Grüne Tipps: Ihr Garten im Juli
Einleitung
Juli 2025 In diesem Monat spielt Wasser die tragende Rolle im Garten. Licht und Temperatur im Garten sind optimal, nur Wassermangel kann Wachstums- und auch Ertragsbremse sein. Daher sollte dem richtigen Gießen, oder besser gesagt dem Wässern, die größte Aufmerksamkeit gelten.


Wässern meint nicht „pütschern“, wie es in Norddeutschland heißt, sondern bedeutet, reichlich zu gießen, damit das Wasser auch in tiefere Bodenschichten gelangt. Denn dorthin sollen die Wurzeln der Pflanzen gelenkt werden. Nur so kommen sie auch in Trockenphasen noch an diese Ressource. Etwa 20 l/m² pro Gießgang sollten schon ausgebracht werden. Wohl den Gärtnern und Gärtnerinnen, die Regenwasser sammeln und in Zisternen oder Regentonnen einen Vorrat verfügbar haben. Denken Sie auch an Tiere, die Wasserstellen im Garten gern annehmen.
Unser Gemüsegarten nach oben
Nach der Ernte der ersten Gemüsearten wird jetzt schon die späte Ernte, also die in Herbst und Winter, vorbereitet. Abgeerntete Beete nun nicht umgraben, sondern nur mit einer Grabegabel lüften oder die Beetoberfläche flach grubbern. So bleiben alte Wurzelkanäle im Boden erhalten, die die neuen Pflanzen sofort nutzen und somit weniger Energie für ihr Wurzelwachstum aufwenden müssen. Auch die Bodenfeuchtigkeit wird auf diese Weise nicht unnötig verringert und das Bodenleben, das jetzt sehr aktiv ist, nicht gestört.
Auf einem abgeernteten Erbsen- oder Bohnenbeet verbleiben die Wurzeln in der Erde. Einfach die oberirdischen Teile der Pflanzen abschneiden und auf den Kompost bringen. Die Wurzeln von Schmetterlingsblütlern, zu denen neben Erbsen auch Bohnen, Lupinen, Klee und andere Hülsenfrüchtler (Leguminosen) zählen, sammeln nämlich mittels ihrer „befreundeten“ knöllchenbildenden Wurzelbakterien den Stickstoff aus der Luft und stellen ihn, nun im Boden gebunden, auch Folgekulturen zur Verfügung. So ersparen Sie sich die Stickstoffdüngung für die nächste Kultur.
Gründüngung ist ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Schlecht dagegen ist, wenn die Beete über Wochen kahl bleiben! Manche höher wachsenden Gemüsearten kann man mit einer sogenannten Untersaat versehen. Diese bedeckt den Boden und schützt ihn vor Verdunstung, Erosion und bei viel Regen auch vor Nährstoffauswaschung.
Unser Obstgarten nach oben
Erdbeeren sollte man sofort nach der Ernte von allen Ranken befreien – so darf man im nächsten Jahr mit höherem Ertrag rechnen. Die Pflanzen stecken ihre Kraft dann nämlich nicht in den „Nachwuchs“, sondern in ihre Speicherorgane, die Wurzeln. Die Erdbeerranken werden mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze abgetrennt. Dies ist unter Umständen mehrfach zu wiederholen, je nach Wuchsfreudigkeit der Sorte. Sind die Blätter von Krankheiten (Schimmel, Blattfleckenkrankheiten, Fäulnis) oder Schädlingen befallen, darf man sie bis spätestens 20.07. komplett abmähen. Eine Regenerierung der Pflanzen geschieht im Sommer relativ schnell. Mäht man die Blätter jedoch später ab, wird der Ertrag des Folgejahres beeinträchtigt. Erdbeeren bleiben nur maximal drei Jahre stehen, danach ist ein erheblicher Ertragsrückgang spürbar. Die Vermehrung der Beeren erfolgt über die oben erwähnten Ableger. Nur die kräftigsten Jungpflanzen der einjährigen Pflanzen sollten für ein neues Beet ausgewählt werden. Wenn sie Wurzelansätze zeigen, pflanzt man sie umgehend auf die neue Stelle und achtet auf kontinuierliche Bodenfeuchte und auch auf Sonnenschutz. Jungpflanzen von älteren Mutterpflanzen und solche mit nicht normal entwickelten Blättern besser nicht weiter kultivieren, sie enttäuschen später beim Ertrag.
