Grüne Tipps: Grüne Tipps im November
Einleitung
November 2026 Im letzten Herbstmonat kommt die Natur zur Ruhe. Doch bevor der Garten in den Winterschlaf übergeht, gibt es noch einiges zu tun: Werkzeug pflegen, Laub sinnvoll nutzen, letzte Pflanzen setzen. Wer jetzt die richtigen Handgriffe erledigt, schafft die besten Voraussetzungen für das neue Gartenjahr.

An sonnigen Novembertagen wird draußen saubergemacht: das Werkzeug wird gereinigt, wenn nötig eingeölt und trocken weggestellt. Schneidgeräte und -maschinen sind zu inspizieren, zu reinigen und zu schärfen bzw. die Klingen auszutauschen sowie zu desinfizieren. Hierfür gibt es im Handel Spezialmittel. Sie können jedoch auch hochprozentigen Reinigungsalkohol, Spiritus oder Essigessenz verwenden. Die Metallteile legt man nach dem Säubern für gut zehn Minuten darin ein. Sogar in kochendem Wasser werden Klingen sterilisiert. Anschließend alles, was in Flüssigkeiten gereinigt wurde, gut trocknen lassen und schließlich alle Metallteile fetten. Dazu eignet sich beispielsweise Kettensägenöl oder ein umweltfreundliches Universalöl. Zum Schluss noch die Klingen schärfen und fertig ist das Schneidwerkzeug für die nächste Saison.
Nicht frostfrei verlegte Wasserleitungen, -hähne und -schläuche sollten nun entleert und trocken gelagert werden. Am besten geht das mit Hilfe eines Kompressors, aber auch leerlaufen lassen reicht schon aus.
Gewächshäuser bedürfen ab und zu einer gründlichen Reinigung. Nachdem Nutzpflanzen und Wildkräuter (auch hier überwintern Schädlinge) geräumt worden sind, putzt man sie mittels Bürste und einer milden Seifenlauge von innen und die Scheiben auch von außen. Zur Desinfektion kann zusätzlich im Innern noch Schwefel verbrannt werden.
Der Rasenmäher kommt noch einmal zum Einsatz, wenn das Gras länger als ungefähr sechs Zentimeter ist. Spätestens beim letzten Mähgang lässt sich das noch auf dem Rasen liegende Laub gleichzeitig zerkleinern und muss nicht noch abgeharkt werden. Gelangt danach weiteres Falllaub auf den Rasen, entfernen Sie es von dort und lagern es unter Hecken, Obststräuchern und auch auf Beeten. Besonders auf jenen Beeten, wo noch Wurzelgemüse wächst, tut die Laubdecke gut, weil es noch etwas länger wachsen kann. Auf diese Weise vor Frost geschützt, kann man es später problemlos aus dem Boden nehmen. Laub ist kostbar, es sollte immer im Garten verbleiben. Es schützt als Deckschicht den Boden und seine Bewohner vor Kahlfrösten, dient auf Haufen liegend Igeln als Winterquartier und bewahrt manche lieb gewordene Pflanze aus südlichen Gegenden vor dem Erfrieren in unserem Garten. Die zunehmend milderen Winter der letzten Jahre lassen sogar im Norden Deutschlands Pflanzen wie Lorbeer (Laurus nobilis), Feige (Ficus carica), eine Palme (Trachycarpus) sowie manche Bananenart (Musa) mit etwas Laubschutz im Wurzel- und unteren Stammbereich die kalte Jahreszeit gut überstehen. So wachsen im Laufe der Zeit kräftige Exemplare dieser exotischen Arten heran. Je älter eine Pflanze ist, desto besser wird ihre Frosttoleranz.
Spätestens nachdem Laub auf dem Komposthaufen oder in der Fläche mineralisiert, also abgebaut worden ist, kommt es den Pflanzen in der nächsten Wachstumssaison als natürliches Düngemittel zugute. Auf diese Weise werden Stoffkreisläufe geschlossen und gleichzeitig etwas Geld für zusätzlichen Dünger gespart. Sehr gute Pflanz- sowie Anzuchterde lässt sich übrigens mit Laubkompost selbst herstellen. Unser Beerenobst, überwiegend aus dem Wald stammend, ist für eine dauerhafte Mulchdecke aus Laub dankbar. Die darf über Winter gern dicker sein als sonst. Verschenken Sie also kein Laub mehr aus ihrem Garten, es sei denn, die Blätter sind von Krankheiten (Mehltau usw.) oder Schädlingen (z. B. Kastanienminiermotte) befallen. Nur in diesen Fällen gibt man es in die kommunale Entsorgung, wo sichergestellt ist, dass Rottetemperaturen von über 70 Grad Celsius sie abtöten.
Suchen Sie nun ebenfalls nach Gelegen von Nacktschnecken, wenn diese ein Problem in Ihrem Garten darstellen. Die kleinen milchigweißen bis gelblichen Kugeln von etwa drei Millimeter Durchmesser finden sich unter Holz, Steinen und in grobscholligen Bodenbereichen flach unter der Oberfläche.
Unser Gemüsegarten nach oben
Jetzt sind die Gemüsebeete weitgehend leer. Salatarten wie Feldsalat, Winterspinat, Tellerkraut (Claytonia) und eventuell Gartenkresse sowie Asia-Salate wachsen noch bei niedrigen Temperaturen nach. In milden Lagen übersteht auch Petersilie den Winter ganz gut, wenn sie z. B. so geschützt wird: Die Wände eines größeren Kartons werden um die Pflanze gestellt und der so entstandene Hohlraum mit einer etwa zehn Zentimeter starken Laubschüttung versehen. Mit einer lichtdurchlässigen Platte abgedeckt, entsteht auf diese Weise ein Kleinklima, das schützt und erntefrisches Grün bereithält. Bis auf Rosenkohl und Grünkohl sind alle anderen Kohlarten zu ernten. Wurzelgemüse unter einer satten Stroh- oder Laubschicht darf noch länger im Boden bleiben. Allerdings sollten auch sie bei Ankündigung einer längeren Frostperiode geborgen werden. Lieb gewordene Gewürzkräuter wie Zitronengras, Zitronenverbene und Ananassalbei überstehen den Winter bei uns im Freien nicht. Sie überdauern am besten in ausreichend großen Blumentöpfen und so hell wie möglich bei Temperaturen zwischen zwei und zwölf Grad Celsius im Haus. Andere mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei, Majoran, Oregano, Bohnenkraut und Rosmarin kommen auch bei uns ganz gut durch den Winter, wenn sie trocken auf kargem, wasserdurchlässigen Boden und in vollsonniger Lage stehen. Falls nötig, wenn die Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius fallen, hilft oft schon eine leichte Abdeckung aus Fichtenreisig oder Vlies, damit sie keinen Schaden nehmen. Und wenn doch einmal etwas zurückfriert, wird ein tiefer Rückschnitt nach dem Winter den Neuaustrieb wieder anregen.
Wollen Sie Rhabarber früher ernten? Dann sollten Sie im November die Wurzeln älterer Pflanzen vorsichtig aus dem Boden heben und in einer Kiste lagernd ein paar Wochen in den Schuppen stellen. Erst im Januar kommen sie in eine Box mit feuchtem Sand in den Keller. Zuvor brauchen die Wurzeln eine mehrwöchige Ruhephase bei weniger als zehn Grad Celsius, um ihr Kältebedürfnis zu befriedigen. Erhalten sie das nicht, wird nichts aus der Treiberei. Vorgetriebener Rhabarber schmeckt milder, da er weniger Oxalsäure enthält.
Unser Obstgarten nach oben

