Grüne Tipps: Grüne Tipps im Juni
Einleitung
Juni 2026 Lange sonnige Tage, die Luft voller Düfte und Vogelgezwitscher, Blüten wohin man schaut. Die meisten Rosen laufen zur Hochform auf, Schmetterlinge und Bienen düsen durch den Garten, und das erste Beerenobst zum Naschen ist schon reif – das nenne ich Lebensqualität!

Unser Gemüsegarten nach oben
Für gleichmäßiges Wachstum ist es wichtig, die Bodenfeuchtigkeit stabil zu halten, denn Schwankungen können Probleme bereiten: Kohlrabi und Möhren reißen auf, wenn nach längerer Trockenheit plötzlich wieder viel Wasser folgt, bei manchen Freilandgurkensorten werden die Früchte am Blütenende bitter. Bei ausbleibendem Regen sollte man also regelmäßig wässern. Mulchen und flaches Hacken der Bodenoberfläche helfen zusätzlich, die Verdunstung zu reduzieren.
Puffbohnen benötigen für die Samenreife besonders viel Feuchtigkeit. Damit sie schön zart bleiben, sollte man rechtzeitig ernten – bevor sich der sogenannte „schwarze Bart“ an den einzelnen Kernen bildet.
Eigentlich brauchen im Juni alle Gemüsearten reichlich Wasser: Salate, Kürbis, Frühkartoffeln, Rhabarber, Buschbohnen, Rote
Bete. Die Wachstumsbedingungen sind jetzt optimal, Wassermangel wäre der einzige begrenzende Faktor.
Im Gurkengewächshaus soll sogar die Luft feucht sein. Mehrmaliges tägliches Übersprühen der Pflanzen hilft dabei und beugt gleichzeitig einem Befall mit Spinnmilben vor.

Tomaten hingegen mögen nasse Blätter gar nicht – sie werden dann schnell Opfer des Braunfäule-Pilzes Phytophthora. Daher empfiehlt sich ein Regendach, und auch beim Gießen sollte kein Wasser an die Blätter spritzen. Tomaten und Gurken im selben Gewächshaus anzubauen funktioniert deshalb nur mit einer Folienabtrennnung, die unterschiedliche Luftfeuchtigkeitsbereiche schafft.
Tomaten wachsen im Juni kräftig – erkennbar an den Geiztrieben, die in jeder Blattachsel heranwachsen. Sobald man sie fassen kann, sollte man sie vorsichtig ausbrechen. Diese Seitentriebe entziehen der Pflanze Kraft, die sonst in den Fruchtertrag fließen würde. Buschtomaten im Freiland werden übrigens nicht ausgegeizt und bringen trotzdem einen guten Ertrag.
Gurken, Auberginen, Paprika und Melonen sind für vorgewärmtes Gießwasser dankbar. Lassen Sie das Wasser einfach tagsüber in einem Bottich oder in einer Regentonne stehen.
Blumenkohl bleibt schön weiß, wenn man zwei bis drei Blätter über die Rosette knickt. Die Blattrippen müssen dabei durchgebrochen werden, sonst richtet sich das Blatt wieder auf. Kurz vor dem Aufbrechen der Blume können Sie dann ernten.
Für die Herbsternte lohnen sich im Juni noch Aussaaten von Grünkohl, Rosenkohl, Winterendivien und Chicorée. Wer Kresse, Dill und Bohnenkraut kontinuierlich aussät, kann regelmäßig frische junge Kräuter ernten.
Gute Bedingungen haben leider auch Schädlinge. Wer braune Flecken auf Pfefferminzblättern entdeckt, sollte alles bodentief abschneiden und in die Mülltonne geben, denn es handelt sich dabei um Pfefferminzrost. Die Minze wächst schnell nach, und frische gesunde Blätter sind in jeder Hinsicht appetitlicher.
Unser Obstgarten nach oben
Auch Obst braucht viel Wasser, um gute und große Früchte zu entwickeln. Gehölze bewältigen gleichzeitig Trieb-, Blatt- und Fruchtwachstum und verdunsten dabei pro Sommertag etliche Liter über die Blätter. Beim Wässern gilt: unter 150 Liter pro Gießgang lohnt es kaum. Bei Birnbäumen empfiehlt es sich, im Bereich der Kronentraufe einen Dränschlauchring etwa 10 bis 20 cm tief im Boden zu verlegen und diesen regelmäßig zu befüllen. Das wirkt der Steinzellenbildung in den Früchten entgegen und fördert das Fruchtwachstum.


