Einrichten & Wohnen: Wie Sie effizient zu heißem Wasser kommen
Inhalt
- Hygiene: Warum die richtige Temperatur entscheidend ist
- Zentral oder dezentral: Welches System passt zum Haus?
- Warmwasserspeicher: bewährt und vielseitig
- Was sollte ein Installateur-Betrieb prüfen?
- Warmes Wasser dank Zirkulation
- Warmwasser-Wärmepumpen: eine clevere Ergänzung
- Solarthermie: Wärme direkt von der Sonne
- Power-to-Heat: Warmwasser aus eigenem Solarstrom
- Was ist eine Hybridheizung?
- „Systeme müssen miteinander sprechen“
- Unser Interviewpartner
Einleitung
Februar 2026 Warmes Wasser begleitet uns täglich: beim Duschen, Kochen oder Wäschewaschen. Doch die bequeme Wärme aus der Leitung kostet mehr Energie, als vielen bewusst ist. Moderne Speicher, Wärmepumpen und solare Lösungen zeigen, wie Einfamilienhäuser Warmwasser heute hygienisch, effizient und zukunftssicher erzeugen können.

Im Durchschnitt nutzt jeder Bundesbürger rund 127 Liter Wasser pro Tag. Dabei drehen wir den Hahn auf und erwarten dass innerhalb von wenigen Sekunden warmes Wasser fließt. Doch hinter diesem Komfort steckt ein System, das in vielen Bestandsgebäuden immer noch so arbeitet wie vor 30 Jahren. Während moderne Heizsysteme, vor allem Wärmepumpen, auf niedrige Systemtemperaturen ausgelegt sind, benötigt Warmwasser aus hygienischen Gründen deutlich höhere Temperaturen. Das führt in vielen Häusern zu unnötigen Energieverlusten. Hinzu kommt: Warmwasser verursacht nicht nur Energiebedarf beim Erhitzen. Auch die Speicherung und die Verteilung im Haus benötigen Energie. Lange Leitungswege, schlecht gedämmte Rohre oder eine dauerhaft laufende Zirkulation erhöhen den Verbrauch spürbar.
Hygiene: Warum die richtige Temperatur entscheidend ist nach oben

Warmes Wasser bietet Komfort, kann aber hygienisch heikel sein, vor allem, wenn es längere Zeit im lauwarmen Bereich steht. Legionellen vermehren sich bevorzugt zwischen 25 und 50 °C. Um das sicher zu verhindern, sollte das System zuverlässig außerhalb dieses Temperaturfensters betrieben werden. Fachleute raten dazu, im Speicher mindestens 60 °C zu erreichen.
Für Einfamilienhäuser und Wohnungen mit eigenen kleinen Boilern gilt zwar, dass das Legionellenrisiko vergleichsweise niedrig ist, dennoch empfiehlt es sich, die Anlage regelmäßig aufzuwärmen. Eine praktikable Lösung besteht darin, die Warmwassertemperatur im Alltag moderat zu halten, das System aber einmal pro Woche kurzzeitig auf höhere Temperaturen von 60 bis 70 °C zu bringen. Viele Anlagen übernehmen diese thermische Desinfektion automatisch. Wichtig ist auch, dass die benötigte Temperatur nicht nur im Speicher, sondern im gesamten Leitungssystem ankommt. Ein kurzer Check im Rahmen der Wartung schafft mehr Klarheit.
Zentral oder dezentral: Welches System passt zum Haus? nach oben
Warmwasser kann zentral im Heizraum oder dezentral direkt an der Zapfstelle erzeugt werden. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Das zentrale Trinkwasser-Erwärmungssystem wird am häufigsten in Einfamilienhäusern verwendet. Es besteht aus einem Warmwasserspeicher und dem Wärmeerzeuger, die meist in enger räumlicher Nähe aufgestellt und miteinander verbunden sind. Das kalte Trinkwasser wird dabei im Speicher über einen integrierten Wärmeübertrager indirekt erhitzt. Von dort wird das nun warme Trinkwasser über ein wärmegedämmtes Rohrnetz zu den einzelnen Zapfstellen im Haus geführt. Diese Lösung bietet hohen Komfort, denn an allen Entnahmestellen steht gleichzeitig und in ausreichender Menge warmes Wasser zur Verfügung. Der Nachteil: Wird lange kein Wasser gezapft, kühlt das in den Leitungen stehende Wasser ab. Besonders bei Rohrnetzen mit mehr als zehn bis 15 Metern Länge empfiehlt sich daher ein Zirkulationssystem, um Hygiene, Komfort und Wassereinsparung sicherzustellen.