Die Kronen der Obstbäume sind nun auch kahl, nur ein paar Restfrüchte für Vögel hängen noch am Baum und vielleicht einige Fruchtmumien. Letzte müssen unbedingt gepflückt werden, wenn ein erneuter schneller und starker Befall mit Krankheitserregern in der nächsten Saison vermieden werden soll. Und auch unter den Bäumen müssen sie akribisch eingesammelt werden. Zum Entsorgen am besten wieder die kommunale Müllabfuhr nutzen. Auf dem heimischen Komposthaufen wird das Problem nur verlagert, nicht gelöst.
Wer seine Bäume vor Frostrissen schützen möchte, kann die Stämme nach dem Glätten der Rinde nun mit einem Weißanstrich versehen. Vor allem Kirsch-, Pflaumen- und Aprikosenbäume sprechen gut darauf an. Auch nach dem Winter schützt der Anstrich vor zu starker Sonneneinstrahlung auf der Südseite der Stämme. Insbesondere junge Bäume profitieren von diesem Schutz, ältere haben eine dickere Borke, die sie auf natürliche Weise vor Spannungsrissen bewahrt.
Lagerobst braucht Belüftung und wöchentliche Kontrolle. Auf diese Weise haben Sie lange frisches Obst aus eigener Ernte. Früchte mit kleinsten Schadstellen sollten immer aussortiert und schnell verbraucht werden, damit sie die gesunden nicht anstecken.
Noch ist Pflanzzeit für laubabwerfende Gehölze, gerade für die wurzelnackten, die nur in der sogenannten Vegetationsruhe (von Oktober bis März) erfolgreich (um)gepflanzt werden können. Das betrifft sowohl Obstbäume wie auch Hecken- und Ziersträucher. Wenn Sie Gehölze umpflanzen möchten, versuchen Sie, den Wurzelballen möglichst unversehrt und großräumig aus dem Boden zu nehmen. Wichtig ist dabei der kräftige Rückschnitt der oberirdischen Pflanzenteile. Dadurch wird das Gleichgewicht zwischen ober- und unterirdischen Teilen weitgehend erhalten bzw. wiederhergestellt. Denn ein Teil der Wurzeln bleibt zwangsläufig immer am alten Standort im Boden. Schneidet man oben nichts ab, verdunstet das Gehölz im nächsten Jahr mehr Wasser, als die durch Umpflanzung reduzierte Wurzelmasse nachliefern kann. Generell wachsen jüngere Gehölze nach dem Umpflanzen schneller und besser an als ältere. Für Immergrüne gilt dies umso mehr. Sie sollten vor dem Frosteinbruch jedes Jahr reichlich gewässert werden, egal, ob frisch umgepflanzt oder nicht.
Wenn neue Obstgehölze in Ihrem Garten Einzug halten sollen, denken Sie bitte daran, dass an Stellen, wo Kernobst stand, Steinobst gepflanzt wird und umgekehrt. Noch besser ist es, Standorte zu finden, an denen für längere Zeit überhaupt kein Obstgehölz gewachsen ist. Dort hat der Boden die besten Voraussetzungen, weil dort kaum Nachbauerscheinungen auftreten. Optimal gedeihen Obstbäume an sonnigen, luftigen Plätzen. Hier kann sich das Aroma der Früchte am besten entfalten. Vergessen Sie auch den Baumpfahl nicht, er verhindert in den nächsten drei Jahren, dass neue feine Faserwurzeln durch Windeinwirkung wieder abreißen. Man setzt ihn immer auf die Seite des Baumes, wo der meiste Wind herkommt, in der Regel also westlich. Auf diese Weise drückt der Wind den Stamm vom Pfahl weg und Scheuerstellen können gar nicht erst entstehen. Der Baumpfahl muss nicht lang sein, wichtig ist nur, dass die feinen Wurzeln am neuen Standort fixiert bleiben. Nach drei Jahren ist der Baum angewachsen und der Pfahl kann wieder entfernt werden. Schließlich ist zu überlegen, ob eine Schutzmanschette gegen Wildverbiss angebracht werden muss. Nicht überall kommt das Wild an die jungen Bäume heran. Aber wo diese Gefahr besteht, sollte man den Schutz nicht vergessen, sonst war viel Mühe vergeblich.

