Grüne Tipps: Grüne Tipps im Mai
Einleitung
Mai 2026 Im Wonnemonat kann die Blütenpracht im Garten förmlich explodieren. Spät blühende Tulpen und viele andere Frühlingsblumenzwiebeln zeigen, was in ihnen steckt. Warme Tagestemperaturen bringen überall Blüten verschiedenster Formen, Farben und Düfte hervor. So schön!

Unser Ziergarten nach oben
Bald erscheinen die Blütenkugeln des Zierlauchs, den es bei uns von Weiß über Rosa und Hellviolett bis hin zu Dunkellila und Weinrot gibt. Auch gelb blühende Arten kennt man, wie den Gold-Lauch (Allium moly).
Etliche Ziersträucher haben ihre diesjährige Blütezeit nun schon hinter sich gebracht – diese sollten unmittelbar nach dem Abblühen, also jetzt, zurückgeschnitten werden. Denn alle im Frühling blühenden Sträucher beginnen gleich nach der Blüte mit dem Wachstum neuer Triebe und dem Anlegen der Blütenknospen für das nächste Jahr. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf Prunus-Arten wie die kompakte Kurilen-Kirsche (Prunus kurilensis) und das Mandelbäumchen (Prunus triloba) richten, die oft von der Monilia-Spitzendürre heimgesucht werden. Sie müssen bis weit ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden, um befallene Triebspitzen sicher zu entfernen.
Anderen abgeblühten Ziersträuchern (etwa Forsythie, Kornelkirsche, Blut-Johannisbeere oder Prunkspiere (Exochorda × macrantha ‘The Bride’) entnimmt man nach dem Blühen jährlich mehrere alte, sogenannte vergreiste Triebe, um die Sträucher auszulichten und das Wachstum junger Triebe anzuregen. So reißt die Kontinuität des jährlichen Blühens nicht ab.
Haben Sie eine größere Rasenfläche und wollen möglichst vielen Wildpflanzen, Tierarten und bestäubenden Insekten die Chance geben, sich in Ihrem Garten wohlzufühlen und zu vermehren? Dann folgen Sie doch dem Trend des mähfreien Mai (no-mow-may)! Dies bedeutet, vor Juni den Rasenmäher nicht zu benutzen, sondern möglichst viele Kräuter im Rasen blühen zu lassen. Sie könnten nur schmale Wege in Mäherbreite in Ihre Rasenfläche mähen, über die Sie sich die Fläche auch erschließen. Wenn Gänseblümchen und andere Kräuter blühen dürfen und keine Mäher die Bewohner der obersten Bodenschicht stören, kommt schnell mehr Leben in den Garten.
Das Wachstum der sogenannten Beikräuter auf den Beeten wird hingegen nicht so gern gesehen. Aber auch diese blühen und liefern insbesondere heimischen Insekten Nahrung. Daher folgender Tipp: Entfernen Sie „Unkraut“ erst unmittelbar nach dessen Blüte, aber vor seiner Samenreife. Wenn es dann ein paar Tage in der Sonne liegend getrocknet ist, kann es entweder auf den Komposthaufen oder als Mulchschicht auf Beeten liegen bleiben. Für Wurzelunkräuter (Quecke, Giersch, Acker-Schachtelhalm, Erdmandel und ähnlich sich ausbreitende Arten) trifft dies aber nicht zu. Deren Speicherwurzeln haben noch lange das Potential, wieder auszutreiben. Darum: Wurzelunkräuter am besten mittels Biotonne aus dem Garten entfernen.
Unser Gemüsegarten nach oben

