In diesem Zeitfenster, in dem das Laub grün und aktiv ist, gibt es für die Pflanze viel zu tun. Die Samen müssen ausreifen, sowie die Brutzwiebeln und Blüten für das kommende Jahr gebildet werden. Ebenfalls fällt die Nährstoffaufnahme in diese aktive Zeit. Deshalb ist auch zu Beginn der Vegetationszeit die Düngung optimal platziert. Streuen Sie ein schnell wirkendes Düngemittel, das Stickstoff, Phosphor und Kali enthält. Zur Auswahl stehen mineralische und organische „Volldünger“, die entsprechend der Gebrauchsanweisung zu dosieren sind. Alternativ können Sie eine Eigenmischung aus 2 l Komposterde und 60 g Horngrieß oder Hornmehl je m2 Beet ausbringen.

Noch müssen frostgefährdete Kübelpflanzen im Winterquartier ausharren, aber auf die bevorstehende Freiluftsaison können sie bereits vorbereitet werden. Beginnen Sie mit dem Rückschnitt. Zuerst werden die abgestorbenen und kranken Zweige, sowie der zu dünne Neuaustrieb vollständig entfernt. Danach kürzen Sie die Krone um etwa ein Drittel ein. Die Blumenerde ist nach zwei bis drei Jahren so stark verdichtet und ausgelaugt, dass ein Austausch mit frischem Kübelpflanzen-Substrat notwendig wird. Damit den Wurzeln auch genügend neues Substrat zur Verfügung steht, sollte entweder in ein deutlich größeres Gefäß umgetopft oder der Wurzelballen verkleinert werden. Bei Minusgraden müssen Geranien, Fuchsien & Co. zurück ins Winterquartier, denn sie vertragen überhaupt keinen Frost. Oleander, Lorbeer und Zitrusgewächse sind nicht ganz so empfindlich und ertragen schwache Fröste. Eventuell genügt eine Vliesabdeckung und das Heranrücken an die Hauswand.

Überall Plastik – auch im Garten? nach oben

Perlhyazinthen (Muscari armeniacum) bleiben niedrig und eignen sich zum Verwildern.

Erschreckend, dass sich allerorts auf unserem Planeten, und oft in großen Mengen, Plastik ansammelt. Im eigenen Garten haben wir es weitgehend in der Hand, ob sich Kunststoff und Mikroplastik ansammeln können. Allerdings ist unsere Aufmerksamkeit gefragt, denn Plastik wird oft ungewollt und zufällig in den Garten „eingeschleppt“. Quellen können Etiketten, Bindematerial, mit Kunststoff ummantelte Stützpfähle, Blumentöpfe und Container, Substratsäcke und mehrfach genutztes Gartenvlies oder Abdeckfolien sein.

Das steht an im Obstgarten nach oben

Mit der Klimaerwärmung verschieben sich die Anbaugrenzen weiter nach Norden. Vor 30 Jahren war es für die beliebte Apfelsorte ‘Braeburn’ im Alten Land bei Hamburg zu kalt. Doch 10 Jahre später gehörte sie bereits zum gängigen Sortiment. Der erwerbsmäßige Anbau von Pfirsich, Aprikose und Nektarine gilt im Norden noch als zu gewagt. Das Frühjahr ist dafür zu kalt. Aber eine geschützte Hauswand oder ein milder Platz im Garten würde sich doch für einen Versuch anbieten.

Kultur-Feigen zählen ebenfalls nicht zu den heimischen Obstarten. Dennoch bringen sie bei richtiger Sortenwahl und an einem geschützten Standort gute Erträge mit lecker schmeckenden Früchten. Damit die Sträucher nicht zu dicht werden, ist ein jährliches Auslichten noch vor dem Austrieb erforderlich. Entfernen Sie zuerst alle durch den Frost geschädigten Triebe. Das betrifft hauptsächlich junge Pflanzen, da die Kältetoleranz mit den Jahren zunimmt. Seien Sie beim Auslichten nicht zu zimperlich, damit die heranwachsenden Früchte möglichst viel Sonne abbekommen. Ein Strauch sollte aus drei bis fünf kräftigen und verzweigten Haupttrieben bestehen. Die Fruchtanlagen der Feigen, die Sie im Sommer ernten werden, haben sich bereits im vorigen Jahr an den jungen Trieben gebildet. Deshalb ist es so wichtig, dass beim Schnitt im Frühjahr genügend Vorjahrestriebe stehen bleiben. Unter klimatisch günstigen Gegebenheiten kann sogar eine zweite Generation von Früchten heranreifen.

Mit einer Düngung startet Beerenobst schwungvoll in die neue Saison. Besonders geeignet sind spezielle „Beerendünger“, die mit einem hohen Anteil an Kalium und Magnesium ausgestattet sind. Verteilen Sie den Dünger in empfohlener Menge gleichmäßig unter den Sträuchern.

