Grüne Tipps: Grüne Tipps im April
Einleitung
April 2026 Endlich nimmt der Frühling Fahrt auf! Veilchen und viele Blütensträucher duften besonders intensiv, wenn die Sonne scheint. Vogelgezwitscher und das Summen der Bienen künden vom wiedererwachten Leben in der Natur. Auf den Beeten tut sich schon einiges, und der Garten verlangt nach unserem Einsatz. Folgen wir seinem Ruf!

Unser Ziergarten nach oben
Falls noch nicht erfolgt, sollten alle abgestorbenen, braunen Pflanzenteile der Stauden etwa zehn Zentimeter über dem Boden abgeschnitten werden. Eine Ausnahme bildet das Feenhaargras, auch Mexikanisches Federgras (Nassella tenuissima) genannt, dessen Schopf nur grob mit den Fingern ausgekämmt wird. Es bleibt größtenteils grün über den Winter und braucht keinen Rückschnitt. Dieses feine, anmutige Gras ist trockenheitstolerant, sehr anspruchslos und vermehrungsfreudig. Es verträgt alles außer Staunässe und Schatten.
Die meisten Stauden können nun, zum Beginn der Vegetationszeit, noch geteilt und vermehrt werden. Das gilt auch für Teich- und Teichrandstauden, die Sie jetzt ebenfalls zurückschneiden sollten.
Behalten Sie die Wildkräuter im Blick! Sie dürfen gern im Garten blühen, aber vor der Samenreife sollte man sie aus dem Boden ziehen. Lassen Sie sie danach in der Sonne verwelken und geben Sie sie erst dann auf den Komposthaufen. Am besten schauen Sie jede Woche gründlich durch, dann halten Sie sie „in Schach“. Gleichzeitig ermöglichen Sie so den heimischen Wildbienen, dass sie sich von den Wildkräutern ernähren können.
Die Aussaat von Sommerblumen kann jetzt starten. Viele Arten wie Sonnenblumen, Studentenblumen, Sommerastern, Goldmohn, Kapuzinerkresse, Schmuckkörbchen, Korn- und Mohnblumen, Löwenmäulchen und viele mehr dürfen nun in den Boden. Ein Blick auf die Rückseite der Samentütchen macht es leicht, keinen wichtigen Zeitpunkt zu verpassen.
Bodenleben fördern nach oben
Damit sich Gartenboden schnell erwärmt, empfiehlt es sich, ihn nun zwischenzeitlich von seiner Mulchabdeckung zu befreien. Diese kann man unter Sträuchern und auf Staudenbeeten flach einarbeiten und verrotten lassen und auf diese Weise den Boden düngen. Alternativ können Sie die Mulchschicht abharken und für heiße Sommermonate auf einem Haufen zwischenlagern. Jetzt im Frühjahr soll jeder Sonnenstrahl den Boden erreichen, im Sommer hingegen darf ihn und seine Bewohner gern wieder eine Mulchauflage vor zu starker Verdunstung schützen. Das Bodenleben profitiert von optimalen Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit. Die kontinuierliche und schnelle Umsetzung organischer Substanz wird begünstigt, was wiederum Nährstoffe für die Pflanzen freisetzt. Der Einsatz von Mineraldüngern (z. B. Blaukorn) umgeht diese, das Bodenleben fördernde Komponente, und führt langsam zum Verarmen des Bodens – mit all den negativen Folgen wie Versalzung, Sauerstoffarmut und Verdichtung. Pflanzenwurzeln finden so leider immer schlechtere Bedingungen vor und reagieren mit schwachem Wachstum und dürftigen Erträgen.
Der Bedarf an Kompost ist im Frühjahr am höchsten. Durch das einsetzende Wachstum benötigen alle Pflanzen mehr Nährstoffe. Diese sind in Kompost jeder Art in idealer Art und Weise für Boden, Bodenleben und Pflanzen enthalten. Zudem sorgt Kompost für die Belüftung des Wurzelbereichs – und seine dunkle Farbe hilft, den Boden schneller zu erwärmen.
Unser Gemüsegarten nach oben

