Grüne Tipps: Grüne Tipps im August
Einleitung
August 2026 Hochsommer: Tagsüber flirrt die Luft; im Garten blüht es (hoffentlich) dennoch üppig, damit die Insekten summen und reichlich Nahrung finden.

Unser Gemüsegarten nach oben
Leider gibt es aber auch Insekten, die unsere Gartenpflanzen schädigen und die wir nicht so gern haben. Aus diesem Grund sind feinmaschige Gemüseschutznetze über den Beeten mehr als ein sinnvolles Gartenaccessoire. Sie halten Gemüsefliegen und Lauchmotten fern. Vorausgesetzt, die Netze sind akribisch über die zu schützenden Kulturen gezogen und lückenlos befestigt, damit kein Insekt an die Pflanzen herankommt.
Zur Abwehr von Kohlweißlingen kann man Kohlpflanzen mehrfach mit einer Brühe bzw. einem Auszug aus Wermutlaub oder auch Tomatenblättern spritzen. Diese beiden Pflanzenarten haben einen derart starken Eigengeruch, dass die Falter dadurch irritiert werden können. Tomatenblätter fallen beim Aufblatten, also dem Entfernen der untersten Blätter bei jeder Pflanze, ja reichlich an. Dadurch gelangt mehr Sonnenlicht an die reifenden Früchte und verbessert deren Aroma.
Gegen Pilzkrankheiten sowie zur allgemeinen Stärkung der Kulturpflanzen sind vorbeugende Spritzungen mit Schachtelhalmbrühe, Knoblauchtee, Beinwell- und Brennnesselsud bestens geeignet. Sie enthalten neben schädlings- abschreckenden Inhaltsstoffen auch Nährstoffe, die dem Gemüse zugute kommen. Im August wächst so viel Kraut, wie in keinem anderen Monat. Einfacher als jetzt können Sie die nährstoffreichen Pflanzenjauchen nicht herstellen. Machen Sie also reichlich Gebrauch davon!
Spätestens Ende des Monats ist es Zeit, die Tomatenpflanzen zwei Blätter über dem obersten Blütenstand zu entspitzen. Tut man dies nicht, bilden sie immer neue Blütenstände, deren Früchte jedoch in dieser Vegetationsperiode keine Chance mehr zum Ausreifen haben. Die Pflanze steckt also besser ihre ganze Energie in die nun schon vorhandenen Blüten- und Fruchtstände, damit die Früchte vor der kühlen Jahreszeit reifen und geerntet werden können.
Abgeerntete Beetflächen sollten jederzeit schnellstmöglich mit einer Gründüngungs-Saatmischung bestellt werden. Der warme, feuchte Boden lässt die Saaten zügig keimen und die Pflanzen binden Nährstoffe oberflächennah. So stehen sie der Folgekultur zur Verfügung und werden bei Regen nicht in tiefere Bodenschichten ausgewaschen. Falls noch in diesem Jahr eine Folgekultur geplant ist, arbeitet man die Gründüngung flach in den Boden ein. Gleiches kann auch erst zu Beginn der nächsten Gartensaison geschehen. Über Winter schützt eine Vegetationsdecke den Boden und die darin befindlichen Lebewesen, besonders bei Kahlfrösten.
Für die Aussaat einiger Gemüse wie frühe Möhren, Rote Bete, verschiedene Salate, Spinat, Rettich, Feldsalat, Rauke, Kresse und Radies ist es im August noch nicht zu spät. Bis in den Winter hinein ist damit frisches Gemüse für die Ernte aus eigenem Garten verfügbar.
Falls Sie selbst Saatgut gewinnen möchten: Nicht bei allen Arten ist dies ratsam. Samen von sogenannten F1-Hybriden bringen sehr unterschiedliche Eigenschaften mit sich. Sie können also vollkommen andere Merkmale als die Elterngeneration aufweisen. Daher sind sie nicht zur Samengewinnung geeignet. Sogenannte samenfeste oder samenechte Sorten hingegen bleiben in ihren Eigenschaften auch in den Folgegenerationen stabil. Von diesen Arten gibt es samenfeste Sorten zur Selbstvermehrung: Tomaten, Gurken, Kürbis, Bohnen, Erbsen, Salat, Petersilie.
Unser Obstgarten nach oben

Wer sowohl Sommer- wie auch Herbsthimbeeren im Garten hat, wird die köstlichen, gesunden Früchte von Juni bis Oktober ernten können. Ist eine Rute abgetragen, kann sie sofort bodentief abgeschnitten werden. Spätestens im Herbst sollen jedoch alle abgetragenen Ruten den Rückschnitt erfahren haben. Damit dämmt man Krankheiten wie das Rutensterben ein. Auch der richtige Standort trägt zu gesunden, kräftigen Pflanzen bei. Als Waldpflanzen lieben Himbeeren lockeren, leicht sauren Boden mit hohem Humusanteil. Eine Mulchdecke aus Laub und Rasenschnitt verhindert Feuchtigkeitsschwankungen im Boden der Flachwurzler und Beinwelljauche fördert Gesundheit und Ertrag.