Zentrale Systeme arbeiten meist mit einem Speicher, der warmes Wasser bevorratet. Das sorgt für hohen Komfort, verursacht aber Speicher- und Leitungsverluste. Moderne Kombispeicher können diese Schwächen abmildern, indem sie Warmwasser und Heizwasser in einem Tank kombinieren und Wärme besonders effizient nutzen. In vielen Bestandsgebäuden übernimmt weiterhin ein Gas- oder Öl-Brennwertkessel diese Aufgabe, häufig in Kombination mit einem zentralen Warmwasserspeicher. Auch Pellet- und Holzkessel kommen vor, benötigen jedoch mehr Platz und eine regelmäßige Brennstoffversorgung.
Warmwasserspeicher: bewährt und vielseitig nach oben

In vielen zentralen Warmwassersystemen bildet ein separater Speicher weiterhin das Herzstück der Anlage. Er steht meist im Heizraum neben dem Wärmeerzeuger und bevorratet das erwärmte Trinkwasser. Die Behälter bestehen heute überwiegend aus Edelstahl oder emailliertem Stahl und sind so konstruiert, dass sie die Wärme möglichst lange halten. Auch bei wenig Platz gibt es passende Lösungen: Manche Speicher lassen sich über oder unter dem Kessel anordnen, deutlich effizienter sind jedoch freistehende Standspeicher. Ihre kompakte Bauform und die gute Dämmung sorgen für geringe Wärmeverluste. Ein Blick auf das Energieeffizienzlabel hilft, verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen.
Sobald mehrere Wärmequellen zusammenarbeiten, etwa eine Wärmepumpe mit einem Gas- oder Öl-Brennwertgerät oder einem wasserführenden Kaminofen, übernimmt ein Pufferspeicher die Rolle der zentralen Wärmedrehscheibe. Er speichert Heizwasser und verteilt die Energie je nach Bedarf im System. Für die Trinkwassererwärmung gibt es zwei gängige Wege: Entweder übernimmt das ein separater Warmwasserspeicher oder eine Frischwasserstation am Pufferspeicher, die das Wasser erst beim Zapfen über einen Wärmetauscher erhitzt. Das ist hygienisch und effizient. Alternativ stehen Kombispeicher zur Verfügung, die Heizwasser- und Warmwasserspeicher in einem Gerät vereinen. Bei den üblichen Modellen geschieht die Erwärmung über einen integrierten Wärmetauscher. Tank-in-Tank-Speicher besitzen zusätzlich einen kleineren Trinkwassereinsatz im Inneren, für besonders hohen Warmwasserkomfort.
Als Orientierungshilfe für die Speichergröße gelten: 80 bis 120 Liter für ein bis zwei Personen und 150 bis 200 Liter für drei bis vier Personen, je nach Duschverhalten auch mehr. Zentrale Systeme lassen sich zudem gut mit erneuerbaren Energien koppeln, z. B. über eine Luft/Wasser-Wärmepumpe oder eine große Solarthermieanlage, die im Sommer fast den kompletten Warmwasserbedarf übernimmt.
Bei dezentralen Systemen erzeugen Durchlauferhitzer oder kleine Boiler das Warmwasser direkt an der Entnahmestelle. Sie benötigen zwar wenig Installationsaufwand und verursachen kaum Verteilverluste, arbeiten aber aufgrund des hohen Strombedarfs weniger effizient. In kleinen Haushalten oder bei einzelnen Zapfstellen kann das dennoch sinnvoll sein, besonders, wenn Ökostrom oder Photovoltaik genutzt wird. Wichtig: Wer einen Durchlauferhitzer nachrüsten möchte, sollte vorher prüfen lassen, ob die Elektroinstallation dafür ausgelegt ist.
