Gartenschätze: Kompost – der perfekte Kreislauf
Einleitung
Oktober 2026 Beim Kompostieren werden Garten- und Küchenabfälle in wertvollen Humus verwandelt. Dazu braucht es weder viel Technik, noch viele Vorkenntnisse. Wir zeigen, worauf es ankommt.



Mit einem Kompost spart man sich das Entsorgen von organischen Abfällen und gleichzeitig Geld für Dünger oder den Kauf hochwertiger Komposterde. Und – er ist ökologisch besonders wertvoll, denn Kompost schließt den natürlichen Kreislauf: Was im Garten wächst oder bei der Zubereitung pflanzlicher Lebensmittel übrig bleibt, kehrt als Humus in den Boden zurück. Kompost liefert damit nicht nur wichtige Nährstoffe für die Pflanzen, er verbessert auch die Bodenstruktur, das Bodenleben und die Wasserhaltefähigkeit.
Doch wie funktioniert das nun? Organisches Material, das man auf dem Komposthaufen sammelt und schichtet, wird von vielen kleinen Bodenlebewesen, wie Regenwürmern, Tausendfüßlern, Asseln sowie Bakterien und Pilzen, zerkleinert verdaut und zersetzt. Für diesen Verrottungsprozess braucht das „Bodenpersonal“ Sauerstoff und Feuchtigkeit. Das erreicht man durch das richtige Aufbauen und Schichten. Ein Kompostplatz braucht immer einen direkten Anschluss an den Boden. Ein engmaschiges Bodengitter ist jedoch sinnvoll, um Mäusen und Ratten den Zugang von unten zu verwehren.
Warmes Winterquartier nach oben

Im Herbst wird es für viele Tiere Zeit, nach einem Versteck Ausschau zu halten, wo sie ungestört und geschützt überwintern können. Amphibien und andere Tiere profitieren dann von einem Komposthaufen. Igel oder Erdkröten suchen dort bei mildem Wetter vielleicht noch nach Nahrung. Wird es kälter, nutzen sie ihn gerne als einen Ort für ihren Winterschlaf bzw. ihre Winterstarre, denn hier ist es angenehm warm. Damit die Tiere einziehen können, sollte der Kompostplatz im unteren Bereich an einer Seite offen sein oder Lücken haben. Bei Kompostgestellen aus Holz lassen sich meist einfach die unteren Bretter entfernen und bei Stecksystemen ein Element etwas höher setzen oder entfernen.
Wie befüllen? nach oben
Auf dem Boden sollte man als Drainageschicht zunächst gröberes Material wie Äste, Baum- oder Heckenschnitt sowie Stängel von Stauden und Blumen 10 bis 20 cm hoch aufschichten. Dann folgen trockeneres und feuchteres Material im Wechsel (s. weiter unten). Riecht der Komposthaufen faulig, ist das meist ein Zeichen für zu viel Nässe und zu wenig Sauerstoff. Dann sollte trockenes Material eingearbeitet und alles aufgelockert werden. Ein gut gepflegter Kompost riecht angenehm erdig. Ist er zu trocken, stockt dagegen die Umsetzung und die Bodenlebewesen stellen die Arbeit ein. Dann muss man den Haufen befeuchten – aber bitte in Maßen, damit es nicht anfängt zu gären. Auch das Beschatten oder Abdecken hilft und man kann bei Bedarf einen Kompostbeschleuniger einarbeiten (erhältlich im Gartenfachhandel).
Ebenso wichtig ist der richtige Standort. Am besten errichtet man einen Kompost im Halbschatten und an einem vor starkem Wind geschützten Platz. Ein schattenspendendes, locker wachsendes Gehölz daneben schützt auch bei Starkregen, ebenso wie eine luftdurchlässige Abdeckung. Er sollte gut erreichbar sein, nicht zu weit von der Küche oder von den Gemüsebeeten entfernt, denn dort fällt viel Grünabfall an.
Was darf auf den Kompost? nach oben

