Gartenschätze: Dauerblühende Stauden: Farbenfrohe Blütenpracht für den ganzen Sommer
Einleitung
August 2025 Sie wünschen sich ein farbenfrohes Staudenbeet, das über viele Monate hinweg blüht – und das möglichst pflegeleicht? Dauerblühende Stauden machen genau das möglich. Ob in der Sonne, im Halbschatten oder sogar im Schatten: Für nahezu jeden Gartenstandort gibt es passende Arten, die mit ihrer langen Blütezeit und großer Vielfalt überzeugen. Wir stellen die schönsten Stauden für dauerhaft blühende Beete vor – inklusive Tipps zur Standortwahl, Pflege und Kombination.


Dauerblühende Stauden: Lange schön nach oben
Kreieren Sie traumhaft schöne Farbspiele mit Stauden im Beet. Von Ton-in-Ton-Kombinationen bis hin zu kunterbunten Blüten-Mischungen in wiesenartigen Pflanzbeeten ist alles möglich. Sehr wertvoll für die Gestaltung sind Stauden, die besonders lange blühen. Mit einer drei bis sechs Monate dauernden Farbpracht bilden diese Dauerblüher das farbliche Gerüst eines Beets.
Manche Stauden blühen zwar viele Monate lang, legen jedoch zwischendurch eine Blühpause ein. Zu diesen remontierenden Stauden gehören zum Beispiel Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Färber-Kamille (Anthemis tinctoria), Spornblume (Centranthus ruber), Katzenminze (Nepeta × faassenii, N. racemosa), Rittersporn (Delphinium-Sorten) und Schafgarbe (Achillea Filipendulina-Hybriden). Nach der ersten Blühperiode schneidet man die Pflanzen bodennah zurück, damit sie wieder neu austreiben und einen zweiten Flor ausbilden. Diese zweite Blüte fällt zwar häufig nicht so üppig aus wie die erste, sorgt aber trotzdem für Farbe im Beet. Zählt man dann beide Blühphasen zusammen, erreichen auch diese Stauden eine monatelange Blütezeit.


Damit dauerblühende Stauden auch tatsächlich zuverlässig blühen, müssen sie sich an ihrem Standort wohlfühlen. Achten Sie also bei der Auswahl auf ihre jeweiligen Standortansprüche und prüfen Sie die Gegebenheiten an dem gewünschten Pflanzplatz. Suchen Sie die Dauerblüher entsprechend der Bodenbeschaffenheit, den Lichtverhältnissen und auch passend zum Platzangebot im Beet aus.
Unsere Staudenlieblinge mit extrem langer Blütezeit nach oben
Diese Schönheiten blühen mindesten vier Monate lang und sind sehr robust und pflegeleicht.

- Kaukasus-Gamander (Teucrium hircanicum), Blüte: VI – X, rotviolett, sehr insektenfreundlich, 40 bis 60 cm hoch, sonnig bis halbschattig, trockener bis frischer Boden

- Nelkenwurz ‘Scarlet Tempest’ (Geum), dauerblühende Sorte, Blüte: IV – VIII, orangerot, bienenfreundlich, 45 cm hoch, immergrün, sonnig bis halbschattig, humoser Boden

- Schleifenblume ‘Masterpiece’ ® (Iberis sempervirens), Neuzüchtung, Blüte: IV – IX, weiß, bienenfreundlich, bodendeckend, größeres Laub als die Art, giftig, immergrün, sonnig bis halbschattig, trockener bis frischer Boden

- Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana), Blüte: VI – X, hellgelb, giftig, insektenfreundlich, 40 bis 60 cm hoch, halbkugeliger Wuchs, sonnig, trockener bis frischer Boden

- Storchschnabel ’Rozanne’ (Geranium-Hybride), Blüte: V – XI, violettblau, insektenfreundlich, extrem wüchsig, 30 bis 60 cm hoch, sonnig bis halbschattig, frischer Boden

- Tauben-Skabiose ‘Butterfly Blue’ (Scabiosa columbaria), Blüte: VII – X, blauviolett, insektenfreundlich, 30 bis 40 cm hoch, sonnig, trockener bis frischer Boden, sehr pflegeleicht und robust
Dauerblühende Stauden für sonnige Bereiche mit trockenem Boden nach oben
Viel Sonne und auch Trockenheit können den folgenden Stauden nichts anhaben. Der Boden sollte jedoch gut durchlässig sein und speziell im Winter darf sich keine Staunässe bilden. Wenn nötig, kann eine Drainageschicht aus Kies, die noch vor dem Pflanzen eingebaut wird, die Stauden vor „nassen Füßen“ schützen.

