Grüne Tipps: Grüne Tipps im Februar

Einleitung

Februar 2026 Die Gartenarbeit startet schon im Februar – darum sollten Sie alle Geräte gepflegt und einsatzbereit im Schuppen oder Keller bereithalten! Als erstes kommen gut geschärfte Scheren und Sägen zum Einsatz.

Die Wachsglocke ist eine eher seltene Schattenblume.

Jetzt ist die ideale Zeit für Gehölzrückschnitte. Ob Obst- oder Ziergehölze: In der Vegetationsruhe, die langsam ihrem Ende entgegengeht, lässt sich der Astverlauf in Bäumen und Sträuchern am besten erkennen und mittels Säge und Schere korrigieren. Selbst für den starken Rückschnitt, das „Auf-den-Stock-setzen“, ist nun Gelegenheit, denn noch hat kein Vogel seinen Nistplatz für die kommende Saison reserviert. Bis Ende Februar erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz das Absetzen bzw. kräftige Einkürzen von Gehölzen, zu denen auch zu groß und breit gewordene Hecken gehören. Beachten Sie bei Formschnitthecken, dass der Querschnitt konisch gehalten wird, die geschnittene Hecke also oben schmaler als unten ist. Damit erhält auch die untere Gehölzpartie genug Licht, verkahlt nicht und bleibt schön dicht. Voraussetzung für Schnittarbeiten im Garten ist frostfreies, trockenes Wetter mit Temperaturen ab etwa fünf Grad Celsius. Unter diesen Bedingungen trocknen die Schnittwunden schnell ab und stellen nicht allzu lange Eintrittspforten für Pilzsporen dar, die praktisch jederzeit unterwegs sind.

Schnitt von Obstgehölzen nach oben

Mitte bis Ende Februar sollte der Schnitt von Obstgehölzen, sowohl von Bäumen wie auch Sträuchern, erledigt werden. Johannis- und Stachelbeeren treiben schon früh aus und werden daher als erste geschnitten. Dabei entfernt man die ältesten (sogenannten vergreisten) Triebe, indem man sie knapp über dem Boden abschneidet bzw. absägt. Erkennbar sind sie an der dunkleren Rinde und an ihrer Triebdicke. Ein guter Ertrag ist zu erwarten, wenn nur fünf bis acht Bodentriebe stehen bleiben und der Strauch derart ausgelichtet seinen künftigen Beeren eine gute Besonnung ermöglicht. Ein erklärendes Video hierzu finden Sie hier: www.gartenberatung.de/on245599

Der Schnitt von Obstbäumen bereitet manchem Gartenfreund schlaflose Nächte. Aber das muss nicht sein. Wer ein paar wenige Grundsätze beachtet, kann so viel nicht falsch machen. Einer dieser Grundsätze ist, alle in die Krone hineinwachsenden Triebe sowie die steil nach oben wachsenden an ihrer Basis herauszunehmen. So gelangt schon mal viel Licht ins Kroneninnere. Dann schaut man, dass die Spitzen aller Triebe (sowohl der Äste wie auch der Zweige) wie bei einem Hühnerfuß so aussehen, dass die mittlere Zehe am längsten ist. Dafür kürzt man die seitlichen Triebe entsprechend ein. Die letzte Knospe eines jeden Triebes, die beim Schnitt stehen bleibt, soll immer aus der Krone herausweisen. So öffnet sich die Krone beim Wachsen und lässt viel Licht und Luft in den Baum und später an die reifenden Früchte. Schließlich werden sich reibende Triebe freigestellt, indem einer der beiden so weit zurückgeschnitten wird, dass sich diese nicht mehr berühren. Der Trieb, den man zurückschneidet, kann abgeleitet werden. Das bedeutet, er wird auf einen weiter unten wachsenden Seitenast zurückgeschnitten, der dann die sogenannte Astverlängerung übernimmt. Natürlich müssen auch alle kranken und eventuell gebrochenen Äste entfernt werden, indem bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten wird. Stummel sollten nie stehen bleiben, denn diese werden nur langsam von Rinde überwachsen und sind so offene Wunden am Gehölz. Das Beruhigende ist immer: Es wächst wieder, auch wenn mal etwas falsch geschnitten worden ist. Ein Schnittkurs, den die Gartenberatung unseres Verbands häufig anbietet, kann Sicherheit beim nächsten Einsatz geben (www.gartenberatung.de).

