Gartenschätze: Trockenkünstler im Beet

Einleitung

Juli 2024 Heiße Sommer sind für Pflanzen eine Herausforderung. Wir stellen Ihnen ein paar robuste Arten vor, die kein Problem mit trockenen Böden haben und für die kein großer Gießaufwand notwendig ist.

Mädchenauge

Mädchenauge nach oben

Wie viele kleine Sonnen erstrahlen die goldgelben Körbchenblüten des Nadelblättrigen Mädchenauges (Coreopsis verticillata) den ganzen Sommer lang, genauer gesagt von Juni bis September, im Beet. Die Staude, ursprünglich aus Nordamerika stammend, wird 30 bis 70 cm hoch. Auch die feinen gefiederten Blätter sehen hübsch aus und bieten wenig Verdunstungsfläche. Außer sandige Böden verträgt sie alle Standorte, Hauptsache es ist ein Platz in der Sonne. Gleich nach der Blüte kann man sie zurückschneiden. Ansonsten ist das Mädchenauge pflegeleicht und robust.

Purpur-Witwenblume nach oben

Purpur-Witwenblume

Diese reich und lange blühende Wildstaude eignet sich für sonnige bis absonnige Rabatten mit „wildem Charakter“, für Steppenpflanzungen sowie Blumenwiesen. Sie mag einen sandigen, durchlässigen Boden. Von Juli bis September zeigen sich die weinroten Blütenköpfchen der Purpur-Witwenblume (Knautia macedonica), auch Rote Witwenblume genannt. Die Blüten werden gerne von Schmetterlingen und anderen Insekten besucht. Sie stehen auf langen, filigranen Stängeln über dem Laub und sind auch in der Vase gut haltbar. Die Staude erreicht eine Höhe von 60 bis 100 cm.

Katzenminze nach oben

Katzenminze

Dass die aromatisch duftenden, graugrünen Blätter Katzen magisch anziehen, verlieh der sonnenliebenden Katzenminze (Nepeta × faassenii) ihren Namen. Es kann vorkommen, dass sich ein Stubentiger aufgrund des Geruchs wohlig darin wälzt. Aber das macht der problemlos wachsenden Staude nichts aus. Sie mag volle Sonne, warm sowie durchlässige Böden. Mit einer Blütezeit von Mai bis September gehört auch sie zu den Dauerblühern und zeigt zuverlässig ihre lavendelblauen Lippenblüten, auf die Hummeln und andere Insekten fliegen. Mit 30 cm Höhe ist sie ein guter Lückenfüller.

Perlkörbchen nach oben

Perlkörbchen

Die kleinen, weißen Puschelblütchen des Perlkörbchens (Anaphalis triplinervis) erscheinen von Juli bis Oktober. Zusammen mit den dicht beblätterten Stielen ergibt sich ein buschiges Erscheinungsbild mit einer Wuchshöhe von 30 bis 40 cm. Ursprünglich stammt die Staude aus Tibet und dem Himalaya, wo sie auf trockenen Grashängen und Steinschuttflächen wächst. Deshalb bevorzugt sie auch bei uns einen sonnigen und trockenen Platz mit durchlässigem Boden. Die graugrünen lanzettlichen Blätter sind wollig behaart – ein natürlicher und hübscher Verdunstungsschutz.

Balkan-Bärenklau nach oben

Balkan-Bärenklau

Diese circa ein Meter hohe Staude wirkt mit ihren auffälligen traubenförmigen Blüten (Juni bis August) nicht nur eindrucksvoll, sondern ist pflegeleicht und robust. Der Blütenstand ist auch nach der Blütezeit hübsch und darf gerne über Winter stehen bleiben. Dank des dicken Stiels eignet sich Balkan-Bärenklau zum Schnitt für die Vase. Attraktiv sehen zudem die ornamentalen, fiederteiligen Blätter aus. Wie der Name schon sagt, stammt der Balkan-Bärenklau (Acanthus hungaricus) vom Balkan und mag im Garten einen halbschattigen Platz, verträgt aber auch Sonne.

