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Grüne Tipps: Grüne Tipps im Oktober

Einleitung

Oktober 2026 Die ganze Natur brilliert! Die reifen Früchte und bunten Laubblätter bringen bei Sonnenschein alles zum Leuchten. Seien es die verschiedenen Ahornarten und -sorten, Amberbäume, Zierwein oder der Korkflügelstrauch: Alle zeigen nun ihre schönsten Farben. Es duftet nach Erde und nach Reife in feuchtkühler, frischer Nachtluft. An sonnigen Herbsttagen kann die Zeit im Freien in vollen Zügen genossen werden. Und zu tun gibt es auch noch einiges …

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Der Zierwein hat im Sommer für Kühle im Haus gesorgt, jetzt leuchtet er in den schönsten Farben.

Unser Gemüsegarten nach oben

Die meisten Gemüsearten sind jetzt erntereif und müssen vor den ersten Nachtfrösten geborgen werden. Dies betrifft besonders dünnschaliges Fruchtgemüse wie Paprika, Tomaten, Gurken und die bei uns (noch) exotischen Melonen. Sind sie noch nicht ganz reif, können die Früchte in einem Pappkarton mit Deckel im Haus bei rund 20 Grad Celsius nachreifen. Dabei ist ein dazugelegter Apfel hilfreich, denn das Reifegas Ethylen, das dieser verströmt, regt auch das Gemüse zum Reifen an. Ebenso sollten Zucchini, Fenchel und Kürbis vor dem Frost geerntet werden. Kürbis hält sich, trocken, dunkel und kühl gelagert, bis weit ins nächste Frühjahr – sofern er nicht vorher verspeist wurde.

Wurzelgemüse wie Möhren, Knollensellerie, Kohlrüben, Rote Bete, Wurzelpetersilie und Meerrettich werden nun auch aus dem Boden genommen und vorzugsweise in Kisten mit leicht feuchtem, feinem Sand gefüllt und im kühlen Keller gelagert. Das Laub darf übrigens nicht abgeschnitten, sondern muss abgedreht werden, sonst faulen die Köpfe der Wurzeln leicht. Wer keinen kühlen Keller hat, kann sie auch im Garten einmieten. Diese Lagermethode ist bewährt und wurde früher häufig angewandt. Dazu hebt man den Gartenboden in gewünschter Mietenbreite und -länge in einer Tiefe von 10 bis 15 cm aus. Der Aushub wird am Schluss wieder eingefüllt, er ist also in der Nähe zu lagern. Zum Verhindern von Mäusefraß muss die flache Grube mit engmaschigem Draht ausgekleidet werden. Dann wird das gesunde und unver-

letzte Erntegut zu einem Haufen bzw. einer Miete aufgeschichtet und mit einer trockenen Strohschicht von 10 bis 20 cm Stärke bedeckt. Auf dieser verteilt man dann die ausgehobene Erde, die mit der Schaufel leicht anzuklopfen ist. Um das Mietenlager zu belüften, werden zwischen Erntegut und dem Mieten-„Dachfirst“ etwa alle 70 cm ca. 10 cm dicke Strohbündel senkrecht eingebaut, die mit der Strohschicht auf dem Gemüse in Verbindung stehen. Sie ragen quasi wie Schornsteine über die Miete hinaus und ermöglichen den Gasaustausch mit der Außenluft.

Porree, Grün- und Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Winterrettich und Feldsalat können über Winter draußen bleiben. Diese werden frisch geerntet und reifen durch Frosteinwirkung nach. Dabei entwickeln sie ihren intensiven, typischen Geschmack. Eine Mulchschicht auf den Beeten, z. B. aus gesundem Falllaub, ermöglicht lange die problemlose Ernte der Wurzelgemüsearten. Laub sollten Sie ohnehin immer im Garten belassen – unter Hecken und Sträuchern, auf Beeten oder auf dem Komposthaufen ist es ein wertvolles Winterlager für Tiere sowie Bodenlebewesen und schließlich Nahrung für Ihre Pflanzen der nächsten Vegetationszeit. (weitere Informationen: Kompost – der perfekte Kreislauf)

Aber nicht nur ernten, auch aussäen und pflanzen ist im Oktober möglich. So kann man in 8 bis 10 cm tiefe Bodenrillen geeignete Salatsorten pflanzen, die in einem etwa 10 cm breiten Bodenwellental vor kalten Winden geschützt bleiben und im Frühjahr dann schon sehr zeitig wachsen. Wichtig hierbei ist, dass die Pflanzen nicht tiefer gesetzt werden, als sie zuvor im Saatbeet standen. Wenn Mangold im Frühjahr geerntet werden soll, ist es klug, die Pflanzen nun bist zum unteren Rand der Blattspreite mit Erde anzuhäufeln. Die Blattstiele sollen nicht mehr zu sehen sein. So überstehen sie den Winter gut. Auf leichten Böden kann man Ende Oktober, kurz vor den ersten Frösten noch frühe und mittelfrühe Möhren aussäen. Das Saatgut ruht im Boden, bis im nächsten Frühjahr die Keimung einsetzt. Auf diese Weise können Sie schon im Juni erste Wurzeln ernten.