Was sollte ein Installateur-Betrieb prüfen? nach oben

Werden Wohnräume und damit auch Wasserleitungen nur selten oder nicht genutzt, kann das für die Trinkwasserhygiene gravierende Folgen haben. Denn sogenanntes Stagnationswasser und zu kaltes Warm- bzw. zu warmes Kaltwasser bieten ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien. Dem lässt sich durch den Trinkwasser-Check eines Fachbetriebs des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks entgegenwirken.
- Sind die Warmwassertemperaturen im gesamten System hygienisch ausreichend?
- Ist die Zirkulationspumpe korrekt eingestellt und richtig dimensioniert?
- Gibt es Wärmeverluste durch ungedämmte Leitungen oder veraltete Speicher?
- Funktioniert die Regelung korrekt, besonders bei Solarthermie oder PV-Nutzung?
- Arbeiten Speicher, Wärmepumpe und Frischwasserstation optimal zusammen?
Warmes Wasser dank Zirkulation nach oben
Eine Warmwasserzirkulation sorgt dafür, dass aus der Armatur sofort warmes Wasser fließt. Gut für den Komfort, der allerdings auch Energie kosten kann. Das Prinzip ist einfach: Parallel zur Warmwasserleitung verläuft eine zusätzliche Leitung, über die das abgekühlte Wasser mithilfe einer kleinen Pumpe zurück zum Speicher geführt wird. So bleibt das Warmwasser in Bewegung und steht ohne Wartezeit bereit. Problematisch wird es, wenn die Pumpe dauerhaft läuft, wie es bei älteren Anlagen häufig der Fall ist. Dann kühlen die Leitungen ständig aus, die Heizung muss regelmäßig nachladen und der Energieverbrauch steigt. Moderne Pumpen arbeiten deutlich effizienter. Sie lassen sich zeit- oder temperaturgeführt betreiben – manche Varianten nutzen Temperatur- oder Strömungssensoren, andere orientieren sich an typischen Zapfzeiten oder werden über Bewegungsmelder im Bad ausgelöst. Auf diese Weise steht warmes Wasser weiterhin sofort zur Verfügung, die Laufzeiten der Pumpe bleiben aber auf das notwendige Maß begrenzt. Fachbetriebe berichten, dass falsch eingestellte Zirkulationspumpen zu den häufigsten vermeidbaren Energieverlusten im Einfamilienhaus zählen. Ein einmaliger Check durch einen Fachbetrieb reicht oft schon, um den Verbrauch spürbar zu senken, ohne Einbußen beim Komfort zu haben.
Auch Rohrleitungen geben immer etwas Wärme ab: Selbst gut gedämmte Leitungen verlieren rund acht bis zehn Watt pro Meter, das entspricht im Jahr 70 bis 88 kWh pro Meter Rohr. Schlechte Dämmung treibt diesen Wert nochmals deutlich nach oben. Schon einfache Dämmmaßnahmen an frei zugänglichen Leitungen bringen spürbare Einsparungen und lassen sich meist leicht selbst umsetzen. Auch Speicher verlieren Wärme. Moderne Geräte der Effizienzklasse A punkten hier klar.
Warmwasser-Wärmepumpen: eine clevere Ergänzung nach oben
Eine weitere Option ist der Einsatz einer separaten Warmwasser-Wärmepumpe. Diese haben sich in den letzten Jahren zu einer spannenden Möglichkeit für Einfamilienhäuser entwickelt: Die Geräte nutzen die Energie der Umgebungsluft, um das Trinkwasser zu erwärmen, und arbeiten unabhängig von der Heizungsanlage. Moderne Modelle erreichen problemlos 60 bis 65 °C und eignen sich ideal für Häuser, in denen die Hauptheizung nicht erneuert werden soll. Mit einer vorhandenen Photovoltaikanlage wird der Betrieb besonders günstig, da ein Teil des benötigten Stroms selbst erzeugt werden kann. Gerade im Bestand, wo der Einbau einer großen Heizungswärmepumpe oft schwierig ist, bieten Warmwasser-Wärmepumpen eine einfache und effiziente Alternative.