Spanisches Gänseblümchen nach oben

Spanisches Gänseblümchen

Ob im Steingarten, am vorderen Rand der Staudenrabatte oder auf einer Trockenmauer – die weißen und im Verblühen rosafarbenen Blüten des Spanischen Gänseblümchens (Erigeron karvinskianus, z. B. Sorte ‘Blütenmeer’) sind einfach zauberhaft. Von Mai bis Ende Oktober verbreiten die polsterbildenden Pflanzen wild-romantische Stimmung und sind dabei ganz genügsam. Die Pflanze selbst ist nicht so langlebig, aber ausbreitungsfreudig durch Selbstaussaat. Sie kann sich selbst in kleinen Ritzen und Fugen ansiedeln. Sie braucht nur einen vollsonnigen Standort auf gut durchlässigem Boden.

Steinquendel nach oben

Steinquendel

An den zierlichen, duftenden Blüten des Steinquendels (Calamintha nepeta ssp. nepeta) erfreuen nicht nur wir uns, sondern auch zahlreiche Insekten, die die feintriebigen Horste umschwirren. Der Blütenschleier, bestehend aus weißen bis violettblauen Lippenblüten, zeigt sich ab Juli und endet oft erst im September oder Oktober. Steinquendel, auch Bergminze genannt, braucht einen durchlässigen, kargen Boden und Sonne. Mit 40 bis 50 cm Wuchshöhe passt die Staude gut in Rabatten und an Beetränder, fühlt sich aber auch auf Mauerkanten, in Steingärten oder in Gefäßen wohl.

Rote Spornblume nach oben

Rote Spornblume

Aus Südeuropa stammt die Rote Spornblume (Centranthus ruber), die bei uns mehrjährig, robust und winterhart ist. Die rötlichen Blüten sind nur wenige Millimeter groß, stehen aber in reichhaltigen Blütenständen. Typisch sind die Sporne an den Kronen. Es gibt auch Zuchtformen mit anderen Farben. Die 50 bis 80 cm hohe Staude bevorzugt einen warmen und sonnigen bis halbschattigen Standort mit viel Kalk. Sie blüht von März bis September, eignet sich für Beete und Rabatten und siedelt sich sogar in Mauerritzen an. Wer die Ausbreitung verhindern möchte, entfernt die Samen vor der Reife.

Bartblume nach oben

Bartblume

Als pflegeleicht und genügsam gilt die circa ein Meter hohe Bartblume (Caryopteris clandonensis), die noch bis Oktober ihre leuchtend blauen Blüten zeigt. Der Halbstrauch ist somit eine späte Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Die aromatisch duftenden, dunkelgrünen Blätter werden im Winter abgeworfen. Ein kräftiger Rückschnitt wird dann im Frühjahr benötigt. Das Einkürzen der Triebe auf 15 bis 20 cm sorgt für starke neue Triebe, die reichlich Knospen bilden. Für den Standort gilt: Je mehr Sonne, desto besser. Bevorzugt wird ein durchlässiger und trockener Boden.

Buch-Tipps nach oben

Buch-Tipp: Trockenhelden – Naturnah gärtnern ohne gießen

Je heißer und trockener die Sommer werden, desto mehr sind ressourcenschonende Gärten gefragt mit Pflanzen, die wenig Wasser brauchen. Simone Kern stellt die besten Hitzekünstler vor: Stauden, Zwiebelblumen, Sträucher und Bäume für wunderschöne naturnahe Gärten. Sie stammen zum Teil aus anderen Kontinenten, sind aber stets pflegeleicht und viele von ihnen auch insektenfreundlich. Inspirierende Gestaltungsvorschläge zeigen die schönsten Kombinationen, begleitet von Einkaufslisten sowie Tipps zu Planung, Anlage und Pflege der Beete.