Die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) blüht von Juli bis Oktober und besticht durch ihre luftig-leichte Anmutung. Die zarten rosa-weißen, bis ein Meter hohen Blütentrauben tanzen förmlich übers beziehungsweise durchs Beet. Prachtkerzen sind häufig nicht so langlebig, versamen sich aber sehr willig. Pflanzen Sie sie am besten im Frühjahr, damit die etwas frostempfindlichen Stauden bis zum Winter ausreichend einwurzeln können. Genau wie Prachtkerzen gehört auch das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) zu den Traumtänzern im Beet. Die violetten Blütenschirmchen werden von staksig-verzweigten, bis 150 cm hohen Stängeln getragen. Auch für diese Staude wird eine Frühjahrspflanzung empfohlen. Wer auf der Suche nach Stauden ist, die auch kleinste Lebensräume wie Mauerritzen oder Pflasterfugen besiedeln können und monatelang blühen, der greift auf die Spornblume (Centranthus ruber) oder das Spanische Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus) zurück. Spornblumen blühen je nach Sorte in Hellrot oder Weiß, sie wachsen aufrecht und werden etwa 60 cm hoch. Das Spanische Gänseblümchen bleibt mit einer Höhe von rund 30 cm niedriger und wächst polsterartig. Die kleine weißen Blüten verfärben sich im Abblühen rosa. Zu den Dauerblühern im sonnigen Staudenbeet gehören außerdem auch Duftnesseln (Agastache), der Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea in Sorten), die Purpur-Witwenblume (Knautia macedonica) und der Steinquendel (Calamintha nepeta). Alle es sind vier Staudenarten sind bei Insekten äußerst beliebt. Nicht nur mit einer langen Blütezeit von Juli bis September, sondern auch mit attraktivem Laub während der gesamten Sommerzeit kann der Berg-Lauch (Allium senescens) aufwarten. Seine violetten Blütenbälle passen zum Beispiel gut zu den filigranen Steinquendelblüten.


Tipp: Lassen Sie die vertrockneten Pflanzenteile im Herbst und auch über Winter stehen, damit Insekten dort Unterschlupf finden. Grundsätzlich gilt, dass Stauden, wenn ihre Stängel oder ihr Laub durch den Frost nicht matschig werden, erst im Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb zurückgeschnitten werden sollten. So schmücken die hübschen Winter-Silhouetten die Beete und der Garten sieht nicht kahl und leergeräumt aus.
Für sonnige Bereiche mit frisch-feuchtem Boden nach oben

Viel Sonne, aber eher einen frisch-feuchten Boden mag der aus Nordamerika stammende Oktober-Sonnenhut (Rudbeckia triloba). Er wird stattliche 120 cm hoch, wächst meistens nur zweijährig, sät sich aber aus und passt, kombiniert mit Duftnesseln oder Scheinsonnenhut, die beide auch durchaus mit mehr Bodenfeuchte zurechtkommen, in stimmungsvolle Präriebeete. Ebenfalls in Gelb, allerdings in zartem Hellgelb blühen die Mädchenaugen-Sorten ’Full Moon’ und ’Moonbeam’ (Coreopsis Verticillata-Hybriden). Diese passen gut in den Uferbereich von Gartenteichen und brauchen einen gewissen Freiraum um sich herum, weil sie nicht so konkurrenzstark sind.


Ausbreitungsfreudig und durchsetzungsstark sind dagegen der Armenische Storchschnabel ’Patricia’ (Geranium Psilostemon-Hybride) und der Schnecken-Knöterich ‘Superbum’ (Bistorta affinis). Beide bodendeckenden Stauden gedeihen auch im Halbschatten noch gut und sind insektenfreundlich. Die Schnecken-Knöterichsorte wird nur 25 cm hoch, ihr Laub färbt sich im Herbst rot. Der magentafarben blühende Storchschnabel ’Patricia’ wird 60 bis 70 cm hoch und webt seine langen Triebe auch gerne durch benachbarte höhere Stauden oder Gehölze hindurch.
Für den Halbschatten nach oben


In nicht allzu sonnenverwöhnten Lagen wird die Auswahl an Dauerblühern schon etwas kleiner. Allerdings vertragen auch etliche sonnenliebende Stauden einen halbschattigen Platz. Sie blühen dort jedoch nicht ganz so üppig. Zuverlässig vertragen auf jeden Fall die Sterndolde (Astrantia major) und die Wald-Aster ’Tradescant’ (Aster divaricatus) Halbschatten. Beide mögen frischen Boden. Die 40 cm hohe Wald-Aster wächst auch auf trockenem Boden und kann Bereiche vor Gehölzen flächendeckend füllen. Die Sterndolde kann man nach der ersten Blütezeit zurückschneiden und so zur Nachblüte anregen. Sie passt zu Funkien, Farnen und Schlangenknöterich. Im Halbschatten fühlt sich auch der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea) wohl. Er wird nur 30 cm hoch, hat filigranes Laub und ist äußerst anpassungsfähig in punkto Bodenbeschaffenheit. Er gedeiht in Gartenbeeten mit humosem Boden genauso gut wie zwischen Treppenstufen oder auf Mauerkronen.


Dauerblühende Stauden für den Schatten nach oben
Für schattige Bereiche sind diese drei Dauerblüher empfehlenswert: Die Wiesenraute (Thalictrum delavayi), der Bergwald-Storchschnabel (Geranium nodosum) und der Sibirische Storchschnabel (Geranium wlassovianum). Die beiden etwa 40 hohen Storchschnabelarten eigen sich bestens als Bodendecker im Schatten. Der Sibirische Storchschnabel hat außer seiner langen Blütezeit noch eine schöne rote Herbstfärbung zu bieten. Die Wiesenraute ist mit 150 cm eine hohe Staude, die sich auch in Einzelstellung verwenden lässt. Mit ihren filigranen, weißen Blüten bringt sie Licht in dunkle Gartenecken. Im Herbst färben sich die Blätter gelb und sorgen so zum Saisonausklang für einen sehr hübschen Gold-Effekt im Schattengarten.

