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Renovierung & Sanierung: Das neue Bad: Gut geplant für viele Jahre

Einleitung

November 2026 Mehr Platz unter der Dusche, Licht passend zur Tageszeit und ein WC, das mit Wasser reinigt: Im Badezimmer hat sich einiges getan. Doch was davon passt zu Ihnen und Ihrem Zuhause? Wer jetzt saniert, sollte genau hinschauen, welche Lösungen auch in vielen Jahren noch Freude machen.

Im Badezimmer hat sich einiges getan.

Eine bodenebene Dusche, ein großer Waschtisch und vielleicht doch eine Badewanne: Wünsche sind schnell gesammelt. Ob sie sich verwirklichen lassen, entscheidet zunächst der Platz. Deshalb beginnt eine gute Badgestaltung mit der Frage: Wer nutzt den Raum und wie? Stehen morgens regelmäßig zwei Personen gleichzeitig vor dem Spiegel? Wie viel Stauraum wird gebraucht? Wer jetzt plant, sollte zudem auch an später denken: Von einer bodengleichen Dusche etwa profitieren alle Generationen. Das gilt ebenso für ausreichend Bewegungsfläche, rutschhemmende Bodenbeläge und gut erreichbare Armaturen. Wer später vielleicht einen Duschsitz oder Haltegriffe benötigt, kann dafür schon jetzt die nötigen Befestigungsmöglichkeiten in den Wänden vorsehen.

Gute Planung schafft Platz nach oben

Designerin Gesa Hansen lässt sich bei der Badgestaltung von Farben, Materialien und persönlichen Erinnerungen inspirieren.

Wie komfortabel ein Bad wird, hängt nicht allein von seiner Größe ab. Mindestens ebenso wichtig ist, wie Waschtisch, WC, Dusche und Wanne angeordnet sind. Bewegungsflächen können sich teilweise überlagern, sodass selbst auf wenigen Quadratmetern überraschend viel möglich ist. Für Sanitärräume in Wohnungen gibt die Richtlinienreihe VDI 6000 Orientierung bei Grundrissplanung, Bewegungsflächen, Maßen und Ausstattung. Wer darüber hinaus barrierefrei plant, muss zusätzliche Anforderungen berücksichtigen. Eine bodengleiche Dusche benötigt dann eine Bewegungsfläche von mindestens 120 mal 120 Zentimetern, bei einer rollstuhlgerechten Ausführung sind es 150 mal 150 Zentimeter. Daraus ergeben sich einige praktische Überlegungen: Wo hängt später das Handtuch, wenn man aus der Dusche steigt? Lässt sich das Fenster noch bequem erreichen und putzen? Muss der Blick beim Öffnen der Tür direkt auf das WC fallen? Solche Fragen wirken auf dem Papier nebensächlich, entscheiden im Alltag aber darüber, ob ein Bad wirklich gut funktioniert.

Am Anfang hilft deshalb ein möglichst genauer Grundriss. Neben Länge und Breite des Raums gehören Fenster und Türen samt Öffnungsrichtung, Nischen, Dachschrägen und fest installierte Heizkörper hinein. In einem bestehenden Bad sollten außerdem die Positionen von Wasseranschlüssen, Abflüssen und Elektroinstallationen eingezeichnet werden. Wer gern mit Papier und Bleistift arbeitet, kann den Raum beispielsweise im Maßstab 1:20 auf Millimeterpapier übertragen. Noch einfacher lässt sich mit digitalen Badplanern ausprobieren, wie Dusche, Wanne, Waschtisch und WC zusammenspielen. Manche Programme zeigen den Entwurf sogar dreidimensional. Die virtuelle Variante ersetzt zwar nicht die Beratung durch einen Fachbetrieb, hilft aber, Wünsche zu sortieren und unterschiedliche Lösungen auszuprobieren. Wer Grundriss und Maße mitbringt und schon ungefähr weiß, was er möchte, kann sich in der Badausstellung gezielter beraten lassen.