Folgenden Trick wendet man besonders bei Obstsorten an, die von Natur aus spät mit dem Ertrag beginnen, aber starkes Triebwachstum zeigen: Einjährige Langtriebe (junge dünne Äste) können zur Förderung der Blütenknospenbildung bis zur waagerechten Stellung vorsichtig heruntergebogen und am Stamm angebunden werden. Durch die Fixierung in dieser Position wird starkes Triebwachstum eingeschränkt, die Fruchtbildung jedoch angeregt.

Schnitt von Ziersträuchern nach oben

Gartenhibiscus erst später, etwa Ende März, zurückschneiden. Im Sommer blüht er wieder wunderschön!
Die azurblau blühende Säckelblume ist für den etwas späteren Rückschnitt, etwa ab Ende März, dankbar.

Auch manche Ziersträucher benötigen nun einen Rückschnitt, um ihre Blühfreudigkeit zu erhalten. Zu ihnen gehören alle Laubgehölzhecken, die verjüngt werden sollen, Lücken aufweisen oder blühfaul geworden sind. Starker Rückschnitt bewirkt starken Austrieb neuer Zweige, die wiederum üppiger blühen und durch regelmäßigen Schnitt zu dichten Hecken führen. Auch Laubgehölze, die erst im Sommer blühen, können jetzt schon zurückgeschnitten werden. Exemplarisch seien hier genannt: Roseneibisch (Hibiscus syriacus), Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata) und Strauch-Hortensie (Hydrangea arborescens), Sommerspieren (Spiraea bumalda, S. japonica) und die duftende Scheineller (Clethra alnifolia). Auch Wildrosen können jetzt mutig um ihre vergreisten Bodentriebe erleichtert werden, denn auch hier gilt: junge Triebe blühen reicher! Mit dem Rückschnitt von Bartblume (Caryopteris), Säckelblume (Ceanothus) und Sommerflieder (Buddleja) sollte noch etwas gewartet werden. Er sollte erst Ende März bis Mitte April erfolgen, da sie etwas empfindlicher sind.

Rund um die Bodenpflege nach oben

Gemüsebeete mit Vielfalt: Eine in Mischkultur angelegte Bepflanzung bringt Abwechslung.

Es tut dem Kompost gut, den Haufen im Winter einmal umzusetzen. Auch wenn die äußere Schicht gefroren ist, lohnt es, sie mit einer Spitzhacke aufzubrechen und die Schollen im Inneren des neu aufzuschichtenden Haufens locker aufzustapeln. Auf diese Weise erreicht man eine bessere Durchmischung und Durchlüftung der Stoffe im Kompost, was die Rotte entscheidend begünstigt. Bitte beachten, dass der Haufen nicht höher als ein Meter wird. Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Boden aufzutauen beginnen, wird der Kompost auf bestehende und neu anzulegende Beete sowie unter Hecken und Obstbäumen ausgebracht. Ob man ihn zuvor durch ein mehr oder weniger grobes Sieb wirft, hängt vom Anspruch des Gärtners an aufgeräumt wirkende Beete ab. Fein abgesiebtes Material ist für das Auge ansprechender. Man kann aber auch Halbverrottetes auf die Beete bringen, dies wird dann Flächenkompostierung genannt, und unter Hecken und Bäumen verteilen. Im Laufe der Zeit gelangen diese gröberen Bestandteile auch in die obere Bodenschicht und verrotten hier vollständig.

Humus ist die wertvollste Ressource des Gartenbodens. Boden und Pflanzen profitieren gleichermaßen und jederzeit davon. Bringen Sie nach Möglichkeit nur krankes Pflanzenmaterial aus dem Garten, alles andere darf im Garten bleiben und dem Kreislauf der Natur entsprechend wieder zu neuer Pflanzennahrung werden. Die Kompostgabe wird bei abgetrocknetem Boden mittels Grubber flach eingearbeitet, was zusätzlich seiner schnelleren Erwärmung zugutekommt.

Humusgabe – vorteilhaft für Schattenstauden nach oben

Eisenhut wird etwa alle fünf Jahre durch Teilen vermehrt.

Eine Schicht Kompost (oder auch nur teilweise verrottetes Laub) schützt empfindliche Pflanzen vor Spätfrost und dient gleichzeitig als wertvolle Nährstoffquelle. Im Frühjahr sorgt sie dafür, dass die krautigen Pflanzen wieder kräftig austreiben.

