Küchengarten: Zehn Tipps für eine erfolgreiche Aussaat
Einleitung
Februar 2026 Im warmen Gewächshaus, auf der Fensterbank oder im Frühbeet können Sie jetzt mit den ersten Aussaaten von Blumen, Kräutern oder Gemüse starten. Wir geben Ihnen zehn wertvolle Tipps für eine erfolgreiche Anzucht an die Hand.

1. Der richtige Zeitpunkt nach oben
Jede Blumen- und Gemüseart hat eine ideale Aussaatzeit, die es zu beachten gilt. Sie ist auf den Saatguttüten vermerkt. Manche können ohne Probleme über einen Zeitraum von vielen Wochen ausgesät werden, für andere bleibt nur ein kurzes Zeitfenster. Durch eine Anzucht unter Glas, also im Haus oder warmen Gewächshaus, lassen sich viele Blumen und Gemüse schon deutlich früher anziehen als direkt im Freiland – sie blühen dadurch früher und sind zeitiger erntereif. Jetzt im Februar können Sie unter Glas erste Frühjahrs- und Sommerblumen aussäen, wie Horn-Veilchen, Petunien, Begonien oder andere Balkonblumen. Zeit wird es auch für wärmeliebende Gemüse wie Tomaten, Paprika, Chilis oder Auberginen. Draußen im Frühbeet können Sie mit ersten Salaten, Radieschen, Rettichen, Spinat oder Mangold starten.
2. Gute Erde nach oben
Im Gegensatz zu den fertigen Pflanzen brauchen die zarten Keimlinge noch keine großen Nährstoffgaben – im Gegenteil. Normale Blumenerde ist wegen des zu starken Düngergehalts nicht für die Aussaat geeignet, denn dies führt zu wenig standfesten, zu lang aufschießenden Pflanzen. Auch eigener Kompost könnte zu viele Nährstoffe enthalten – und zudem mit Bakterien und anderen Keimen belastet sein, die den Sämlingen schaden. Er sollte daher nur desinfiziert verwendet werden. Ideal ist dagegen eine schwach gedüngte, feinkrümelige und möglichst keimfreie Aussaat- oder Anzuchterde, die es überall im Handel zu kaufen gibt (zum Beispiel von Neudorff, Compo, Floragard). Sie fördert ein dichtes Wurzelwachstum und die Entwicklung von kräftigen, gesunden Jungpflanzen.
3. Sortenauswahl mit Bedacht nach oben
Greifen Sie im Saatgutregal nicht unbedingt zur günstigsten Sorte. Ein wenig mehr Geld für eine bessere Züchtung kann von Vorteil sein und Ihnen ein deutliches Mehr an Krankheitsresistenz, Ertrag und innerer Qualität bei Früchten bringen. Es lohnt sich daher, einen vergleichenden Blick auf die auf der Saatguttüte angegebenen Eigenschaften zu werfen. Wollen Sie von Ihren Pflanzen selbst Saatgut für das kommende Jahr ernten, müssen Sie auf samenfeste Sorten achten und auf F1-Züchtungen verzichten, denn diese spalten sich in der kommenden Generation gemäß den natürlichen Vererbungsregeln in Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften auf.
4. Die ideale Temperatur nach oben
Die richtige Aussaattemperatur trägt enorm zum Erfolg bei. Auch diese ist auf der Saatguttüte vermerkt. Fensterbänke sind häufig zu kalt, daher sollten Sie die Temperatur mit einem Thermometer am Standort kontrollieren. Notfalls wird der Platz gewechselt, zum Beispiel in die Nähe eines Heizkörpers. Weniger als die Zimmertemperatur von 18 bis 20 °C benötigen nur Salat (8 bis 15 °C) und Erdbeeren (14 bis 16 °C). 18 bis 20 °C eignen sich für Tomaten, Kohlarten, Fenchel, Kräuter oder Zucchini. Wärmebedürftiger sind Paprika und Auberginen (20 bis 22 °C). Im Gewächshaus werden diese Temperaturen nachts oft wesentlich unterschritten – daher sollten besonders wärmebedürftige Pflanzen zunächst im Haus angezogen werden.
5. Ausreichend Licht nach oben
Licht ist entscheidend für ein gutes Wachstum. Daher sollten Sie nicht zu früh aussäen, denn mit wachsender Tageslänge und Lichtintensität gibt es weniger Probleme. Aussaaten im Haus sollten Sie besser in unmittelbarer Nähe zum Fenster aufstellen. Im Februar reicht das natürliche Tageslicht jedoch meist noch nicht aus. Nachhelfen können Sie mit künstlichem Licht. Ideal dafür sind spezielle Pflanzenlampen, die es im Handel gibt. Diese helfen den Jungpflanzen in der dunklen Jahreszeit, sich schneller und gesünder zu entwickeln. Außerdem kommt es zu weniger Pilzkrankheiten.
6. Welche Aussaattöpfe? nach oben
Je nach Kultur eignen sich für die Aussaat verschiedene Gefäße wie Anzuchtschalen, Multitopfplatten oder Einzeltöpfe. Feinsamige Blumen wie Lobelien kommen besser in Schalen, während empfindliche Gemüsearten mit sensiblen Wurzeln – etwa Tomaten, Paprika, Kürbis und Zucchini – direkt in Einzeltöpfe oder biologisch abbaubare Presstöpfe gesät werden sollten. Auch selbst gemachte Töpfchen aus Zeitungspapier oder Eierpappen sind ideal und zugleich praktisch, weil sie später direkt mit der Pflanze ausgepflanzt werden können. Sie sollten nur stabil genug sein, um beim Gießen nicht durchzunässen.
7. Immer genug Feuchtigkeit nach oben
Direkt nach der Aussaat muss der ausgebrachte Samen mit feiner Brause angegossen werden. Danach darf die Saat auf keinen Fall austrocknen, sonst ist der Keimling gefährdet. Daher ist die Saatschale nach dem Besäen am besten unter einer Abdeckhaube oder in einem Zimmergewächshaus untergebracht. Ersatzweise – und dies ist nicht die schlechteste Lösung – können Sie die Saatschale auch in einen Plastikbeutel schieben, der transparent sein sollte und locker verschlossen wird.
Weiterer Vorteil: Die Glas- oder Folienabdeckungen schaffen ein eigenes Mikroklima, in dem es schnell einige Grad wärmer wird als im Freiland und die Luftfeuchtigkeit höher bleibt. Sofort nach dem Aufgang der Keimlinge sollte der Beutel entfernt werden, damit den Jungpflanzen genügend Luft und Licht zur Verfügung steht.
8. Auf die Aussaattiefe achten nach oben
Jede Pflanzenart hat eine ideale Saattiefe oder einen idealen Saatabstand zu anderen Pflanzen, die es zu beachten gilt. Diese sind auf der Saatguttüte vermerkt. Darüber hinaus gilt: Säen Sie lieber dünn statt dicht, damit sich die Sämlinge später leichter vereinzeln lassen und gut entwickeln.
9. Vereinzeln und Umtopfen nach oben