Solarthermie: Wärme direkt von der Sonne nach oben
Solarthermieanlagen gehören zu den effizientesten Methoden der Warmwasserbereitung. Die Funktionsweise: Kollektoren auf dem Dach erwärmen eine Wärmeträgerflüssigkeit, die ihre Energie an den Speicher abgibt. In den Sommermonaten können solarthermische Anlagen nahezu den gesamten Warmwasserbedarf decken. Auch im Frühjahr und Herbst reduziert die Son Wichtig sind geeignete Dachflächen und ein ausreichend dimensionierter Speicher. Haushaltsgeräte wie Spül- oder Waschmaschinen können, sofern technisch möglich, ebenfalls an das zentrale Warmwassersystem angeschlossen werden, um Solarwärme optimal zu nutzen. So lassen sich solare Überschüsse sinnvoll verwerten, statt sie ungenutzt im Speicher „verpuffen“ zu lassen.
Power-to-Heat: Warmwasser aus eigenem Solarstrom nach oben

Photovoltaikanlagen erzeugen oft mehr Strom als gerade benötigt wird. Statt ihn für niedrige Vergütungen einzuspeisen, kann ein Heizstab die Überschüsse direkt in Wärme umwandeln. Ein Praxisbeispiel: Ein Einfamilienhaus mit zehn Kilowattpeak erzeugt an sonnigen Sommertagen deutliche Stromüberschüsse. Statt diese ungenutzt ins Netz abzugeben, erwärmt der Heizstab den Speicher. Die Heizung bleibt ausgeschaltet und das Warmwasser ist „Sonnenwasser“. Selbst im Winter lassen sich kurze Phasen intensiver Sonneneinstrahlung nutzen, um die Wärmepumpe oder den Heizkessel zu entlasten. Power-to-Heat ist weniger effizient als Solarthermie, punktet aber durch geringe Kosten und einfache Nachrüstung, ideal für Haushalte, die bereits eine PV-Anlage besitzen.
Welche Technik am besten zu Ihrem Haus passt, hängt auch immer von Ihrem eigenen Verbrauchsverhalten ab. Klar ist jedoch: Die Möglichkeiten, Warmwasser effizient zu erzeugen, sind heute größer denn je. Wer die Anlage regelmäßig prüfen lässt und aufeinander abgestimmte Komponenten nutzt, kann seinen Energieverbrauch dauerhaft senken, ohne auf Komfort zu verzichten.
Was ist eine Hybridheizung? nach oben

Eine Hybridheizung kombiniert konventionelle und regenerative Heiztechnologien in einem System. Dadurch ermöglicht sie eine zuverlässige und flexible Wärmeversorgung. Herzstück eines hybriden Systems ist ein zentraler Wärmespeicher, in den beispielsweise eine Brennwertheizung, eine Wärmepumpe, eine Solarthermieanlage oder ein wasserführender Kaminofen Wärme einspeisen.
„Systeme müssen miteinander sprechen“ nach oben
Viele Eigentümer überlegen, ob künftig Kombinationen aus Photovoltaik, Wärmepumpe und Speicher sinnvoll sind. Wohin entwickelt sich die Warmwassertechnik im Einfamilienhaus und worauf sollte man bei Modernisierungen achten? Wir haben mit Arkadij Damm, Produktmanager Wärme bei Solarwatt (www.solarwatt.de), gesprochen:
Familienheim und Garten: Viele Hausbesitzende verwechseln Photovoltaik und Solarthermie. Können Sie kurz erklären, welche Rolle Photovoltaik bei der Warmwasserbereitung überhaupt spielt?
Arkadij Damm: Photovoltaik und Solarthermie werden gerne verwechselt, weil die Systeme auf den Dächern recht ähnlich aussehen. Grundsätzlich wird bei Photovoltaik die Kraft der Sonne in elektrische Energie umgewandelt und bei Solarthermie entsprechend in Wärme. Photovoltaik wird seit einigen Jahren für die Warmwasseraufbereitung immer wichtiger, weil die Preise der Solarmodule und Speicher immer weiter gesunken sind – anders als bei der Solarthermie, wo die Preise eher stabil bleiben. Photovoltaik ist also mittlerweile deutlich wirtschaftlicher. Dazu kommt, dass man die elektrische Energie eben nicht nur für die Erzeugung von Wärme über einen Heizstab oder eine Wärmepumpe einsetzen kann, sondern natürlich auch für den Hausstrom oder das Laden eines Elektroautos. Photovoltaik ist also deutlich vielseitiger einsetzbar und technisch auch besser regelbar.
