Energie: Schrittweise zum Energie-Spar-Erfolg

Das 1939 erbaute Haus der Bielans, im Münchner Vorort Allach-Untermenzing, erreicht heute aus energetischer Sicht Neubau-Niveau. Im Vergleich zu 1999, als Susanne und Jürgen Bielan das Haus gekauft haben, spart die Familie mittlerweile rund 50 bis 60 Prozent ihrer Nebenkosten. Vor der Sanierung zahlten sie für das Heizöl 2.500 Euro pro Jahr, nun sind es nur noch 1.300 Euro. Schritt für Schritt sanierte der Heizungsbaumeister sein 130 m2 großes Eigenheim: Zunächst installierte er drei Flachkollektoren (FK 260 von Junkers) in Aufdachausführung auf der Westseite des Daches, mit einer Fläche von 7,2 m2. Eine Photovoltaik-Anlage fand ebenfalls Platz auf dem Haus. Den erzeugten Strom nutzen die Bielans nicht selbst, doch dank der Rückvergütung arbeitet die Anlage nahezu kostenneutral.

Zu diesem Beispiel gibt es auch ein Video unter: www.youtube.com, Suchwort: Suprapur-O
Auch für kleine Keller geeignet: Der Öl-Brennwertkessel Suprapur-O mit den Maßen 1084 x 600 x 650 mm.

Schließlich folgte die Komplettsanierung: Der Keller wurde abgedichtet, die Wände gedämmt, das Dach isoliert und neue Fenster eingebaut. Eine effizientere Fußbodenheizung ersetzte die alten Heizkörper im Erdgeschoss. 2010 folgte als letzter Baustein ein neuer Öl-Brennwertkessel (Suprapur-O von Junkers) mit 19 Kilowatt Leistung. Im nur 10 m2 großen Kellerraum fand der Kessel Platz. "Der Suprapur-O ist werkseitig für die Kombination mit einer Solaranlage vorbereitet, die Einbindung und der Anschluss an die vorhandene Anlage war deshalb zügig erledigt", sagt Peter Mirlach, Außendienstmitarbeiter bei Junkers. Um noch unabhängiger vom Heizölpreis zu werden, montierte Jürgen Bielan drei weitere Flachkollektoren (FKT von Junkers) an der Südfassade des Gebäudes. Insgesamt unterstützen nun sechs Solarkollektoren, Gesamtfläche 14,4 m2, die Warmwasserbereitung und die Heizung. In den Sommermonaten deckt die Solaranlage allein den Bedarf für den Warmwasserverbrauch − und auch das Planschbecken der Kinder Lukas und Liane lässt sich an heißen Tagen mit von der Sonne erwärmtem Wasser füllen.

Mehrfach gespart nach oben

Haubesitzer Jürgen Bielan (rechts) und Peter Mirlach, Außendienstmitarbeiterin von Junkers, im Gespräch.

Durch den neuen Öl-Brennwertkessel sparen die Bielans im Vergleich zum alten Heizkessel etwa 30 Prozent Heizöl ein. Weitere Einsparungen ergeben sich aus der intelligenten Regelung "SolarInside-ControlUnit": Ist genügend Wärme von den Kollektoren vorhanden, springt der Heizkessel nicht an. Gespeichert wird die solar erzeugte Wärme in einem Pufferspeicher (P 1000-120 S solar von Junkers). Mangels Platz entschied sich Jürgen Bielan für eine Frischwasserstation statt für einen weiteren Trinkwasserspeicher: "Die meisten Speicher fassen 200 bis 300 Liter Wasser. Dieses Wasser auf Temperatur zu halten, kostet nicht nur viel Energie, sondern kann auch zur Legionellenbildung führen. Deshalb haben wir uns nach Beratung mit Peter Mirlach für eine Frischwasserstation mit hygienischem Durchflussprinzip entschieden."

Neues Label für alte Heizungen nach oben

Seit September 2015 gilt in der EU ein Energielabel für neue Heizungen. In Deutschland wurde nun auch seit dem 1. Januar 2016 ein vergleichbares Etikett für alte Heizkessel eingeführt: Es kennzeichnet Geräte, die älter als 15 Jahre sind. Außerdem können Hausbesitzer an diesem Label erkennen, welche Effizienz ihre Heizung überhaupt noch erreicht. Die Effizienzklassen reichen von A++ als beste bis E als schlechteste Einstufung. Im Jahr 2016 kann man seine Heizung noch freiwillig von Heizungsinstallateuren, bestimmten Energieberatern oder dem Schornsteinfeger kennzeichnen lassen. Ab 2017 wird die Nachetikettierung Pflicht.

Das neue Energieeffizienzlabel für Heizungen.

Das Energielabel dient zur ersten Orientierung, denn es gibt keine Angaben darüber, ob ein Heizkessel zum Gebäude passt und welche Energiekosten durch einen bestimmten Heizungstyp verursacht werden. Besonders wichtig ist auch, dass die Anlage an das Haus angepasst ist. Das kann mit einem hydraulischen Abgleich ermittelt werden. Hierbei stellt der Installateur alle Komponenten einer Heizanlage optimal aufeinander ein, so arbeitet der Heizkessel effizienter. Um Fördergeld für einen neuen Heizkessel zu bekommen, ist ein hydraulischer Abgleich meist Pflicht (Infos zum Thema Förderung siehe auch Infokasten; auf der Website www.zukunftsheizen.de ist der hydraulische Abgleich anhand eines Videos sehr gut erklärt).

 

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