Lösen Sie den ältesten Stapel Ihrer Kompostecke auf und bringen Sie das Material mit oder ohne Durchsieben auf die Beete auf. So ziemlich alle Gemüsearten sind dankbar für Kompostgaben, eine Ausnahme stellen lediglich mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Majoran, Oregano, Bohnenkraut, Rosmarin und Lavendel dar. Diese bevorzugen trockene, steinige – also arme – Böden in vollsonniger Lage für ihr Wachstum und die Ausbildung eines intensiven Aroma. Sie sollten spätestens jetzt zurückgeschnitten werden. Lassen Sie dabei mindestens einen Zentimeter des Neuwuchses aus dem Vorjahr stehen, damit sie sicher wieder austreiben.
Besonders die sogenannten Starkzehrer unter den Gemüsen benötigen viel mehr und vor allem kontinuierlich Nährstoffe. Zu ihnen gehören alle Pflanzen, die viel Blattmasse bilden müssen: Kohl- und Fruchtgemüse, Lauch, Sellerie, Kartoffeln oder auch Rhabarber. Das bedeutet, dass sie immer wieder versorgt werden sollten, vorzugsweise mit Hornmehl oder -grieß und natürlich mit Kompost.
Mitte bis Ende April können alle Gemüsesamen in den Boden. Nur mit besonders wärmeliebenden Arten wie Bohnen, Gurken und Gemüsemais sollten Sie noch ein paar Wochen warten. Unter konstant höheren Temperaturen wachsen sie dann zügig und holen schnell auf. Dies gilt für das Vorziehen aller Gemüsejungpflanzen. Selbst im April macht es noch Sinn, etliche Arten im Haus vorzuziehen und nach entsprechender Abhärtung im Mai ins Freiland auszupflanzen. Vorzugsweise abends und nie tiefer, als sie zuvor im Anzuchtbeet standen. Nachdem sie gut angegossen wurden, sollten sie sich schon am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang straff präsentieren. Überhaupt ist es ab sofort erforderlich, auf eine kontinuierliche Wasserversorgung zu achten. Manche Frühjahrsphasen sind recht warm und trocken und die jungen Pflanzen brauchen diesbezüglich unsere Aufmerksamkeit.
Gemüse, das im Sommer gepflanzt und im Herbst geerntet wird, sollten Sie jetzt aussäen – darunter Rosenkohl und Grünkohl. Salatarten (Kopf-, Schnitt- und Pflücksalat, Asiasalate), Kohlrabi und Blumenkohl sowie Brokkoli ermöglichen eine lange Erntezeit, wenn alle drei bis vier Wochen nur ein paar neue Samenkörner in den Boden kommen.
Und schließlich: Kartoffeln wollen jetzt ebenfalls in den Boden! Nicht zu tief (zehn Zentimeter reichen) und mit gebührendem Reihenabstand von 60 cm, in der Reihe mit 40 cm Platz zwischen den einzelnen Knollen, bietet man genug Platz zur Entwicklung kräftiger, guten Ertrag versprechender Pflanzen.
Unser Obstgarten nach oben
Kontrollieren Sie Ihre Johannisbeersträucher auf kugelförmige Blattknospen. In diesen verbergen sich Johannisbeergallmilben, die die davon befallenen Triebe vertrocknen lassen. Mit diesen Rundknospen bestückte Triebe bitte herausschneiden und in der Mülltonne entfernen oder besser verbrennen.
Blutläuse in Obstgehölzen, die mitunter den sogenannten Blutlauskrebs verursachen, lassen sich mittels Kapuzinerkresse vertreiben. Diese Art Pflanzenläuse mögen den senfartigen Geruch der hübsch blühenden Kletterpflanze nämlich nicht und verschwinden. Blattläuse hingegen fühlen sich davon angezogen und lieben ihre weichen Blätter. Dies kann man sich zunutze machen, um die Schädlinge vom zu schützenden Gehölz auf die Kapuzinerkresse umzuleiten. So bleibt der Baum weitgehend von deren Saugtätigkeit verschont. Einen Versuch ist es wert!
Auch auf Frostspanner an jungen Blättern sollten Sie achten. Am besten machen Sie den Befalls-Test: ein weißes Blatt Papier unter einen blühenden Trieb halten und diesen leicht schütteln bzw. abklopfen. Sind Tiere vorhanden, fallen diese auf das Blatt herunter. Dann bitte im Herbst unbedingt Leimringe um Stamm und Baumpfähle legen!

Und noch ein Tipp: Hängen Sie mit Holzwolle oder Stroh gefüllte Blumentöpfe als Ohrwurmquartier in die Obstbäume. Dann sind die Nützlinge schnell zur Stelle, wenn sich erste Blattläuse ausbreiten.
Es ist höchste Zeit zum Rückschnitt der Brombeeren, falls dies noch nicht geschehen ist. Gartenberater Philippe Dahlmann aus unserem Landesverband Nordrhein-Westfalen hat dazu ein kurzes Video (www.youtube.com/@WohneigentumNRW) produziert, in dem er sehr anschaulich erklärt, wie man dies problemlos bewerkstelligt.
Die Flächen unterhalb der Obstgehölze (Beerenobst wie auch Bäume) sind für eine dünne Mulchschicht (Rasenschnitt, Dung, Kompost) dankbar. Diese zögert den Blühbeginn etwas hinaus, was oft schon reicht, um Spätfrostschäden zu verhindern. Zudem bleibt der Boden feucht und Wildkrautsamen wird die Keimung erschwert. Gehölze auf leichten Böden sollten nun mit einem Volldünger versorgt werden, der im Bereich der Kronentraufe, also nicht in Stammnähe, auszubringen ist.

Können Sie jetzt schon an jungen Blättern der Pfirsichbäume die typischen Blasen und Verfärbungen der sogenannten Kräuselkrankheit beobachten, pflücken Sie diese Blätter ab, sofern Sie noch herankommen und entsorgen sie mit dem Hausmüll. Bei kleinen Bäumen klappt das noch. Dadurch wird der Befall und die Anzahl neuer Sporen zumindest reduziert. Die beste Möglichkeit ist jedoch, eine diesbezüglich tolerante Pfirsichsorte zu kultivieren. Fragen Sie gern bei der Gartenberatung unseres Verbands nach, welche Sorten das sind (www.gartenberatung.de).
Ach so: Rasenpflege steht im April natürlich auch an. Aber das wissen Sie ja …