Grüne Tipps: Ihr Garten im Juli
Einleitung
Juli 2026 Im sommerlichen Garten gibt es eine Menge zu tun. Trotzdem sollten Sie das „Chillen“ nicht zu kurz kommen lassen. Denn schließlich wollen wir, dass unser Garten Lust statt Last ist, nicht wahr?

Wässern und Düngen sind notwendig für gesundes, kräftiges Wachstum. Rasen sollte man jetzt nachdüngen, wenn nicht mit Mulchmähern gearbeitet wird. Beim Auffangen des Mähguts werden der Fläche nämlich kontinuierlich Nährstoffe entzogen. Besonders auf leichten Böden ist häufiges Nachdüngen mit geringen Mengen nötig und besser als seltene, hohe Gaben. Am besten für den Boden und die Pflanzen ist der Einsatz organischer Düngemittel wie Hornmehl. Auch organisch-mineralische Mehrnährstoffdünger sind gut. Sie verfügen über eine schnell wirkende sowie eine Langzeitkomponente.
Unser Ziergarten nach oben
Rosen und Clematis, die in der Sommerzeit ihre Blüten zahlreich und üppig präsentieren sollen, benötigen nun ebenfalls eine Nachdüngung. Gleiches gilt für stark zehrende Pracht- sowie remontierende Stauden. Auch sie brauchen im Juli für den zweiten Flor im Spätsommer bzw. Herbst einen guten Nährstoffvorrat. Zu ihnen gehören unter anderem einige Storchschnabelarten (Geranium), Katzenminzen (Nepeta), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Rittersporn (Delphinium), Feinstrahl (Erigeron), Kugeldisteln (Echinops) und Flockenblumen (Centaurea). Der komplette Rückschnitt bei Frauenmantel (Alchemilla mollis) nach der Blüte führt zu neuem Wuchs im selben Jahr, was die Pflanzen kompakt und gesund über nahezu die ganze Vegetationszeit aussehen lässt.
Im Juli wird es Zeit für den Hecken-Korrekturschnitt. Er soll lediglich schonend und nicht radikal wie im Frühjahr erfolgen. Der Neuwuchs darf nur in Form gebracht werden, nachdem sorgfältig geprüft worden ist, dass keine Vögel mehr in der Hecke brüten. Beachten Sie dabei auch, dass der untere Bereich etwas breiter als der Kopf der Hecke sein sollte, damit die Flanken gut belichtet und damit blickdicht bleiben.
Verblühtes auszuputzen regt das Ansetzen von neuen Blüten an – ein Trick, der bei Stauden, Rosen und auch bei Sommerblumen dazu führt, dass keine Samen gebildet werden. Zusammen mit ausreichend Nährstoffen und Wasser ist bei vielen Sommerblumen eine fast pausenlose Blüte bis hin zum Frost erreichbar.
Etliche hohe Stauden kippen im Laufe des Sommers leicht um. Sie bleiben standfester und blühen länger, wenn man einen Teil ihrer Triebe noch vor dem Erblühen um ca. 20 cm einkürzt. Diese gestutzen Stängel öffnen ihre Knospen dann vier bis sechs Wochen später und stützen die ungekürzten Stiele.
Staudenbeete sind im Sommer gegebenenfalls mit Rindenhumus nachzumulchen. Verwenden Sie jedoch nicht Rindenmulch, dieser ist nur gut unter Gehölzen. Mein Tipp: Zuvor immer etwas Hornmehl ausstreuen, das vermeidet Stickstoffmangel, der beim Einsatz von Rindenprodukten sonst schnell auftritt und die Pflanzen kümmerlich aussehen lässt.
Eine mineralische Deckschicht aus Kies, Splitt, Lavagrus oder Sand verwendet man bei den Stauden, die magere Böden bevorzugen. Deck- bzw. Mulchschichten halten die Bodenverdunstung gering und kühlen den Boden bei starker Sonneneinstrahlung, was dem Bodenleben und damit letztlich auch den Pflanzen zugute kommt.
Wässern ist das Dauerthema in Zeiten des Klimawandels, zumindest dort, wo weniger Regen als sonst fällt. Dabei ist entscheidend, gründlich zu gießen. Das heißt, das Wasser muss im Wurzelbereich ankommen, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Geben Sie also nicht weniger als 20 l pro Quadratmeter bei einem Gießgang. Pflanzen mit viel Blattmasse verdunsten mehr und brauchen entsprechend mehr Wasser. Neben verschiedenen Staudenarten gehören dazu Kürbisse, Zucchini und Rhabarber, aber auch Obstbäume.