Falls die Walnuss überhaupt geschnitten werden muss, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Eigentlich ist das nicht nötig, aber wenn sich etwa Äste aneinander reiben oder im Weg hängen, können Sie sie jetzt entfernen, und zwar direkt an ihrer Basis.
Pflaumen und Pfirsiche, die jetzt schon reifen, entwickeln ein intensiveres Aroma, wenn man sie etwas länger am Baum lässt. Gegenteilig verhält es sich mit frühen Birnensorten, wie ‘Bunte Julibirne’. Diese werden mehlig, wenn sie zu lange am Baum bleiben.
Der Auslichtungsschnitt bei Stachelbeeren und Johannisbeeren kann mit der Ernte der Früchte oder unmittelbar danach erfolgen. Die ältesten, dicksten Triebe werden einfach mit einem Astkneifer bodennah abgeknipst oder abgesägt.
Unser Ziergarten nach oben
Seit dem Frühjahr nimmt die Blütenfülle täglich zu, nun blühen aber auch schon etliche Pflanzen ab oder haben sogar schon eingezogen.
Die zweite Julihälfte ist ein guter Zeitraum, um Schwertlilien zu teilen. Die Pflanzen werden samt ihrer dicken Speicherwurzeln (Rhizome) mit der Grabegabel aus dem Boden gehoben, mit scharfem Messer geteilt und das Laub etwas eingekürzt. An neuer Stelle setzt man sie so flach in den vorbereiteten Boden, dass die obere Hälfte der Rhizome sichtbar bleibt. Besonders bei schweren Böden ist es wichtig, flach zu pflanzen, weil die Wurzeln sonst bei Staunässe faulen können.
Die meisten Frühblüher haben nun gelbes bzw. braunes Laub und können aus dem Boden genommen werden – falls man sie umpflanzen möchte. Am besten lagert man die Zwiebeln und Knollen trocken und schattig und pflanzt sie ab Mitte September an die neue Stellen. Niedrige Frühblüher dürfen sich aber jahrelang an Ort und Stelle vermehren. Je größer ihre Blütenteppiche, desto schöner ist ihre Wirkung im Beet.
Manche Staude setzt nun zu einem zweiten Flor an, was durch das Abschneiden der verblühten Blütenstände beschleunigt werden kann. Etwas Dünger und immer ausreichend Wasser im Boden geben ihnen zusätzlich Kraft für den Spätsommerflor.
Auch Rosenpflanzen erhalten im Juli ihre letzte stickstoffhaltige Düngung, damit die Triebe bis zum Wintereintritt ausreifen können. Der Dünger sollte kaliumbetont sein, denn Kalium fördert die Holzreife. Mit einem rein organischen oder organisch-mineralischen Volldünger kann man nichts falsch machen, sofern die ausgebrachte Menge den Empfehlungen auf der Verpackung entspricht.


Wer möglichst vielen Insekten Nahrung anbieten möchte, sollte im Juli die feine Saat des Seidenmohns (Papaver rhoeas) säen. Im nächsten Sommer kann man dann jeden Morgen viele Wildbienen, Schwebfliegen und auch Honigbienen auf den sich öffnenden Blüten beobachten. Für sie ist Seidenmohn ein Magnet! Eine Seltenheit unter Mohnblüten sorgt für besondere Aufmerksamkeit: der Kalifornische Scheinmohn (Romneya coulteri), auch Strauch- bzw. Baummohn genannt.
Große weiße Blüten mit gelber Mitte auf bis zu ein Meter hohen Stängeln ziehen ab dem Hochsommer alle Blicke auf sich. Sie erreichen bis zu 12 cm Durchmesser. Wegen dieser tollen Blüten wird er umgangssprachlich auch Spiegeleipflanze genannt. Dieser Mohn braucht einen nährstoffreichen, durchlässigen Standort in sonniger, geschützter Lage und über Winter ein locker aufgelegtes Vlies zum Schutz vor Nässe und Kälte. Ende März wird die Staude auf etwa 20 cm über dem Boden zurückgeschnitten, damit sie im Spätsommer wochenlang blüht. Eine imposante Kombinationspflanze für andere mediterrane Stauden, hohe Gräser und Patagonisches Eisenkraut!