Für ältere Einfamilienhäuser stellt sich oft die Frage: Lässt sich ein vorhandenes System, etwa eine Gas- oder Ölheizung, sinnvoll mit PV-Strom zur Warmwasserbereitung kombinieren?
Der einfachste Weg ist, den bestehenden Warmwasserboiler mit einem Heizstab zu ergänzen, der mit PV-Strom betrieben wird. Der wird einfach in den Boiler eingeschraubt und angeschlossen. Das geht verhältnismäßig schnell und ist wirtschaftlich sehr attraktiv. Wer noch effizienter sein will und vielleicht schon in Richtung einer regenerativen Zukunft planen möchte, der kann eine Öl- oder Gasheizung auch mit einer Warmwasser-Wärmepumpe ergänzen, die dann die Warmwasseraufbereitung übernimmt. Der nächste Schritt wäre dann, die fossile Heizung vollständig durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Diese würde dann auch das Heizen mitübernehmen. Oder man entscheidet sich gleich für eine Wärmepumpe die direkt die Heizungs- und Warmwasseraufbereitung übernimmt.
Welche Temperaturen sind im Einfamilienhaus wirklich notwendig, damit Warmwasser sicher bleibt – ohne Legionellen – und wo lauern typische Fehler, die man bei der Temperaturführung vermeiden sollte?
Legionellen breiten sich besonders in einem Temperaturumfeld von 20 bis etwa 45 °C aus. Im Einfamilienhaus sollte man also mindestens 50 °C bei regelmäßiger Wasserentnahme vorhalten, um das zu verhindern – und das ist mit PV-Strom und Heizstab bzw. PV-Strom und Wärmepumpe absolut gegeben. Da gibt es keine Einschränkungen.
Typische Fehler sind beispielsweise zu große Speicher, die ungenutzt bleiben. Oder stagnierende bzw. selten genutzte Wasserleitungen, die dann sukzessive auskühlen, wie beispielsweise in einem Ferienhaus. Hier sollten die Systeme regelmäßig auf mindestens 60 °C erhitzt werden, damit die Bildung oder Vermehrung von Legionellen verhindert wird.
Viele Häuser verlieren unnötig Wärme über schlecht gedämmte Speicher und Leitungen. Woran erkennt man, ob die Dämmung im eigenen Einfamilienhaus ausreicht und wo liegen erfahrungsgemäß die größten Einsparpotenziale?
Das größte Problem sind in der Regel schlecht gedämmte Warmwasser- und Heizungsleitungen sowie deren Armaturen. Besonders in älteren Bestandsgebäuden mit kaltem Kelleraufstellraum ist der Energieverlust erhöht. Wenn sich der Heizungsraum selbst ohne eigene Heizung zu warm anfühlt, ist das in der Regel ein erstes Zeichen dafür, dass Optimierungsmaßnahmen an den Rohrleitungen vorzunehmen sind. Je nach Rohrdurchmesser sollten die Rohrleitungen im Einfamilienhausbereich mindestens 20 bis 30 Millimeter Dämmdicke bei bestimmten Dämmeigenschaften haben – das ist auch im Gebäudeenergiegesetz ausführlicher beschrieben. Das beschränkt dann den Energieverlust und macht sich je nach Umfang der Dämmarbeiten im Laufe der Zeit auch in geringeren Heizkosten bemerkbar. Aber auch jedes Grad Celsius, was Hausbesitzer ohne Komfortverlust in der Warmwasser- oder der Heizungsbereitung einsparen können, bringt am Ende über die Zeit eine Kostenersparnis.
Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung gelten als effizient. In welchen Fällen ist eine Warmwasser-Wärmepumpe in Verbindung mit Photovoltaik besonders sinnvoll?