Diese Schatten-Stauden sind besonders dankbar für eine Humusgabe:

  • Anemone
  • Elfenblume (Epimedium)
  • Eisenhut (Aconitum)
  • Funkien (Hosta)
  • Haselwurz (Asarum)
  • Lungenkraut (Pulmonaria)
  • Maiglöckchen (Convallaria)
  • Prachtspiere
  • Tränendes Herz (Dicentra)
  • Waldmeister (Galium)
  • Wachsglocke (Kirengeshoma)
  • fast alle Farne

Staudenverjüngung durch Teilung nach oben

Jetzt, in der Vegetationsruhe, können überalterte und vergreiste Stauden geteilt werden. Die Teilung ist eine gängige Vermehrungsmethode, die vegetative Vermehrung genannt wird. Man wendet sie bei nicht durch Samen vermehrbaren Stauden an. Dabei gräbt man die Pflanzen mit einem Spaten großzügig aus und zerteilt sie samt Wurzeln in etwa faustgroße Stücke. Das abgestorbene Kraut wird auf fünf bis zehn Zentimeter heruntergeschnitten. Wieder eingepflanzt begründen diese jungen Teilstücke neue Stauden und blühen üppiger als zuvor. Stauden, die nach fünf bis sieben Jahren aufgenommen und geteilt werden sollten, sind beispielsweise:

  • Chrysanthemen (Chrysanthemum)
  • Gämswurz (Doronicum)
  • Indianernessel (Monarda-Hybriden)
  • Kissen-Aster (Aster dumosus)
  • Margeriten (Leucanthemum × superbum)
  • Nachtkerze (Oenothera tetragona)
  • Polstergrasnelke (Armeria maritima)
  • Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea)
  • Rittersporn (Delphinium-Hybriden)
  • Schafgarbe (Achillea)
  • Sonnenbraut (Helenium-Hybriden)
  • Steinbrech (Saxifraga arendsii-Hybriden)
  • Witwenblume (Scabiosa caucasica)

Start für Gemüse nach oben

Im ungeheizten Gewächshaus darf mit der Bodenbearbeitung begonnen werden. Das heißt Wässern und flaches Lockern, um die Erwärmung der obersten Schicht zu begünstigen. Gegen Ende des Monats kann auch ausgesät werden. Die Samen von Radieschen, Rettich, frühen Möhren mit kurzer Entwicklungszeit und Kopfsalat dürfen schon in den Boden. Dabei ist zu beachten, dass sie mit ausreichendem Abstand auszulegen sind. Über die erste Ernte des Jahres freut man sich besonders, stimmt’s?

Im Freiland, auf leichtem Boden, der sich schneller erwärmt als beispielsweise Lehmboden, und der gut mit Humus versorgt sein sollte, kann Ende Februar die Aussaat von Puff-Bohnen erfolgen. Sie vertragen nicht nur ein paar Minusgrade, bei einer frühen Aussaat ist auch der Ernteerfolg größer. Ebenso können Zwiebeln bei günstigen Witterungsverhältnissen schon Ende Februar gesät werden. Zum Schutz vor Zwiebel- und Möhrenfliegen empfiehlt es sich, diese beiden Gemüsearten nah beieinander anzubauen.

Wer selbst Tomaten und Paprika aus Samen vermehren möchte, kann Mitte bis Ende Februar mit der Aussaat beginnen. Auf der hellen Fensterbank bei Zimmertemperatur startet die Keimung unter einer aufgelegten Glasscheibe relativ zügig. Wenn nach den Keimblättern das erste Laubblatt erscheint, ist Pikieren erforderlich. Am besten vereinzelt man so, dass sich nur eine Pflanze in einem Topf befindet. Auf diese Weise kann man sich das erneute Verpflanzen in einen größeren Anzuchttopf sparen und die Pflanze hat genug Licht und Platz, um sich gut zu entwickeln und nicht zu vergeilen. Nur die kräftigsten Jungpflanzen werden pikiert, alle schwachen und jene, die noch die Samenschale an den Keimblättern kleben haben, sollten verworfen werden.

Wenn genug Platz an hellen Fenstern vorhanden ist, kann man Kapuzinerkresse aussäen. Ihre jungen Blätter schmecken vorzüglich auf Brot und im Kräuterquark und liefern, frisch verzehrt, gesunde Inhaltsstoffe.

Weitere Anzuchttipps finden Sie hier: Zehn Tipps für eine erfolgreiche Aussaat.

  • Grüne Tipps: Gartentipps für den Winter: Ernten, schützen und vorbereiten