Auch Himbeeren und andere Beerenobstarten werden idealerweise im November gepflanzt. Der Boden ist um diese Zeit wärmer als im Frühjahr und ermöglicht das schnellere Anwachsen. Dies wird durch eine satte Mulchschicht am neuen Standort noch begünstigt.
Die Leimringe gegen den Kleinen Frostspanner sind kontinuierlich zu überprüfen und zu erneuern, wenn sich dort „Untermieter“ eingenistet haben. Auch diese besser im Hausmüll vom Grundstück entfernen und nicht auf den Komposthaufen geben.
Unser Ziergarten nach oben

Noch können Frühjahrsblumenzwiebeln in den Boden. Solange der Nachtfrost nur oberflächlich war und man leicht mit dem Spaten in die Erde kommt, ist es dafür nicht zu spät. Bei der Auswahl von Tulpenzwiebelsorten gilt: je kürzer der Stängel einer Sorte, desto früher die Blüte.

Für Ziergehölze, zu denen die Rosen zählen, gilt wie bei den Obstgehölzen: Die derzeit erhältliche wurzelnackte Ware ist preisgünstiger als getopfte. Greifen Sie daher jetzt zu, wenn Sie neue Rosen kaufen wollen. Es empfiehlt sich, ADR-Sorten zu pflanzen. Sie sind über Jahre auf ihre Anfälligkeit gegen-über Witterungseinflüssen und Krankheiten geprüft und als die wertvollsten ausgelesen worden.
Heckenpflanzen gibt es jetzt ebenfalls wurzelnackt zu kaufen, was sich insbesondere bei langen, neu anzulegenden Hecken im Portemonnaie bemerkbar macht. Vergessen Sie für ein gutes Anwachsen auch hier nicht den kräftigen Rückschnitt der oberirdischen Pflanzenteile. Wurzeln werden immer nur etwas eingekürzt, beschädigte Enden bis einschließlich der Schadstelle ganz abgeschnitten. Das Anwachsen können Sie zudem fördern, indem Sie Sohle und Seitenwände des Pflanzgrabens mit der Grabegabel noch einmal gut lockern. Das feste Antreten der Wurzeln und Einschlämmen mit reichlich Wasser sollte selbstverständlich sein. Hauptsächlich in der ersten Vegetationsperiode ist auf ausreichend Wassergaben zu achten, damit sich die Hecke am neuen Standort gut etablieren kann. Kompost als dünne (etwa drei Zentimeter starke) Mulchschicht auf dem sogenannten Heckenfuß begünstigt das kräftige Einwurzeln der Pflanzen.
Eine Empfehlung zum Schluss: Kompost verrottet besser und schneller, wenn der Haufen nun noch einmal umgesetzt wird. Inneres nach außen, Oberes nach unten und schon ist die Belüftung besser für die vielen Helferlein, die ihn zu Pflanzennahrung umbauen.