Simone Kern
Trockenhelden – Naturnah gärtnern ohne gießen
128 Seiten, Paperback
2021, Kosmos Verlag, 20 Euro
ISBN 978-3-4401-7088-5


Buch-Tipp: Trockenhelden im Gemüsebeet – So überlebt dein Nutzgarten in trockenen Zeiten

Eigenes Gemüse sowie Obst und Kräuter trotz Trockenheit und Hitze? Gartenbauingenieurin, Expertin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Ortrud Grieb gibt in ihrem neuen Buch wertvolle Praxistipps, die dabei helfen, den eigenen Garten resistenter gegen Trockenheit zu machen. Ihre Bewässerungsmaßnahmen und Pflegetipps reduzieren nicht nur den Wasserbedarf von Nutzpflanzen, sondern bewahren die Bodenfeuchtigkeit und schonen die Ressourcen. Ausgewählte Pflanzempfehlungen machen den Nutzgarten fit für die Zukunft mit Klimawandel.

Ortrud Grieb
Trockenhelden im Gemüsebeet – So überlebt dein Nutzgarten in trockenen Zeiten
128 Seiten, Paperback
2024, Kosmos Verlag, 20 Euro
ISBN 978-3-4401-7880-5

Walzen-Wolfsmilch nach oben

Walzen-Wolfsmilch

Eine besondere Erscheinung ist die polsterbildende Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites). Ihre blaugrünen, sukkulenten Blätter stehen dicht-walzenförmig an den Stängeln. Sie bleibt niedrig, 15 bis 25 cm, aber mit langen Trieben, die eher in die Breite wachsen. Im Mai/Juni erscheinen gelbe Blüten. Sie liebt einen sonnigen Platz mit trockenem, kalkhaltigem Boden und ist perfekt für den Steingarten. Auch andere Wolfsmilcharten wie Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) oder Mandelblättrige Purpur-Wolfsmilch (E. amygdaloides ‘Purpurea’) kommen mit Trockenheit zurecht.

Gräser nach oben

Blaugras

Ob als schopfartige Büschel oder straff aufrecht wachsend – Gräser bringen weitere Strukturen und Abwechslung in ein Beet. Sonne vertragen zum Beispiel das Blaugras (Sesleria caerulea, siehe Foto), das circa 30 cm hohe Polster bildet oder der Blauschwingel (Festuca glauca) mit silbrig graublauen Blättern und kugeligem Wuchs. Das Riesenfedergras (Stipa gigantea) sorgt mit langen fedrigen Blättern und Blüten und einer Wuchshöhe bis 200 cm für Aufsehen, die Sorte ‘Goldfontäne’ erreicht sogar 250 cm. Das Echte Federgras (Stipa pennata) wird nur 25 bis 50 cm hoch.

Zier-Lauch nach oben

Kugelköpfiger Lauch

Die meisten Zwiebelpflanzen kommen gut mit Trockenheit zurecht, bei zu viel Feuchtigkeit im Boden besteht sogar die Gefahr, dass sie faulen. Im Sommer trumpft die Gruppe der Zier-Lauche auf. Dank vieler Arten und Sorten mit unterschiedlichen Blühzeiten kann man über einen langen Zeitraum die auffälligen Blüten in Lila, Purpur oder Weiß im Beet tanzen lassen. Der Kugelköpfige Lauch (Allium sphaerocephalon, siehe Foto) bildet zum Beispiel von Juni bis August leicht eiförmige Blüten, während Allium ‘Globemaster’ mit runden, rosavioletten Blütenköpfen mit bis zu 25 cm Durchmesser auffällt.

Thüringer Strauchpappel nach oben

Thüringer Strauchpappel

Mit einer Wuchshöhe von 120 bis 150 cm macht diese robuste, pflegeleichte und heimische Wildstaude ordentlich Eindruck. Von Juli bis September/Oktober erscheinen die hübschen hellrosa Schalenblüten. Ein sonniger Platz in einer naturnahen Pflanzung mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden ist genau das Richtige für Lavatera thuringiaca. Diese Art der Buschmalven eignet sich perfekt für raue Gegenden, da sie eine gute Winterhärte besitzt. Von den zahlreichen Lavatera-Hybriden, die zum Teil noch höher werden, sind dagegen nicht alle in jeder Region ausreichend winterhart.

  • Gartenschätze: Hitzeschutz: Heiße Tage, kühle Gärten