Für alle Sinne nach oben

Ist geklärt, wo Dusche, Waschtisch und WC ihren Platz finden, geht es an Farben und Materialien. Designerin Gesa Hansen, die seit Jahren gemeinsam mit Villeroy & Boch Badwelten gestaltet, beginnt bei der Planung häufig mit Bildern und Stimmungen. Das kann ein Foto aus dem Urlaub sein, die Farbe einer Landschaft, eine besondere Holzoberfläche oder sogar eine alte Buchillustration. Daraus entsteht nach und nach ein Moodboard mit Farben und Materialien. „Es ist wie ein visueller Fahrplan“, sagt Hansen. „Es schärft die Farbpalette, stimmt Materialien aufeinander ab und beantwortet die wichtigste Frage: Wie wird das Bad zu einem wirklich eigenen Ort?“

Das klingt zunächst nach Innenarchitektur für Fortgeschrittene, ist aber erstaunlich alltagstauglich. Überlegen Sie, mit welchen drei oder vier Begriffen Sie Ihr künftiges Bad beschreiben möchten: hell und natürlich? Warm und gemütlich? Klar und zurückhaltend? Solche Leitbegriffe helfen bei späteren Entscheidungen. Denn auf engem Raum treffen viele Materialien aufeinander: Keramik, Fliesen, Holz, Glas, Metall und Textilien. Werden sie einzeln ausgesucht, kann das Ergebnis schnell unruhig wirken.

Materialproben sollte man deshalb nicht ausschließlich in der Ausstellung betrachten. Zu Hause zeigt sich, wie eine Fliese bei Tageslicht aussieht, ob ein Beigeton mit dem Holz harmoniert oder eine dunkle Armatur tatsächlich zur gewünschten Atmosphäre passt. Am besten legt man verschiedene Muster eine Weile nebeneinander und betrachtet sie zu unterschiedlichen Tageszeiten. So lässt sich manches aussortieren, bevor es dauerhaft an der Wand oder auf dem Boden landet.

Duschen mit Raumgefühl nach oben

Bodengleiche Duschen mit transparenten Glasabtren­nungen sorgen für ein großzügiges Raumgefühl und ­moderne Leichtigkeit.

Eine der deutlichsten Veränderungen im modernen Badezimmer betrifft die Dusche. Wo früher eine kleine Duschtasse in der Ecke genügte, entstehen heute großzügigere, möglichst bodengleiche Bereiche. Transparente Glasabtrennungen und schmale Profile lassen den Raum offen wirken. Besonders großzügig erscheinen Walk-in-Duschen, die ganz oder weitgehend ohne Tür auskommen. Dafür benötigen sie allerdings ausreichend Platz, damit das Wasser dort bleibt, wo es hingehört. In kleineren Bädern können Pendel-, Falt- oder Gleittüren die bessere Wahl sein. Lassen sich die Elemente nach innen oder an die Wand klappen, steht die Duschfläche außerhalb der Nutzungszeit teilweise als zusätzliche Bewegungsfläche zur Verfügung. Neben der Optik lohnt sich ein Blick auf die Reinigung. Je weniger Profile, hervorstehende Verschraubungen und schwer erreichbare Kanten eine Duschabtrennung besitzt, desto einfacher lässt sie sich sauber halten. Ein gutes Bad erkennt man schließlich auch daran, wie schnell es wieder sauber ist.

Unter der Brause hat sich ebenfalls einiges getan: Große Kopf- oder Regenbrausen verteilen das Wasser über mehr Fläche und sorgen für einen gleichmäßigen Wasserstrahl. Je nach Modell stehen verschiedene Strahlarten zur Wahl. Ein Thermostat hält die eingestellte Temperatur konstant; ein Verbrühschutz ist besonders in Haushalten mit Kindern oder älteren Menschen sinnvoll. Wer langfristig denkt, sollte zudem Details berücksichtigen, die sich später nur mit Aufwand nachrüsten lassen. Verstärkungen in Vorwandinstallationen ermöglichen beispielsweise, bei Bedarf Haltegriffe oder einen Duschsitz sicher zu befestigen. Sie bleiben zunächst unsichtbar, können aber Jahre später ausgesprochen wertvoll werden.

