Alternative Baustoffe -
So renovieren Sie nachhaltig
Seite 2

Einleitung

Dezember 2019

Naturdämmstoffe – eine überzeugende Alternative nach oben

Bild 1: Dämmstoffbahn
Bild 2: Holzfaserplatte

Energiepreise steigen stetig, also ist es eine gute Investition das Haus zu dämmen, um damit Heizkosten zu sparen. Aber auch bei den immer heißer werdenden Sommern spielt die richtige Dämmung eine Rolle. Ein Beispiel für ökologische Dämmstoffe ist die Holzfaser. Holzfasern, die im Sägewerk als Restmaterial anfallen, werden zu Dämmstoffbahnen 1 oder -platten 2 verarbeitet. Diese kann man als Dämmung von Wänden, Decken, Dächern und als Trittschalldämmung verwenden.

Bild 3: Naturdämmstoff Hanf
Bild 4: Zelluloseflocken

Weitere Alternativen sind zum Beispiel Hanf 3, Flachs, Schafwolle, Zelluloseflocken 4, Seegras, Stroh 5 oder Jute 6. Naturdämmstoffe regulieren allesamt die Feuchtigkeit und sorgen überdies für eine angenehme Wohnatmosphäre. Wie jede Dämmung müssen auch Naturdämmstoffe fachgerecht eingebaut werden, um all ihre Funktionen zu erfüllen. Zu beachten: Nicht jedes Material taugt für jede Dämmmaßnahme. Ob Dach-, Innen- oder Fassadendämmung – maßgeblich sind die Eigenschaften und die spezifische Wärmeleitfähigkeit des Materials. Die meisten natürlichen Dämmstoffe sind wie Holz pflanzlichen Ursprungs.

Bild 5: Strohdämmplatte
Bild 6: Jutedämmmung

Kokosfasern und Kork sind zwar geeignete Dämmstoffe – doch sind mit ihnen meist lange Transportwege verbunden. Einheimische Produktion gibt es nicht. Kork ist ein natürlich wachsender Rohstoff und zu 100 Prozent recycelbar. Das Material wird vorwiegend in Portugal angebaut, Kokos in Südasien. Gegen Holz- oder Hanffasern aus Deutschland haben beide Rohstoffe deswegen aufgrund des CO2-Ausstoßes beim ­Transport das Nachsehen. Die besonders druckfesten Korkplatten kann man etwa zur Wärme- oder Trittschalldämmung einsetzen. Gesammelte Flaschenkorken werden zu Schüttdämmstoff weiterverarbeitet und dienen als Dämmmaterial zwischen Dachsparren.

Weiterlesen im Netz nach oben

Datenbank für ökologische Baustoffe: Um Verbrauchern eine Orientierung bei der Wahl von Bauprodukten zu geben, hat der natureplus e.V. das natureplus-Umweltzeichen entwickelt. Unter www.natureplus-database.org findet man nicht nur die technischen Eigenschaften der Produkte, sondern auch die Prüfergebnisse zum ökologischen Fußabdruck und den niedrigen Schadstoffgehalten sowie eine vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe.

Passende Dämmstoffe finden: Der interaktive Online-Ratgeber www.natuerlich-daemmen.info zeigt Hausbesitzern, welche Dämmstoffe sich für ihr Gebäude eignen, wie viel sie kosten und was die wichtigsten Vor- und Nachteile sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Ökodämmstoffen.

Fachberatungen im ökologischen Baustoffhandel sind ein guter Anfang. ÖkoPlus ist beispielsweise ein Verbund von 30 Naturbaustoffhändlern aus dem gesamten Bundesgebiet, auf der Homepage www.oekoplus.de finden Sie unter Eingabe der Postleitzahl einen Händler in Ihrer Nähe.