Stehen die Sämlinge zu eng beieinander, müssen sie vereinzelt werden – im Fachjargon auch Pikieren genannt. So entwickeln sich kräftige Wurzeln und stabile Stiele. Mit einem feinen Pikierstab werden dabei die kleinen Jungpflanzen vorsichtig mitsamt der zarten Wurzeln aus der Erde gehoben und in einen etwas größeren Topf umgesetzt. Dieser darf nun mit etwas nährstoffreicherer Erde gefüllt sein. Eine leicht kühlere Temperatur und viel Licht nach dem Pikieren sorgen dafür, dass die Pflanzen gedrungen und widerstandsfähig bleiben. Einfacher und schneller kommen Sie bei den meisten Gemüsen zu kräftigen Jungpflanzen, wenn Sie sich wie die Profigärtner das Pikieren sparen und stattdessen Topfplatten zur Aussaat verwenden. Geben Sie in jeden Topf zwei bis vier Samen und lassen Sie nach dem Aufgehen nur den jeweils kräftigsten Sämling weiterwachsen. Diese Methode verlangt etwas mehr Platz zu Anfang und mehr Saatgut, aber sie spart viel Arbeit und lässt die Pflanzen ungestört wachsen.
10. Abhärten nicht vergessen! nach oben

Bevor Gemüse- und Blumenpflanzen langfristig ins Beet oder auf den Balkon umziehen, sollten sie über ein bis zwei Wochen schrittweise abgehärtet werden. Stellen Sie sie dafür an sonnigen Tagen zunächst für kurze Zeit draußen in den Schatten oder öffnen sie im Gewächshaus bzw. Frühbeet die Lüftung. Später dürfen sie länger an der frischen Luft verweilen, damit sie sich an Wind, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen gewöhnen. So verbinden sich die Vorteile der geschützten Anzucht mit einer robusten Pflanzenstruktur, die im Freiland lange trägt und reich blüht.