Besonders in feucht-warmen Milieus macht eine Warmwasser-Wärmepumpe Sinn, weil sie die Umgebungswärme und auch Abwärme von technischen Geräten als Quelle verwendet. Eine Wärmepumpe erzeugt dann nicht nur warmes Wasser, sondern entzieht dem Raum so auch Feuchtigkeit. Grundsätzlich ist es natürlich der beste Weg, wenn man die Wärmepumpe in Kombination mit der PV-Anlage nicht nur für die Aufbereitung von warmem Wasser, sondern auch gleich für die Heizung nutzt. Das lohnt sich nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern ist auch gut für die Umwelt.
Welche technischen Voraussetzungen müssen ältere Häuser erfüllen, um Warmwasser „solar“ über PV-Strom zu erzeugen? Muss man mit größeren Umbauten rechnen?
Das kommt darauf an, auf welchen Pfad sich ein Hausbesitzer begibt. Wie schon erwähnt, ist die Installation eines PV-Heizstabs im Vergleich zu anderen Optionen kein großer Aufwand, sofern der Anschluss dafür vorhanden ist. Bei der Installation einer außen aufgestellten Wärmepumpe fallen dagegen schon größere Umbauten an. In den meisten Fällen muss der Warmwasserspeicher der Öl- oder Gasheizung ausgebaut werden und durch einen für Wärmepumpen geeigneten Warmwasserspeicher ersetzt werden. Bei einer Warmwasser-Wärmepumpe, die man innen aufstellt, hat man meist die Wärmepumpe und den Warmwasserspeicher schon in einem Gerät integriert. Dann müssen die Rohre wieder an das bestehende Wasserrohrnetz im Haus angebunden werden.
Viele überlegen, ob künftig Kombinationen sinnvoll sind, zum Beispiel PV plus Wärmepumpe plus Speicher. Wohin entwickelt sich die Warmwassertechnik im Einfamilienhaus Ihrer Einschätzung nach, und worauf sollten wir bei Modernisierungen besonders achten?
Ganz grundsätzlich führt derzeit an einem regenerativen Heizungssystem inklusive Warmwasser kaum noch ein Weg vorbei – und die Basis ist eine PV-Anlage, die den Strom dafür liefert. Bei einem solchen sektorengekoppelten System ist ein intelligenter Energiemanager entscheidend, der die Energieflüsse im Haushalt steuert und den PV-Strom dort einsetzt, wo er gerade benötigt wird. Unser „Solarwatt“-Manager sorgt beispielsweise dafür, dass die Wärmepumpe zu jeder Zeit mit einem möglichst hohen Anteil an günstigem Sonnenstrom vom Hausdach betrieben wird. Dafür spielt dann auch ein Speicher eine wichtige Rolle, der den tagsüber erzeugten Strom für die Abend- und Nachtstunden zwischenspeichert. Das erhöht die Einsparungen für Strom und Wärme noch mal deutlich.
Was spart man realistisch ein? Haben Sie ein Beispiel?
Wir haben letzten Herbst eine umfangreiche Analyse zu diesem Thema durchgeführt, die auf den durchschnittlichen Verbrauchszahlen eines typischen Vier-Personen-Haushaltes in einem Einfamilienhaus in Deutschland basiert. Hausbesitzende können über den Jahresverlauf mehr als 70 Prozent ihrer Kosten einsparen, wenn sie eine Wärmepumpe hauptsächlich mit eigenem PV-Strom betreiben und zusätzlich einen dynamischen Stromtarif verwenden. Ein solches sektorengekoppeltes Heiz- und Energiesystem amortisiert sich bereits nach etwas mehr als zehn Jahren, es wird aber bei Auswahl der richtigen Komponenten problemlos mehr als 25 Jahre ihren Dienst tun.
Unser Interviewpartner nach oben

Das europaweit tätige Unternehmen Solarwatt ermöglicht Eigenheim- und Gewerbebesitzenden die effiziente Eigenversorgung mit Solarstrom, nachhaltiger Wärme und Elektromobilität und steht den Kunden dabei als starker regionaler Partner zur Seite. Solarwatt deckt die gesamte Kette von Produktion der Komponenten über Planung und Installation bis hin zur Betreuung und Wartung an vielen hundert Standorten in Deutschland ab.