Experten finden: Unternehmen, Handwerker und Berater, die sich mit gesundem Baumaterial auskennen, finden sich unter: www.bauverzeichnis.gesündere-gebäude.de

Schnell wachsende Baustoffe nach oben

Aus der Flachspflanze wird beispielsweise in der Textilindustrie Leinen hergestellt. Fasern, die für die Stoffe zu kurz sind, werden zu Ballen gepresst und zu 4 bis 20 cm dicken Dämmplatten verarbeitet. Man verwendet das Material an Außen- oder Innenwänden, in Dach- und Deckenkonstruktionen zum Wärme- oder Schallschutz.

Für die Dämmung des Dachgeschosses, der Innenwände oder hinter einer vorgehängten Fassade eignen sich auch Platten oder Rollen aus Hanf. Geschreddert zu Flocken lässt sich Hanf sehr gut als Schüttdämmung auf Geschossdecken einsetzen. Auch Lehmbausteine beinhalten Hanf als Zuschlag.

Stroh speichert hervorragend Wärme und schützt vor Schall. Neu sind Strohdämmplatten, die sich für WDV-Systeme eignen. Als Nebenerzeugnis der Landwirtschaft ist Stroh eine allzeit zugängliche Ressource, deren Dämmleistung schon seit Jahrhunderten geschätzt wird.

Durch den hohen Siliziumgehalt ist Schilf resistent gegen Pilze und andere Schädlinge. Getrocknet, gepresst und zusammengebunden kommt es in Außenwänden, Dächern und Decken zum Einsatz. In Wand, Dach oder Fußboden kann auch Stroh als Dämmmaterial verwendet werden.

Aus Gras werden Zellulosefasern gewonnen, die zum Einblasen in Hohlräumen von Wänden, Decken und Dächern benutzt werden. Zellulosefasern aus alten Zeitungen können auch zu Matten verarbeitet und in leichten Trennwänden oder zwischen Dachsparren eingesetzt werden.

Der einzige Dämmstoff tierischen Ursprungs ist Schafwolle. Die Dämmplatten kann man werden in Dachschrägen, Decken, Wänden und Böden und zum Stopfen von Hohlräumen verwenden. Schafwolle hat die besondere Fähigkeit, schädliche Stoffe aus der Luft zu Filtern.

Natürliche Baustoffe als wohngesunde Alternativen nach oben

Möchten Sie renovieren, sollten Sie vorher genau Ihre Räume begutachten: Schließlich nützt es nichts, die Wände mit Biofarbe zu streichen, wenn der Bodenbelag ausdünstet. Da wir viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, lohnt sich besonders bei der Wahl des Bodenbelags genaues Hinsehen. Da ein Bodenbelag großflächig eingesetzt wird, ist er gegebenenfalls eine entscheidende Quelle für Raumluftschadstoffe. Daher sollte Echtholzparkett, Linoleum oder Kork als Basismaterial dem Bodenbelag Laminat und PVC immer vorgezogen werden. Ebenfalls eine gute Grundlage bieten Teppiche aus Schafwolle, Ziegenhaar, Kokos, Seegras oder Zellulose. Machen Sie einen Geruchstest von Ihrem gewünschten Bodenbelag, indem Sie eine Probe des Materials für einen Tag in ein verschlossenes Schraubglas geben und anschließend daran riechen. Gefällt Ihnen der Geruch nicht, wählen Sie besser einen anderen Belag.

Eine Idee für nachhaltiges Wohnen nach oben

Ein Haus aus Pappe

Man kann sogar Pappe als Baustoff für ein Haus verwenden. Das beweist die niederländische Firma Fiction Factory mit ihrem „Wikkelhouse“. Aus 24 Pappschichten bestehen die Wände, die miteinander verwoben und verklebt wurden. So wird nicht nur Stabilität gewährleistet, sondern auch eine gute Isolierung. Eine äußere Holzverkleidung schützt das Haus vor Nässe. Alle Materialien bestehen aus nachhaltigen Rohstoffen, weshalb das Haus absolut umweltverträglich ist. Mit ab 25.000 Euro kostet das Haus auch nicht viel – ob sich diese Bauweise aber auf dem Markt durchsetzen kann, wird sich erst noch zeigen (www.wikkelhouse.com).

  • Alternative Baustoffe - So renovieren Sie nachhaltig / Seite 3