Im Juni lassen viele Bäume einen Teil ihrer angesetzten Früchte fallen – das ist eine natürliche Regulierung und kein Zeichen von Krankheit oder Wassermangel. Jungen Bäumen kann man dabei helfen, indem man kleine, minderwertige Früchte ausdünnt und nur die beste Frucht pro Büschel am Baum lässt. Weniger, aber hochwertige Früchte sind in aller Regel auch in unserem Interesse.
Jetzt beginnt die ersehnte Kirschenernte. Dass Süßkirschen immer mit und Sauerkirschen immer ohne Stiel verkauft werden, hat einen guten Grund: Bei Sauerkirschen kann beim Ernten leicht das Auge an der Basis des Fruchtstiels herausgerissen werden, was den Baum schädigt.
Zu groß gewordene Süßkirschenkronen lassen sich verkleinern, indem man zur Ernte ganze Äste heraussägt und die Früchte am Boden abpflückt. Dieser Sommerschnitt schadet dem Baum weniger als ein Winterschnitt, da Wunden in der Sommerwärme schneller verheilen.
Achten Sie auch immer auf sogenannte Stockausschläge an den Obstbäumen. Dies sind Wurzelausschläge an der Stammbasis, die so tief wie möglich entfernt werden müssen. Gegen Apfelwicklerlarven (Obstmaden) helfen Wellpappegürtel, etwa 15 cm breit, mit der glatten Seite nach außen am Stamm befestigt – maximal einen Meter hoch. Eine Folie als Regenschutz darüber ist hilfreich. Alle 14 Tage sollten Sie den Streifen kontrollieren und nach Bedarf erneuern.
Beerenobst wird größtenteils im Juni reif. Stachelbeeren lassen sich an den Zweigen hängend aus dem Strauch nehmen und am Tisch pflücken – dabei erfolgt gleich der nötige Auslichtungsschnitt. Kultur-Heidelbeeren reifen nicht gleichzeitig sondern nach und nach und müssen mehrmals durchgepflückt werden. Für das volle Aroma sollten blau gefärbte Früchte noch etwa eine Woche lang am Strauch bleiben. Mehrere Sorten im Garten erhöhen übrigens den Ertrag der einzelnen Sträucher.
Unser Ziergarten nach oben

Es ist Rosenzeit! Mehrmals im Jahr blühende Sorten werden ausgeputzt, also von verblühten Blüten befreit. Erfolgt der Schnitt kurz nach dem Abblühen, können rasch neue Knospen angelegt werden und der nächste Flor wächst zügig heran. Man schneidet immer bis zu einem voll ausgebildeten Laubblatt mit fünf Einzelblättern zurück – schneidet man tiefer, dauert das Nachwachsen deutlich länger. Eine Düngergabe zu diesem Zeitpunkt fördert die neue Blüte.
Wildtriebe bei Rosen erkennt man an ihren Laubblättern. Sie sind meist graugrün, stumpf, nicht glänzend und stärker an den Rändern gezähnt als die Edelsorte, und müssen umgehend an der Basis entfernt werden. Nie sind sie rot gefärbt – das ist oft die Farbe der Neutriebes der Sorte. Wildtriebe treiben unterhalb der Veredlungsstelle aus, wachsen meist gerade nach oben, also ohne Verzweigung und das recht schnell. An Rosenstämmchen wachsen sie am Stamm unterhalb der Krone. Drehen und reißen Sie diese am besten heraus, wenn Sie sie abschneiden sind sie nämlich bald wieder da.
Der Juni ist ein guter Zeitpunkt zum Aussäen von Stiefmütterchen und Horn-Veilchen. Das feine Saatgut lässt sich mit Sand mischen, damit die Samen nicht zu dicht fallen.
Das Laub von Frühjahrs-Zwiebelblumen wie Narzissen und Tulpen wird erst nach dem Vergilben abgeschnitten, denn erst dann haben die Zwiebeln ihre Entwicklung abgeschlossen. Narzissen verbleiben an ihrem Standort, Tulpen sollten alle zwei Jahre gerodet und auf Krankheiten kontrolliert werden. Ist der neue Standort frei, können sie gleich wieder gesteckt werden, sonst luftig und trocken im Schatten lagern.

Prachtstauden, die zweimal in einer Vegetationszeit blühen, wie Rittersporn, Salbei, Katzenminze oder Feinstrahl – werden nach dem ersten Flor auf rund 20 cm zurückgeschnitten und mit Dünger und reichlich Wasser versorgt. So entwickeln sie einen zweiten Flor im Spätsommer. Die Blütezeit lässt sich auch verlängern, indem man bereits vor dem ersten Flor einige Knospen herausschneidet. Die betreffenden Triebe wachsen dann versetzt nach, sodass kaum eine Blütepause erkennbar ist.
Polsterstauden, die im Frühjahr geblüht haben, wie Schleifenblume, Polster-Phlox oder Gänsekresse bleiben im Wuchs kompakt, wenn die neuen Triebe jetzt um etwa die Hälfte zurückgeschnitten werden.
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