Lieber Badewanne oder Dusche? Wer nur selten badet, kann den Platz für eine großzügige Dusche nutzen und so Komfort gewinnen.
Große Kopf- oder Regenbrausen verteilen das Wasser über eine größere Fläche.

Und die Badewanne? Die hat keineswegs ausgedient. Wer gern badet und ausreichend Platz besitzt, darf sie selbstverständlich behalten. Neben klassischen Einbauwannen gibt es freistehende Modelle, kompakte Raumsparwannen und Kombinationen aus Dusche und Wanne. Wird die Wanne allerdings nur selten benutzt, lohnt sich die Frage, ob die Fläche mit einer größeren Dusche nicht besser genutzt wäre.

Know-How: Waschplatz nach oben

Mit Avalegra von hansgrohe wird das Waschbecken zur Wellnesszone, dank Regenstrahl, Schwenkauslauf und Thermostat.

Auch der Waschplatz hat sich verändert. Waschbecken und Unterschrank werden zunehmend als Einheit gedacht. Breite Waschtische schaffen Ablagefläche, Schubladen bringen Handtücher und Pflegeprodukte direkt dort unter, wo sie gebraucht werden. Nutzen morgens zwei Personen gleichzeitig das Bad, kann ein Doppelwaschtisch für deutlich mehr Gelassenheit sorgen. In kleinen Räumen zählt dagegen jeder Zentimeter. Hier bieten sich Waschtische mit geringerer Tiefe, Ecklösungen oder seitlich beziehungsweise an der Wand montierte Armaturen an. Letztere halten zudem den Beckenrand frei und erleichtern die Reinigung.

Interessant sind auch neue Funktionen der Armaturen. Wassersparende Modelle begrenzen beispielsweise die Durchflussmenge oder mischen dem Wasser Luft bei, sodass sich der Strahl trotz geringerer Wassermenge angenehm voll anfühlt. Andere Armaturen geben bei mittlerer Hebelstellung zunächst kaltes statt automatisch gemischtes Wasser ab. Warmwasser fließt erst, wenn der Hebel bewusst in Richtung warm bewegt wird. So wird beim kurzen Händewaschen nicht unnötig warmes Wasser verbraucht. Optisch ist die Auswahl ebenfalls größer geworden. Chrom ist längst nicht mehr die einzige Möglichkeit. Schwarze, bronzefarbene oder gebürstete Oberflächen setzen Akzente. Wer sich dafür entscheidet, sollte Armaturen, Griffe, Handtuchhalter und weitere Metallteile gemeinsam betrachten. So entsteht ein ruhiges Gesamtbild.

Mehr Komfort rund ums WC nach oben

Für sanfte und gründliche Intimhygiene: Die WhirlSpray-Duschtechnologie reinigt nach dem Toilettengang gezielt mit Wasser.

Weniger spektakulär, aber im Alltag willkommen sind Entwicklungen beim WC. Spülrandlose Modelle kommen ohne den schwer zugänglichen Rand im Inneren der Keramik aus und lassen sich dadurch leichter reinigen. Absenkbare Sitze gehören mittlerweile ebenfalls zu den kleinen Komfortdetails, die man schnell nicht mehr missen möchte. Deutlich weiter geht das Dusch-WC. Nach dem Toilettengang übernimmt ein Wasserstrahl die Reinigung; je nach Ausstattung kommen ein beheizbarer Sitz, ein Warmluftföhn oder weitere Funktionen hinzu. Das kann gerade dann hilfreich sein, wenn die Beweglichkeit im Alter nachlässt. Wer noch kein Dusch-WC einbauen, sich diese Möglichkeit aber für später offenhalten möchte, sollte schon bei der Sanierung mit dem Fachbetrieb klären, welche Strom- und Wasseranschlüsse am WC vorzusehen sind.

Tschüss Chaos, Hallo Ordnung! nach oben

Clever geplanter Stauraum schafft Ordnung: Geschlossene Schränke und ruhige Farben lassen kleine Räume größer wirken.