Für frischen Schnittlauch über Winter sollte man gegen Ende des Monats die Pflanzen im Garten ausstechen, eventuell teilen und in Blumentöpfe pflanzen. Diese können im ungeheizten Gewächshaus, etwas in den Boden eingesenkt, darauf warten, nach und nach ins Haus geholt zu werden. Auf der Fensterbank setzt dann das Wachstum ein und wenn ein Topf abgeerntet ist, tauschen Sie ihn gegen den nächsten aus.

Unser Obstgarten nach oben

Äpfel: Je nach Sorte unterscheidet man zwischen Pflück- und Genussreife.

Oktober ist Erntezeit für viele Apfel- und Birnensorten. Dabei ist zwischen Pflück- und Genussreife zu unterscheiden. So gibt es etliche Sorten, die zur Erntezeit noch nicht schmecken, weil sich ihre Genussreife erst im Lager entwickelt. Da dies sortenspezifisch ist, lohnt sich das Erkunden der Reifeeigenschaften, zum Beispiel im Internet, im versierten Fachhandel oder bei der Gartenberatung unseres Verbandes.

Achten Sie beim Ernten darauf, dass Sie Fruchtmumien nicht am Baum belassen. In ihnen überwintern Krankheiten und Schädlinge, die schon mal vor Ort wären, wenn die nächste Saison beginnt. Am besten, Sie entfernen sie über die Komposttonne oder den Restmüll von Ihrem Grundstück.

Nach kräftigen Herbststürmen findet sich der größte Teil der Walnüsse unter dem Baum wieder. An solchen Tagen lohnt sich das Aufsammeln besonders. Sind noch grüne oder braune Schalenreste an den Nüssen, müssen diese entfernt werden. An einem trockenen, luftigen Platz werden die Nüsse dann noch ein paar Wochen getrocknet. Sie können dabei in gebrauchten Kartoffelnetzen, zum Beispiel unter einem Carport, aufgehängt werden. Ab und zu müssen sie einmal durchgeschüttelt werden. Wir schütten die getrockneten Nüsse schließlich in Kartons und lagern sie im trockenen Keller. Walnüsse sind sehr gesund, das scheinen auch die Wintervögel zu wissen:

Nicht ganz leere Schalen suchen sie noch einmal gründlich durch. Wer zu viele Walnüsse hat, kann sie deshalb im Winter auch etwas zerdrückt den Vögeln im Garten präsentieren – mit Sicherheit finden sich dankbare Abnehmer!

Oktober heißt: ideale Pflanzzeit für Gehölze. Insbesondere in trockenen Gegenden, wo die Winterfeuchte das Anwachsen wesentlich begünstigt, trifft dies zu. Da der Boden im Oktober noch warm ist, wachsen die Wurzeln relativ zügig an. Sogenannte wurzelnackte Obst- und Heckengehölze bekommt man ohnehin nur von Oktober bis März im Fachhandel zu kaufen. Sie sind preislich etwas günstiger als getopfte Ware und wachsen, in dieser Zeit umgepflanzt, trotzdem gut an.

Eine gute Pflanzvorbereitung ist die beste Voraussetzung für das Anwachsen. Das heißt:

  • Den Boden lockern.
  • Die Pflanzgrube mit Drahtgeflecht auskleiden, wenn Wühlmäuse zu befürchten sind.
  • Einen Baumpfahl (falls nötig) als Stütze anbringen.
  • Die Baumscheibe mit Kompost mulchen.

Da Obst mit Ausnahme von Heidelbeeren keinen sauren Boden mag, empfiehlt sich das Kalken des künftigen Standorts. Wer sicher gehen will, macht einen pH-Bodentest, den es in jeder Gartenabteilung von Baumärkten oder in Gartencentern gibt.

Generell gilt: Pflanzen Sie Obstgehölze nie tiefer, als sie in der Baumschule standen. Man sieht recht gut am Wurzelhals, wie tief das war. Die Veredelungsstelle muss immer oberhalb der Bodenoberfläche bleiben. Auf leichten Böden empfiehlt sich zusätzlich, die nackten Wurzeln vor der Pflanzung in flüssigen Lehmbrei zu tauchen. Diese dünne Lehmschicht speichert das Bodenwasser wurzelnah und begünstigt somit das Anwachsen in wasserdurchlässigen Sandböden.

Für wärmeliebende Obstgehölze wie Pfirsich und Nektarine, Aprikose und Feige ist es besser, mit dem Pflanzen bis zum Frühjahr zu warten und auch nur in warme, gut durchlüftete Böden mit reichlich Humusanteil zu pflanzen. Zudem sollte der Standort geschützt und in voller Sonne liegen. Eine Südmauer in unmittelbarer Nähe ist vorteilhaft, da diese in Spätfrostnächten im Frühjahr während der Blütezeit wie ein Ofen die Sonnenwärme des Tages an die umgebende Luft abgibt und so das Erfrieren der Blüten zu verhindern vermag.