An geschützten Stellen können Sie jetzt erste Ernten einholen. Radieschen, Schnittlauch, Bärlauch und das eine oder andere Wildkraut bereichern schon den Tisch. Die Spargelernte setzt ein-, zweimal täglich darf gestochen werden. Wer ein Gewächshaus hat, kann abgehärtete Jungpflanzen von Fruchtgemüse (Gurken, Tomaten, Paprika etc.) nun auspflanzen und pflegen. Tägliches Lüften ist wichtig, Gießen, Düngen und Pflegearbeiten wie Ausgeizen und Triebschnitte bei Gurken müssen nun regelmäßig erfolgen.
Gewächshausgurken bilden in jeder Blattachsel einen Seitentrieb, dessen Spitze nach zwei Blättern abgeschnitten wird. Auf diese Weise kann die Wurzel alle Früchte gut ernähren und zur Reife bringen. Sie hängen so auch nah am Haupttrieb, der mit einer Schnur nach oben aufgeleitet wird. Keine Gurke sollte den Boden berühren, darum an den ersten 60 cm über dem Boden alle Fruchtansätze entfernen.
Gewächshausgurken lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit, Gärtner nennen das „gespannte Luft“. Sie verhindert den Befall durch Spinnmilben, die blattunterseits an den Blättern saugen und feine Gespinste anlegen. Bei zu trockener Luft und insbesondere bei Zugluft dagegen werden die Gurkenpflanzen schnell von den Schädlingen befallen. In der Folge werden die Blätter erst gelblich, dann papierartig dünn und braun und die Pflanze stirbt schließlich ab. Wenn Spinnmilben schon da sind, können ihre Gegenspieler, die Raubmilben, im Fachhandel bestellt werden. Sie kommen dann per Post zu Ihnen und sollten schnellstmöglich im Gurkenbestand freigesetzt werden. Auf diese Weise und möglichst schnell gehandelt kann der Bestand oft noch gerettet werden.
Im Mai tritt heutzutage oft schon Wassermangel im Garten auf. Für kontinuierliches Wachstum ist Wasser jedoch die wichtigste Voraussetzung. Behalten Sie also die Bodenfeuchtigkeit im Blick und sorgen Sie idealerweise durch das Auffangen von Regenwasser vor. Wichtig ist auch, den Boden und nicht die Pflanzen zu gießen. Kühle Nachttemperaturen und Wasser auf den Blättern führen nämlich häufig zu Fäulnis.
Die Eisheiligen Mitte des Monats können Jungpflanzen stark schädigen. Darum für alle Fälle Vliese, Pappkarton oder Eimer zum nächtlichen Abdecken junger, weicher Triebe bereithalten. Dazu zählen auch die der Kartoffeln. Im ungeheizten Gewächshaus helfen ein paar Teelichter, über die ein Pflanztopf aus Ton gestülpt werden kann. Diese kleinen „Öfen“ reichen oft aus, die Pflanzen vor Frost zu schützen.
Ende Mai können alle Samen in die Beete. Nachdem nun kein Frost mehr zu erwarten ist und der Boden täglich wärmer wird, ist die Keimung aller Arten sichergestellt. Je wärmer der Boden, desto schneller erfolgt das Keimen der Saat. Bohnen, die man später sät, holen dies also schnell auf.
Auch Sommerblumen aller Art werden spätestens Ende Mai ausgesät. Dazu zählt die Kapuzinerkresse, die auf Baumscheiben wachsend dem Befall des Baumes durch Blattläuse vorbeugen soll. Gemüsefliegennetze, die über entsprechende Kulturen gespannt werden, helfen bei der Abwehr dieser Schädlinge. Eine Mischbepflanzung der Beete ist ebenfalls eine wirksame Abwehrmöglichkeit.
Der Obstgarten nach oben

Achten Sie ab Ende Mai auf Kirschfruchtfliegen, die zu Beginn der Reife, beim Gelbfärben der Kirschen, den Baum anfliegen, um ihre Eier in die Früchte zu legen. Gelbtafeln helfen, die Fliegen abzulenken und ihre „Angriffsstärke“ zu erfassen (monitoring). Das Sammeln und Vernichten von abgestorbenen Trieben, abgefallenen Früchten und von Gespinsten in Pflaumenbäumen verringert den Befallsdruck durch Pflaumensägewespe, Pflaumenbohrer und Pflaumenwickler. In Erdbeerpflanzungen sind mit Grauschimmel befallene Früchte immer wieder aufzulesen und über die Biotonne aus dem Garten zu entfernen. Vitale Pflanzen können jeglichem Angriff von Krankheitserregern und Schädlingen am besten widerstehen.