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Gartenberatung: Gekommen, um zu bleiben: Die Tigermücke

Einleitung

Januar 2026 Bedingt durch den weltweiten Handel und steigende Temperaturen breiten sich neue Tierarten auch bei uns aus. In diesem Jahr beobachtet unser Gartenberater aus BadenWürttemberg Sven Görlitz eine starke Zunahme der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus).

Die asiatische Tigermücke ist schwarz-weiß gestreift.

„Schade, unseren Garten konnten wir in diesem Sommer mit den kleinen Kindern eigentlich kaum nutzen.“ Solche Aussagen, wie von einer Familie aus Freiburg, bekomme ich in letzter Zeit öfter zu hören. In den vergangenen Jahren konnte man viel über die Ausbreitung der Tigermücke lesen, aber die tatsächlichen Auswirkungen bekommen wir erst jetzt zu spüren.

Die sehr kleine, aber auffallend schwarz-weiß gestreifte Tigermücke stammt ursprünglich aus Asien und wurde durch den internationalen Warenverkehr weltweit verschleppt. Inzwischen gibt es stabile Populationen in mehreren Gebieten Deutschlands. Sie gilt als Überträgerin verschiedener Krankheiten wie Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus. Das Risiko einer Erkrankung ist in Deutschland derzeit noch sehr gering. Ein großes Problem in Gebieten mit Tigermückenpopulationen ist jedoch ihre dauerhafte Präsenz im Garten: Während heimische Stechmücken vor allem dämmerungsaktiv sind, also morgens, abends und an schattigen Plätzen zustechen, ist die Tigermücke ganztägig aktiv und sehr penetrant bei ihren Stechattacken.

Flexible Quälgeister nach oben

Tigermücken sind sehr anpassungsfähig, was auch daran liegt, dass ihre Eier sogar längere Trockenphasen unbeschadet überstehen. Auch kurze Frostperioden überdauern sie, das begünstigt die dauerhafte Ansiedlung in wintermilden Gebieten.

Zur Eiablage genügen bereits kleinste Wasserstellen wie Regentonnen, Untersetzer, Vogeltränken, Gießkannen – aber auch Wasseransammlungen in Dachrinnen, Hofabläufen, Poolabdeckungen oder alten Autoreifen. Die Weibchen legen ihre Eier knapp oberhalb des Wasserspiegels ab; erst wenn dieser steigt, schlüpfen die Larven. Im Wasser entwickeln sie sich innerhalb von sieben bis 20 Tagen. Anschließend begeben sich die Weibchen wieder auf die Suche nach einer Blutmahlzeit, die sie für die Bildung neuer Eier benötigen. Ein Weibchen kann in ihrer Lebenszeit über 300 Eier ablegen.

Was können wir tun? nach oben

Die Tigermücke ist ein schlechter Flieger mit einem Aktionsradius von nur etwa 100 bis 200 Metern. Brutstätten befinden sich also meist in der unmittelbaren Umgebung. In Gebieten mit Tigermückenpopulationen sollten Sie aktiv werden:

  • Vermeiden Sie Wasserstellen in Eimern, alten Töpfen, Schubkarren, etc. Dachrinnen sollten regelmäßig gereinigt werden.

  • Wassertonnen immer abdecken: Entweder mit einem mückensicheren Gitter oder – noch besser und vor allem kindersicher – Sie verwenden Tonnen mit Deckel und Auslasshahn.

  • Wasserstellen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger sind wichtig und sollten bereitgestellt werden. Aber: Erneuern Sie das Wasser mindestens einmal pro Woche.

  • Untersetzer regelmäßig kontrollieren, leeren und reinigen. Am Innenrand abgelegte Eier lassen sich mit heißem Wasser abtöten oder können abgebürstet werden.

  • Wo diese Maßnahmen nicht ausreichen, können Larven in Wassertonnen und Zisternen mit BTI-Produkten (Bacillus thuringiensis israelensis) abgetötet werden. Die Tabletten sind in Gartenmärkten erhältlich und werden teilweise von betroffenen Kommunen bereitgestellt.

Naturnahe Teiche sind meist keine Brutstätten, da dort genügend Fressfeinde der Larven leben. Kleine Wasserbecken und Zierteiche sollten sie dagegen regelmäßig auf Befall kontrollieren. Sollte die Tigermücke bei Ihnen zum ersten Mal auftreten, können Sie diese melden. Entsprechende regionale und überregionale Meldestellen finden Sie im Internet. Dort gibt es auch genaue Beschreibungen und ausführliche Bekämpfungshinweise. Bei einem massiven Auftreten ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen – nur so können Stechmückenplagen eingedämmt werden. Aktivieren Sie Ihre Nachbarn, Ihren Verein und wenden Sie sich an die Gemeinde.

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