Das Umpflanzen von Obstbäumen, die noch nicht länger als drei bis vier Jahre stehen, kann ebenfalls ab Ende Oktober vorgenommen werden. Dabei muss der Wurzelballen möglichst großzügig ausgestochen werden, damit viele der feinen Faserwurzeln an den neuen Standort mitkommen. Zudem ist wichtig, die gesamte Krone vor dem Umpflanzen auf etwa zwei Drittel bis zur Hälfte ihrer Größe zurückzuschneiden. Wird dies vernachlässigt, ist das Anwachsergebnis gefährdet, weil das Verhältnis zwischen ober- und unterirdischem Wachstum nicht ausgeglichen ist. Im Übrigen gelten alle oben genannten Bedingungen für gutes Anwachsen.

Unser Ziergarten nach oben

Im Staudenbeet blüht die Japan-Herbst-Anemone wunderschön in zartem Lila.

Für die Pflanzung einer Hecke aus Laubgehölzen ist jetzt die richtige Zeit. Wie schon erwähnt, sind wurzelnackte Jungpflanzen preislich etwas günstiger, was sich mit zunehmender Heckenlänge durchaus bemerkbar macht. Hecken ab zwei Meter Höhe dienen dem Windschutz. In Norddeutschland nimmt der Wind im Zuge des Klimawandels zu, hier sind sie daher von wachsender Bedeutung – im wahrsten Wortsinn. Lichte Hecken wirken am effektivsten, wenn sie im rechten Winkel zur Hauptwindrichtung gepflanzt sind. Sie bremsen den Wind ab, blockieren ihn aber nicht. Manchmal ist es nämlich gut, dass etwas Wind durch den Garten zieht, man denke nur an heiße Sommertage oder an die Zeit nach einem Regenguss. Das Laub der Pflanzen soll dann schnell wieder abtrocknen, damit Pilzkrankheiten nicht zum Zug kommen können.

Wer Platz hat, sollte eine sogenannte frei wachsende Hecke anlegen, in der sich große und kleine Sträucher – am besten zweireihig – entfalten können. Hier kommen besonders heimische Gattungen wie Liguster (Ligustrum), Ahorn (Acer), Wildrosen (Rosa), Hartriegel (Cornus), Pfaffenhütchen (Euonymus), Heckenkirschen (Lonicera), Holunder (Sambucus), Berberitzen (Berberis) und Schlehe (Prunus spinosa) ins Spiel. Sie bieten vielen heimischen Tieren Nahrung und Unterschlupf, insbesondere dann, wenn möglichst viele verschiedene angepflanzt werden. Die Insekten- und Vogelwelt wird es Ihnen danken! Bei weniger Platz im Garten ist eine Formschnitthecke sinnvoller. Geeignete heimische Arten sind beispielsweise Weißdorn (Crataegus monogyna), von dessen Beeren nicht weniger als 32 Vogelarten fressen. Rotbuche (Fagus sylvatica), Hainbuche (Carpinus betulus), Kornelkirsche (Conus mas), Liguster (Ligustrum), Stechpalme (Ilex aquifolium) und Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) seien hier ebenfalls als geeignet empfohlen.

Sollen ein paar neue Rosen in Ihren Garten Einzug halten? Dann wählen Sie jetzt Ihre Sorten, denn zurzeit ist die Angebotsvielfalt am größten. Dabei empfiehlt es sich, Sorten aus der geprüften und für gut befundenen Gruppe der ADR-Rosen zu nehmen. Sie sind besonders gesund und haben auch sonst wertvolle Eigenschaften.

Jetzt ist auch Zeit zum Verjüngen und Teilen vieler Stauden: Die zu teilenden Arten können Sie schon jetzt zurückschneiden, aus den gleichen Gründen, wie bezüglich der Umpflanzung von Obstbäumen ausgeführt. Stauden, die an ihrem Standort verbleiben, aber bitte erst nach dem Winter zurückschneiden. Von deren Samen ernähren sich nämlich Vögel und in ihren hohlen Stängeln sowie unter abgestorbenen Blättern überwintert so manches Insekt. So tragen Sie zur Erhaltung der Artenvielfalt und mehr Leben in Ihrem Garten bei.

Astern sind für Schmetterlinge im Herbst eine leckere späte bis sehr späte Nahrung im Jahr.

Außer Herbst- und Winterastern, bei denen der Frühling besser geeignet ist, können Sie nun so ziemlich alle Arten teilen, da die Wachstumsruhe langsam eingekehrt ist. Frostempfindliche Blütenpflanzen wie Dahlien und Gladiolen und natürlich auch alle mediterranen Exoten, wie Blumenrohr (Canna indica) müssen nun aus dem Beet geborgen werden. Ihre Überwinterung erfolgt kühl, trocken (zum Beispiel in einem gelochten Folienbeutel) und frostfrei.

Frühlingsblumenzwiebeln hingegen kommen jetzt in den Boden. Probieren Sie doch mal etwas Neues und sparen Sie nicht an Vielfalt für eine Farbexplosion im Frühling! Kleiner Tipp: Je kürzer die Stängel, desto früher die Blüte.

  • Grüne Tipps: Grüne Tipps im September