Bachlauf selber bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Garten
Einleitung
Ein eigener Bachlauf im Garten sorgt für beruhigendes Plätschern und macht aus einem einfachen Teich eine naturnahe Wasserlandschaft. Mit der richtigen Planung, passenden Materialien und etwas handwerklichem Geschick lässt sich ein Bachlauf selber bauen – auch ohne großes Gefälle. Wie Sie Bachbett, Teichfolie und Technik optimal einsetzen, lesen Sie in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Ein Bachlauf wertet jeden Garten optisch und akustisch auf. Das fließende Wasser schafft eine entspannte Atmosphäre und bringt Bewegung in den Gartenteich. Besonders schön wirkt ein kleiner Wasserfall am Anfang des Bachlaufs.
Auch in flachen Gärten ist ein Bachlauf möglich: Schon eine künstlich aufgeschüttete Anhöhe von 50 bis 100 Zentimetern reicht aus.
Bachbett erstellen nach oben

Ein Bachlauf sollte mindestens 2,5 bis 3 Meter lang sein. Er darf aber gern länger sein. Profigärtner bauen flache Bachläufe oft nach einem einfachen Prinzip: Zuerst wird ein geschwungener Graben ausgehoben. Er sollte etwa 30 bis 50 cm tief sein. Danach wird der Graben mit einer 1 bis 1,20 Meter breiten Folie ausgelegt.
Wichtig ist der Rand: Die Folie muss dort steil nach oben geführt werden – nicht in die Erde hinein. Sonst zieht die Erde Wasser aus dem Bach (Kapillareffekt). Für mehr Sicherheit können Sie neben dem Bachrand einen flachen zusätzlichen Graben ausheben. Legen Sie die Folie über den Rand hinaus bis auf die andere Seite dieses Grabens. Füllen Sie ihn dann mit Kies. Das hält die Folie fest und verdeckt sie gleichzeitig.
Zum Schluss wird der Bach gestaltet. Setzen Sie feuchtigkeitsliebende Pflanzen an den Rand. In größeren, wassergefüllten Mulden eignen sich auch Sumpfpflanzen.
Für steile Hänge gibt es fertige Elemente im Handel. Damit lassen sich Bachläufe und Wasserfälle schnell und einfach bauen. Es gibt sogar komplett vorgeformte Wasserfälle aus Kunststoff mit Pflanznischen und Wasseranschluss.
Die richtige Teichfolie nach oben

Eine Teichfolie mit einer Dicke von 0,5 bis 0,8 mm sorgt dafür, dass der Bach dicht bleibt. Sie besteht meist aus PVC oder aus dem weicheren, umweltfreundlichen EPDM-Kunstkautschuk. Wenn der Boden steinig ist, sollten Sie ihn vorbereiten. Legen Sie zuerst eine Schicht Sand ins Bachbett oder verwenden Sie ein weiches Geo-Vlies. So wird die Folie nicht beschädigt.
Sie können die Folie als Meterware von der Rolle kaufen oder fertig zugeschnitten. Achten Sie darauf, sie breit genug zu wählen. Planen Sie an beiden Seiten jeweils etwa 30 cm extra ein. Damit der Bach nicht undicht wird, müssen die Folienstücke gut verbunden werden. Legen Sie die Bahnen auf einem ebenen Untergrund etwa 4 bis 6 cm überlappend aus. Tragen Sie dann an den Rändern auf beide Seiten Kleber für Teichfolie auf. Drücken Sie die Folie anschließend fest zusammen – ähnlich wie beim Flicken eines Fahrradschlauchs.
Noch sicherer ist es, die Folie zu verschweißen. Dafür nutzen Profis einen elektrischen Lötkolben oder einen Heißluftföhn. So entsteht eine stabile Verbindung, und die Folie kann später als ein großes Stück im Bach verlegt werden.
Dekorative Wasserquelle nach oben

Auf kleinen Grundstücken eignen sich Quellsteine oder dekorative Amphoren gut als Wasserauslass. Auch moderne Varianten sind möglich: Zum Beispiel „Quellen“ aus Edelstahl oder Aluminium, die aus einem Steinblock herausragen.
Im Gartencenter gibt es viele passende Sets. Diese enthalten oft schon den Anschluss und einen Spiralschlauch. Achten Sie darauf, keine zu engen oder zu langen Leitungen zu verwenden. Dazu zählen zum Beispiel PVC-Rohre oder Spiralschläuche, die im Boden verlegt werden. Sie können den Wasserfluss bremsen, weil Reibung entsteht und der Druck sinkt.
Etwas Technik nach oben
Damit der Kreislauf zwischen „Quelle“, Bach und Wasserfall funktioniert, braucht man eine Druckpumpe im Teich. Für kleinere Bachläufe reichen elektrische Unterwasser-Druckpumpen aus, die nicht viel mehr als 60–70 Watt aufnehmen. Sie sind preisgünstig in der Anschaffung und leise im Betrieb. Je größer der Höhenunterschied und je breiter der Bach, desto stärker muss die Pumpe sein. Damit genügend Wasser rauscht, sollten für Bachläufe ab 5.000 Liter/Stunde fließen.
Im Design erinnern moderne Pumpen der führenden Hersteller eher an Ufos als an die gewohnte Technik. Geringer Stromverbrauch, Dauerbetrieb und integrierte Vorfilter sind selbstverständlich, sodass die Pumpen mit den üblichen Verschmutzungen problemlos fertig werden.
Wichtig: Wasserfilter nach oben
Bachläufe heizen sich aufgrund der geringen Wassertiefe schneller auf als Teiche. Das fördert Algenwachstum. Doch nur klares Wasser ist ein Genuss. Deshalb lohnt es, von Anfang an einen Feinfilter für die ganze Anlage mit mechanischer und biologischer Klärung anzuschließen. Die beste Klärung bringt eine zusätzliche Lampe, die mit UV-Licht Bakterien, Keime und Schwebealgen abtötet und verklumpt. Über die Filteranlage lassen sich die Reste zuverlässig entfernen.
Mit einer wetterfesten Schaltuhr regeln Sie, wann der Bachlauf murmeln und der Wasserfall plätschern darf. Nämlich dann, wenn sich die Familie im Garten aufhält und die Geräuschkulisse als angenehm empfunden wird.
Alternativ können Sie ein natürliches Filterbecken anlegen. Wie das geht, lesen Sie unter Regenwasser für den Gartenteich.
Buch-Tipp nach oben

Siegfried Stein
„Miniteiche & Wasserspiele“, 12,99 Euro, BLV-Verlag München, ISBN 978-3-8354-1569-0
„Miniteiche und Wasserspiele“ vermittelt das nötige Basiswissen zum Gestalten, Bepflanzen und Pflegen von Wassergärten. Mit Schritt- für- Schritt Anleitungen und zwölf Gestaltungsvorschlägen: von der Schale bis zum Seerosenteich.