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Gartenschätze: Die aktuellen Pflanzentrends in der Gartengestaltung

Einleitung

Juni 2026 Der Garten soll für uns Menschen ein grünes Zuhause sein. Damit er auch für Insekten und andere Tiere zum Lebensraum wird und uns mit Gemüse und Kräutern versorgt, darf das Wichtigste nicht fehlen – die Pflanzen. Wir zeigen Ihnen, welche Trends in diesem Jahr besonders beliebt sind.

Luftig-leicht und naturnah wirkt dieses Beet mit Patagonischem Eisenkraut, Zartem Federgras, Blaunessel und weißen Astern.
Zinnien sind farbenfrohe Sommerblumen, die einen sonnigen Platz im Beet brauchen. Ihre Blüten halten lange in der Vase.
Die in süd- und mitteleuropäischen Höhenlagen heimische Berg-Flockenbume ist eine Wildstaude, die gut in naturnahe Gärten passt.

Der insektenfreundliche Garten nach oben

Dieses Thema ist seit einigen Jahren im Fokus der Gartengestaltung und wird immer wichtiger. Wer seine Beete mit Stauden, Sträuchern, Einjährigen, Zweijährigen oder auch Zwiebelblumen bestückt, die viel Pollen und Nektar bieten, tut der Insektenwelt Gutes. Achten Sie bei der Pflanzenauswahl darauf, dass von Frühjahr bis zum Herbst immer nahrungsreiche Blüten vorhanden sind. Dabei sollte die Frage, ob ein Gewächs bei uns heimisch ist oder nicht, und deshalb gepflanzt werden „darf“ oder nicht, vor allem mit Blick auf die sich veränderten Klimaverhältnisse beantwortet werden: Einige heimische Pflanzen kommen mit den sich veränderten Klimaverhältnissen nicht gut zurecht, und dann können nicht heimische, die robuster sind, durchaus eine Alternative sein.

Viele der bei uns beliebten und häufig gepflanzten Arten hielten erst im 17. und 18. Jahrhundert Einzug in unsere Gärten. Zu der Zeit brachten Forscher und Botaniker von ihren Entdeckungsreisen viele dieser Pflanzen mit, etwa Thymian, Patagonisches Eisenkraut und Sonnenhut. Sie alle sind pollen- und nektarreich, also wertvoll für unsere heimische Insektenwelt.

Übrigens begann auch für die hierzulande so geliebte Kartoffel erst im 18. Jahrhundert die Karriere als Nutzpflanze. Zuvor war die durch spanische Seefahrer nach Europa gebrachte Knolle nur zur Zierde in den botanischen Gärten bekannt. Erst der Preußenkönig Friedrich II. machte ihren Anbau durch seinen berühmten Kartoffelbefehl von 1756 in der Bevölkerung populär und bekämpfte so Hungersnöte.

Mit einer Mischung aus altbewährten Gartenstauden und heimischen Wildstauden wie Wiesen-Schafgarbe, Kriechender Günsel, Berg-Flockenblume, Gewöhnlicher Natternkopf oder dem ausbreitungsfreudigen Gold-Felberich können Sie Ihren Garten zukunftssicher ausstatten. Auch der erfolgreiche Gartenfachbuchautor und ehemalige Präsident der Gesellschaft der Staudenfreunde e. V. Folko Kullmann findet die Mischung von heimischen und exotischen Pflanzen in der Gartengestaltung, besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels, vertretbar: „Generell brauchen wir in den Gärten der Zukunft noch viel mehr heimische Arten, um die Biodiversität zu fördern. Und wenn man diese noch mit ein paar passenden Exoten, die einen ähnlichen ökologischen Nutzen haben, ergänzt, wird aus einem Garten schnell ein attraktiver und artenreicher Bio-Hotspot. Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn manche Arten klimawandelbedingt ausfallen. Da wird es im Sortiment noch einige Veränderungen geben. Nicht alles, was früher problemlos wuchs, wird auch in den nächsten Jahren noch gedeihen.“

Beete, die Natürlichkeit ausstrahlen nach oben

Mit bunt gemischten, insektenfreundlichen Pflanzungen bekommt ihr Garten einen farbenfrohen, modernen Look. Überbordende, der Natur nachempfundene Beetgestaltungen sind im Trend. Verteilen Sie die Pflanzen so, dass das Beet wie zufällig – von der Natur selbst angelegt – erscheint. Hohe Stauden stehen neben niedrigen Stauden, die Pflanzen dürfen sich ineinander weben – das Beet soll wie ein wogendes Blütenmeer aussehen. An die Höhenstaffelung muss man sich in naturnahen Staudenbeeten nicht streng halten. Ein bisschen Gestaltung muss aber doch sein: So sollten sich kleine Gruppen mit den gleichen Stauden an verschiedenen Stellen im Beet wiederfinden. Diese Wiederholungen lassen ein Beet harmonisch und doch natürlich wirken. Außerdem geben kurzlebige Stauden, die sich durch Aussaat vermehren und so durchs Beet „wandern“, den Pflanzgemeinschaften jedes Jahr einen anderen Charakter – sie zaubern ein immer wieder neues Beetbild. Zu diesen blühenden Vagabunden gehören zum Beispiel Lichtnelken (Lychnis coronaria), Akeleien, Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis), Prachtkerzen (Gaura lindheimeri) und auch der heimische, giftige Fingerhut (Digitalis purpurea).