Je schöner das neue Bad wird, desto störender wirken Föhnkabel, Shampoo-Flaschen und Cremetiegel, die überall herumstehen. Stauraum ist deshalb keine Nebensache. Besonders praktisch sind breite Auszüge unter dem Waschtisch, weil ihr Inhalt von oben gut zu überblicken ist. Hochschränke nutzen die Wandfläche, während Spiegelschränke Stauraum schaffen, ohne zusätzliche Stellfläche zu beanspruchen. Bei schwierigen Grundrissen können maßgefertigte Einbauten Nischen nutzen, die sonst verloren gingen. Gerade kleine Badezimmer profitieren von einer ruhigen Gestaltung. Wenige Materialien, aufeinander abgestimmte Farbtöne und möglichst geschlossene Flächen lassen den Raum großzügiger erscheinen. Große Spiegel verstärken diesen Eindruck zusätzlich.

Smartes Licht im Bad nach oben

Gut geplantes Licht schafft Atmosphäre im Bad: hell und funktional am Waschtisch, sanft und gemütlich am Abend.

Damit es schön behaglich im Bad wird, sind mehrere Leuchten sinnvoll: Gleichmäßiges, möglichst schattenarmes Licht erhellt den Waschtisch. Eine Grundbeleuchtung sorgt für Orientierung, während indirektes oder gedimmtes Licht am Abend eine ruhigere Atmosphäre schafft. Entscheidend ist dabei neben der Helligkeit die Lichtfarbe. Warmweißes Licht mit etwa 2.000 bis 3.000 Kelvin wirkt gemütlich und eignet sich gut für entspannte Abendstunden. Neutralweiß um 4.000 Kelvin erscheint klarer und ist praktisch am Waschplatz. Wer die Lichtfarbe verändern kann, muss sich nicht für eines von beiden entscheiden.

Spiegel und Spiegelschränke übernehmen deshalb immer häufiger gleich mehrere Aufgaben: Integrierte LED-Leuchten lassen sich dimmen, teilweise kann zusätzlich die Lichtfarbe verändert werden: klarer am Morgen, wärmer am Abend. Nacht- oder Orientierungslichter, etwa in der Wand integriert, sorgen wiederum dafür, dass der nächtliche Weg ins Bad gelingt, ohne gleich den ganzen Raum hell erleuchten zu müssen. Was zunächst wie ein kleines Extra klingt, kann später auch ein Sicherheitsgewinn sein. Manche Beleuchtungssysteme lassen sich zudem in die Hausautomation einbinden und per App oder Sprache steuern. Ob man das im Bad tatsächlich braucht, ist am Ende eine Frage der persönlichen Gewohnheiten.

Farbe ist wieder da! nach oben

Rot, Blau und warme Weißtöne bringen Farbe ins Bad. Matte Oberflächen, Holz und organische Formen sorgen für Wohnlichkeit.

Jahrzehntelang schien die Sache klar: Sanitärkeramik ist weiß, Armaturen glänzen in Chrom und bei den Fliesen sollte man besser nichts wagen, das einem in zehn Jahren nicht mehr gefällt. Ganz so zurückhaltend präsentiert sich das Bad inzwischen nicht mehr. Farbe ist zurück, allerdings häufig wesentlich ruhiger als bei den kräftigen Sanitärfarben vergangener Jahrzehnte. Warme Beige-, Sand- und Erdtöne spielen derzeit ebenso eine Rolle wie Grün, Blau oder dunkle Akzente. Dazu kommen matte Oberflächen, Holz und Steinoptiken sowie weichere, organische Formen. Selbst Waschbecken und Wannen gibt es inzwischen in zahlreichen Farbtönen. Es lohnt sich zu überlegen, ob und wo Sie Farbe einsetzen möchten: Handtücher, Wandfarbe, Leuchten und Accessoires lassen sich leichter verändern als Fliesen oder Sanitärkeramik. Eine ruhige Basis mit wenigen bewusst gesetzten Farbakzenten kann langlebiger sein als ein Raum, in dem jeder aktuelle Trend gleichzeitig auftaucht.

  • Renovierung & Sanierung: Praktische Renovierungshelfer: Farbroller