Polsterstauden wie Hornkraut (Cerastium), Seifenkraut (Saponaria) oder Blaukissen (Aubrieta) lassen sich ab Juli vermehren: Häufeln Sie einfach an den äußeren Trieben eine Mischung aus Sand und Humus, an und halten Sie diese stets feucht. Auf diese Weise bewurzeln sich die Triebe bald und können danach von der Mutterpflanze abgetrennt und verpflanzt werden.
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Junges Gemüse schmeckt besonders lecker, darum warten Sie bei Kohlrabi, Fenchel, Möhren und Hülsenfrüchten nicht zu lange mit der Ernte. Übrigens: Die Wurzeln von Erbsen- und Bohnenpflanzen sollten im Boden bleiben. Sie beherbergen sogenannte Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden und Pflanzen dann zur Verfügung stellen. Auch die Nachfrucht auf diesen Beeten profitiert davon.


Düngen im Juli führt bei vielen Gemüsearten zu besseren Erträgen. So bringt Rosenkohl gut entwickelte Röschen hervor, Rhabarber trägt im nächsten Jahr stärkere Stiele, Bohnenhülsen wachsen zahlreicher und Sellerieknollen größer. Auch Schwarzwurzeln werden kräftiger nach einer Sommerdüngergabe und regelmäßigem Wässern mit anschließender flacher Lockerung des Oberbodens. Um den Boden möglichst lange feuchtzuhalten, sollte die Oberfläche öfter gehackt werden. Auch wenn er dann trockener aussieht, hält der Boden das Wasser besser im wurzelnahen Bereich.
Haben Sie großfrüchtige Paprika gepflanzt, knipsen Sie die erste Blüte ab, sobald sie sichtbar wird. Dadurch entwickelt die Pflanze mehr Blüten und Früchte. Stabtomaten müssen immer wieder ausgegeizt werden, damit sie ihre Kraft in die Ausbildung und Reife der Fruchtstände und nicht in vegetatives Wachstum stecken.
Es ist nun auch Aussaatzeit für Herbst- und Winterrettich, ebenso für Spinat sowie Feldsalat und Buschbohnen für die Ernte ab Herbst.
Im Sommer können Gartenkräuter immer wieder frisch geerntet werden. Möchten Sie sie für kältere Jahreszeiten konservieren, ist dies unter anderem durch Trocknen möglich. Im luftigen Schatten werden dazu locker gebundene Sträuße aufgehängt, etwa an einem Hosenbügel oder einer Leine. Die meisten Kräuter haben ihren Aromahöhepunkt kurz vor ihrer Blüte erreicht – dies ist der ideale Schnittzeitpunkt. Die Trocknung im Schatten bewahrt weitgehend die grüne Blattfarbe, die viel appetitlicher aussieht als braune Triebe.
Haben Sie Interesse an besonders vielfältigen Bohnen? Dann schauen Sie doch mal beim Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) unter www.nutzpflanzenvielfalt.de nach. Dieses köstliche, gesunde Gemüse ist es wert, in größerer Variation angebaut und verzehrt zu werden. So sind zum Beispiel Feuerbohnen Gemüse- und Zierpflanze gleichermaßen.
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Wenn Himbeerruten abgeerntet sind, kann man sie umgehend bodennah abschneiden. Das ist bei Sommerhimbeeren schon jetzt der Fall. Auf diese Weise erhalten die diesjährigen Triebe mehr Licht und Luft zur besseren Entwicklung.
Mit dem Reifen von blau- und rotfrüchtigen Beeren halten besonders in den südlichen Regionen Deutschlands Kirschessigfliegen Einzug. Sie können binnen weniger Tage die ganze Ernte vernichten. Eine Möglichkeit, ihnen den Zugang zum Obst zu verwehren ist, ein Säckchen aus extrem feinem Organazastoff um einzelne Früchte zu ziehen und dicht zu verschließen oder gar die ganze Pflanze zu verhüllen. Engmaschige Insektenschutznetze mit 0,8 × 0,8 mm Maschenweite für das Einpacken eines ganzen Strauches bzw. einer Baumkrone sind ebenfalls geeignet. Zögern Sie nicht mit derartigen Schutzmaßnahmen, sonst könnten Sie schnell einmal das Nachsehen haben.