Der wärmeliebende Scheinsonnenhut ist im Hochsommer eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.
Mit einer Mischung aus einjährigen Sommerblumen und Stauden wird ein Garten zum Blütenparadies.

Solche bunt gemischte Staudenpflanzungen brauchen nicht viel Pflege: Im Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb, werden die abgestorbenen Pflanzenteile bodennah zurückgeschnitten. Den Winter über bleiben die Stängel, Blätter, Halme und Samenstände stehen, damit sie Insekten Unterschlupfmöglichkeiten bieten können. Außerdem sieht ein Staudenbeet auch in der Winterzeit – mit Raureif überzogen – einfach traumhaft aus! Wer schon im Herbst zur Gartenschere greift, verpasst dieses Naturschauspiel. Nach dem Rückschnitt im Frühjahr werden Kompost oder organischer Dünger verteilt und Stauden, die sich zu stark ausbreiten, mit dem Spaten abgestochen. Entstandene Lücken können Sie mit einjährigen Sommerblumen auffüllen.

Vagabundierende Stauden wie das zarte, violette ­Patagonische Eisenkraut, das sich hier durch ­eine ­Aster webt, sorgen für naturnahes Ambiente.
Die Samenmischung „Wunderwiese Duft“ enthält Blumen, die nur 30 bis 60 cm hoch werden – ideal auch für Pflanztöpfe (Keimzeit Saatgut).

Blumenwiese statt Rasen nach oben

Einer Rasenfläche können Sie zu mehr Artenvielfalt verhelfen, indem Sie sie in einen Kräuterrasen verwandeln oder durch eine Blumenwiese ersetzen. Wer nicht ganz auf Rasen verzichten möchte, wandelt nur Teilflächen in Kräuterrasen um, in dem er selten mäht und Wildpflanzen Platz einräumt. Sie können jedoch auch eine Blumenwiese aussäen, die aus vielen verschiedenen Arten besteht. Dazu sollte vorher jedoch der Rasen entfernt und der Boden mit Sand abgemagert werden.

Oft zeigen sich üppig blühende Blumenwiesenmischungen jedoch bereits nach dem ersten Standjahr nicht mehr so artenreich. Dann muss nachgesät werden. Wer eine langlebige, blühende Wiese anlegen möchte, sollte auf Saatgut zurückgreifen, das an das jeweilige regionale Klima angepasst ist. Es gibt zum Beispiel eine Wildblütenrasenmischung, die im Rahmen der Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (www.tausendegaerten.de) entwickelt wurde. Für Nord-, West-, Ost- und Süddeutschland können Sie sich eine passende Mischung mit gebietstypischen Arten aussuchen. Man braucht nach der Aussaat nur etwas Geduld: Mit ersten Blüten ist erst im zweiten Standjahr zu rechnen.

Eigene Blumen ernten nach oben

Strohblumen, Strandflieder und viele andere Sommerblumen eignen sich als Trockenblumen (Saatgut von www.joradahl.de).

Durch die Slowflower-Bewegung sind nachhaltig produzierte und giftfreie Schnittblumen immer beliebter geworden. Auch im eigenen Garten können Sie einjährige Sommerblumen aussäen, die sich für den Vasen- und Trockenblumenschnitt eignen. Bereits auf einer Fläche von nur zwei Quadratmetern lässt sich ein reich bestücktes Schnittblumenbeet anlegen.

Robuste Sommerblumen, die sich gut zum Vasenschnitt eignen sind zum Beispiel Zinnien, Kosmeen, Goldmohn, Löwenmäulchen, Ringelblumen und Sonnenblumen. Wer die Blüten trocknen möchte, der sät Strohblumen, Einjährigen Rittersporn, Wilde Möhre, Strandflieder, Sonnenflügel, Junger im Grünen (Nigella) oder auch das filigrane Hasenschwanzgras. Von den Nigella-Sorten werden die ballonförmigen Samenkapseln gern in Trockenblumenarrangements verwendet.

Wer vertikal gärtnern möchte bestückt Blumentreppen mit Gemüse und Kräutern oder pflanzt sein Lieblingsgemüse in Fassadenbegrünungssysteme, die mit einer automatischen Bewässerungsanlage ausgestattet sind.

Für pestizidfreie Blumensträuße: einfach einjährige Schnittblumen wie Löwenmäulchen und Kosmeen zwischen Stauden pflanzen.
Ernteglück auf kleinsten Raum: In etagenförmigen Hochbeeten finden Kräuter und kompakt wachsende Gemüsesorten Platz (home24).

Bezugsquellen nach oben

Stauden

  • Staudengärtnerei Gaißmayer, www.gaissmayer.de

Sommenblumensaatgut

Regionale Wildblütenrasenmischungen

Gemüsesamen

Vertikale Pflanzsysteme

  • Gartenschätze: Gartenmöbel kaufen: Tipps für Auswahl, Material und Pflege