Wie schon erwähnt, ist es wichtig das Material abwechslungsreich zu schichten. „Grünes“ Material – Rasenschnitt, Küchenabfälle oder frische Pflanzenreste – ist meist feucht und stickstoffreich. „Braunes“ Material wie Laub, Stroh, Zweige, unbeschichtete Pappe ist dagegen trocken und kohlenstoffreich. Hat man von einem Material zu viel, kann man das auch in zusätzlichen Körben oder Säcken daneben sammeln und dann nach und nach auf den Kompost geben. Immer wieder kann man eine dünne Schicht reifen Kompost oder Kompostbeschleuniger dazwischen streuen. So wird das Material „geimpft“, und die Umsetzung wieder in Schwung gebracht, wenn es mal stockt. Generell gilt: Je besser alles zerkleinert ist, umso mehr Angriffsflächen haben die Mikroorganismen. Deshalb Äste gerne mit der Schere zerschneiden, kürzen oder durch den Häcksler schicken. Laub und Staudenreste kann man auch mit dem Rasenmäher vorab zerkleinern.
| Für Kompost gut geeignet | Für Kompost in geringer Menge geeignet | Für Kompost ungeeignet |
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Welche Bauweisen gibt es? nach oben
Sie können selbst eine Kompostmiete bauen, etwa aus Paletten oder mit einer einfachen Holzkonstruktion. Im Gartenfachhandel gibt es aber so viele verschiedene Modelle, Materialien und Größen bzw. Fassungsvermögen, dass jeder das Passende findet. Holz fügt sich am natürlichsten in den Garten ein, muss aber nach einigen Jahren ersetzt werden. Verzinkter Stahl oder Aluminium sind dagegen sehr langlebig und stabil. Kunststoff-Modelle gibt es auch aus recyceltem Material und manche zudem in Holz- oder Steinoptik.
Wählen können Sie zwischen einer offenen oder geschlossenen Variante. In einem sogenannten Schnell- oder Thermokomposter mit Deckel, geschlossenen Wänden und Bodengitter, manchmal sogar mit einem geschlossenen Boden, läuft die Rotte schneller ab, da sich im Inneren schnell Wärme entwickelt. Bei offenen Kompostern geht der Prozess langsamer vonstatten, das Ganze bleibt aber auch „luftiger“.
Die Kompostgröße hängt von der Gartenfläche und der Bepflanzung ab. Für einen kleinen Garten reichen oft 300 bis 500 Liter Fassungsvermögen. Wo viel anfällt, sind 600 bis 900 Liter oder ein System mit zwei (bis drei) Kammern sinnvoll zum Schichten und Umfüllen des Komposts. Dann wird eine Kammer befüllt, in einer zweiten reift das Material, während aus der dritten fertiger Kompost entnommen werden kann.
Eine Besonderheit ist der Trommelkomposter, in dem das Kompostgut durch gelegentliches Rotieren der Trommel, ähnlich wie bei einem Betonmischer, gelockert, verteilt und mit Luft durchsetzt wird. Die Rotte läuft dadurch schneller ab.
Den Kompost „ernten“ nach oben
Wann der Kompost fertig ist, hängt vom geschichteten Material, der Art der Kompostmiete sowie der Witterung ab. Schon nach wenigen Monaten entsteht Frischekompost. Er enthält noch gröbere Teile, aber auch schon Humus und kann beispielsweise zum Mulchen verwendet werden. Nach sechs bis zwölf Monaten ist der Reifekompost fertig. Er duftet angenehm nach frischem Waldboden und ist der ideale Dünger.
Mindestens einmal im Jahr, in der Regel im Frühjahr, wenn frische Erde gebraucht wird, setzt man den Kompost um. So kommt wieder frischer Sauerstoff hinein. Dazu wirft man den Kompost durch ein Kompostsieb und trennt so das noch grobe Material von dem feinen. Noch nicht ganz zersetzte, große Bestandteile kommen zurück auf den Komposthaufen. Mit dem locker-krümeligen feinen Kompost bekommen Beete und die darin wachsenden Pflanzen neue Nährstoffe, die nach und nach freigesetzt werden. Im Gemüsebeet verteilt man beispielsweise für Starkzehrer vier bis fünf Liter Kompost pro Quadratmeter, sonst zwei bis drei Liter. Dieser wird leicht in den Boden eingearbeitet. Auch bei Neupflanzungen kann man Gehölzen und Stauden eine Handvoll als Starthilfe ins Pflanzloch dazugeben.
Umfassendes Kompostwissen nach oben

Bestsellerautor Charles Dowding lüftet die Geheimnisse des Kompostierens und erklärt, wie man einen Kompost selber anlegt und welche Methoden der Kompostierung es gibt. Zusätzlich enthält der Ratgeber spannende Infografiken und Bilder sowie wertvolle Tipps zu nützlichen Werkzeugen und Geräten, die beim Anlegen von Kompost helfen. Der perfekte Ratgeber für alle, die nachhaltig gärtnern wollen und ihr Wissen vertiefen möchten.
Charles Dowding
Kompost – Alles, was man wissen muss
144 Seiten, Hardcover
2025, Verlag Dorling Kindersley, 14,95 Euro
ISBN 978-3-8310-5062-8