Mini-Obstbäume in mobilen Pflanzgefäßen nach oben

finden als Balkon- oder Terrassenpflanzen immer mehr Zuspruch. Durch Zucht und Auslese ist es gelungen, kompakt wachsende Sorten einiger Obstarten wie Apfel, Birne, Nektarine, Pfirsich, Süßkirsche und Zwetschge auf den Markt zu bringen. Auch wenn die kleinwüchsigen Obstbäume nur langsam wachsen, besteht doch ein gewisser Platzbedarf. Vor allem die Wurzeln brauchen genügend Raum. Im ersten Jahr reicht ein Pflanzgefäß mit 15 l und ab dem dritten Jahr eins mit 30 bis 40 l Fassungsvermögen aus. Verwenden Sie ein hochwertiges Pflanzsubstrat, in dem die Kübelpflanzen mehrere Jahre lang wachsen können. Miniobst überwintert im Freien an einem windgeschützten Ort. Da die Wurzeln frostempfindlich sind, sollte der Topf mit Vlies oder Jute umhüllt und vom Terrassenboden, etwa mit einer Styroporplatte, isoliert werden. Achten Sie darauf, dass sich bei Regenwetter kein Wasser über längere Zeit anstaut. Bei anhaltender Trockenheit muss eventuell gegossen werden, denn der Wurzelballen darf nicht vollständig austrocknen. Eine andere Möglichkeit der Überwinterung ist das Einsenken der Kübelpflanzen im Garten.

Gemüse im Garten nach oben

Upcycling: Leere Toilettenpapier-Rollen als Anzuchttöpfe

Die Erntezeit für Wintersalat wie Endivien, Feldsalat und Löffelkraut (Cochlearia officinalis) geht mit dem Beginn der Blütenbildung zu Ende. Für Nachschub können im März und April die jungen Triebe der Großen Brennnessel (Urtica dioica) sorgen. Gedünstet lassen sie sich aromatisch zubereiten und geben roh, mit anderem Blattgemüse gemischt, dem Salat eine würzige Note. Brennnesseln passen geschmacklich zu Eierspeisen und sind in Soßen als Würzkraut eine Bereicherung.

Tipp: Die Brennhaare sind unschädlich, wenn sie für wenige Sekunden mit heißem Wasser überbrüht werden.

Damit die auf der Fensterbank vorgezogenen Tomatenpflanzen nicht zu groß werden, sollten sie erst im März oder April ausgesät werden. Für Gurken, Kürbisse, Melonen und Zucchini ist es im April noch früh genug. Der Umzug ins Freiland erfolgt frühestens ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr droht.

Grundsätzlich können Sie je nach Witterung ab März oder April Blumenkohl, Karotten, Kohlrabi, Spinat, Radies und Zwiebeln direkt ins Beet aussäen. Bei einigen Gemüsearten gibt es Sorten, die speziell für einen frühen oder späten Aussaattermin geeignet sind.

Die Ernte des eigenen Gemüses erfüllt uns mit Freude. Wenn Krankheiten und Schädlinge zugeschlagen haben, kann sie aber auch enttäuschen. Durch Züchtung werden allerdings von Jahr zu Jahr robustere Sorten in den Handel gebracht, die in drei Kategorien mit zunehmender Wirksamkeit eingestuft werden:

  1. Tolerante Sorten sind gegen bestimmte Krankheiten oder Schädlinge merklich robuster als herkömmliche Sorten.
  2. Noch weniger anfällig sind widerstandsfähige Sorten.
  3. Resistente Sorten verhalten sich weitgehend immun, sodass Wachstum und Ertrag unbeeinträchtigt bleiben sollten.

Die Pflanzzeit für Blumen- und Spitzkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Kopfsalat und Wirsing sowie für Steckzwiebeln und Knoblauch beginnt Ende des Monats. Für Frühkartoffeln beginnt sie je nach Region um den 20. April. Voraussetzungen für eine reiche Ernte sind gesunde Saatkartoffeln, am besten aus zertifiziertem Anbau und ein Beet, auf dem zuvor drei Jahre lang keine Kartoffeln angebaut wurden. Sehr frühe Sorten benötigen vom Pflanzen bis zur Ernte nur 80 bis 110 Tage und sind somit ab Mitte Juli erntereif.

Bedingung für diese kurze Kulturzeit ist das Vorkeimen im März, das vier Wochen vor dem geplanten Pflanztermin beginnt. Zuerst müssen die Kartoffeln aus ihrer Keimruhe aufwachen, am besten bei Wohnzimmertemperatur. Nach der ein- bis zweitägigen Wärmebehandlung legen Sie die Knollen nebeneinander in flache Kisten und stellen diese dann an einem hellen Ort bei 10 bis 15 °C auf. Es sollen sich kurze, stabile und keinesfalls langgestreckte Keime entwickeln. Günstig ist ein Platz am Fenster mit vollem Tageslicht. Besprühen Sie die Kartoffeln hin und wieder mit Wasser, damit die Knollen nicht austrocknen. Wenn Sie die Saatkartoffeln nicht auf den Kistenboden, sondern auf eine zuvor eingefüllte Sand- oder Erdschicht von ca. 2 cm Höhe gebettet haben, werden sich zusätzlich Wurzeln bilden.

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