Sind im August spazierstockartig verkrümmte Triebspitzen in Kernobstbäumen wie auch in verschiedenen Ziergehölzen zu finden, an denen Blätter und Früchte schwarzbraun (wie nach einem Feuer) aussehen, handelt es sich möglicherweise um Feuerbrand. Das ist eine durch Bakterien verursachte Gehölzerkrankung, die schnell ganze Plantagen befallen kann – und es gibt keine Präparate zur Bekämpfung. Pflanzenteile bis ganze Bäume müssen umgehend konsequent entfernt und mit dem Hausmüll bzw. direkt bei einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden. Schnittwerkzeuge unbedingt nach Gebrauch desinfizieren, z. B. mit 70 %-igem Alkohol. Es wird gebeten, Verdachtsfälle den örtlichen Pflanzenschutz- oder Landratsämtern zu melden, damit diese einen Überblick über den Befallsdruck des Erregers erhalten.

Wer Wassertriebe in den Obstbäumen bisher nicht entfernt hat, kann dies auch im August noch nachholen. Mehr als 95 % der steil senkrecht in die Baumkrone hineinwachsenden Neutriebe dieses Jahres sollten an ihrer Basis abgeschnitten werden. Dadurch wird erreicht, dass die Früchte mehr Sonnenlicht erhalten und ihr Aroma noch schmackhafter entwickeln. Die Baumkrone wird zudem besser durchlüftet und trocknet nach Regen schneller ab, was die Gefahr von Pilzkrankheiten wie Mehltau, Rost, Monila-Fruchtfäule und Marssoniana-Blattflecken minimiert. Ein paar Wassertriebe können an strategisch interessanten Stellen in der Krone verbleiben. Auf diese wird irgendwann später einmal ein Ableitungs-Rückschnitt erfolgen, um die Krone jung und wüchsig zu halten.
Unser Ziergarten nach oben
Viele Kletterpflanzen, wie Efeu, Blauregen, Zierwein und Schlingknöterich, haben derzeit einen üppigen Neuwuchs zu verzeichnen, der gebändigt werden darf. Gerade bei Blauregen, auch Glyzine oder botanisch korrekt Wisteria genannt, ist für eine üppige Blütenfülle und einen übersichtlichen Wuchs zweimal im Jahr ein Rückschnitt erforderlich. Der Sommerschnitt beruhigt das Wachstum und regt die Blütenbildung an. Dabei werden mit scharfem Schnittwerkzeug alle diesjährigen Triebspitzen auf etwa 40 cm Länge eingekürzt. Die sich daraufhin noch in diesem Jahr entwickelnden neuen Triebe brechen Sie am besten vor deren Verholzen aus. Im nächsten Winter werden die zurückgeschnittenen Kurztriebe nochmals gekürzt, nämlich auf 2 bis 3 Knospen. Die Blütenknospen an der Basis dieser Kurztriebe erkennt man übrigens daran, dass sie dicker und größer als Blattknospen sind.


Liebhaber von im Herbst blühenden Krokussen und Herbstzeitlosen sollten im August entsprechende Zwiebeln im Boden versenken. Auch Madonnenlilien- und Kaiserkronenzwiebeln werden jetzt gepflanzt. Hoher Phlox blüht erneut, wenn Verblühtes zügig von der Spitze her etwa zehn Zentimeter tief weggeschnitten wird.
Zierdisteln wie Kugeldistel (Echinops ritro) und Mannstreu oder Edeldisteln (Eryngium) sind in ihrer Blütezeit wahre Insektenmagnete. An trockenen, sonnigen Plätzen stellen ihre bizarren Formen, etwa neben den zarten Halmen von Engelhaargras (Stipa tenuissima), einen reizvollen Kontrast dar. Beide Arten versamen sich an diesem Standort oft ohne unser Zutun. Der Kugellauch (Allium sphaerocephalon) passt ebenfalls sehr gut zu diesen beiden trockenheitsliebenden Steppenpflanzen.

Die auch als Präriepflanzen bekannten Gattungen Roter Scheinsonnenhut (Echinacea), Duftnessel (Agastache), Prachtscharte (Liatris), Bartfaden (Penstemon), Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Fackellilie (Kniphofia), Steinquendel (Calamintha), Katzenminze (Nepeta) sowie die verschiedenen Rutenhirsen (Panicum) sind gleichermaßen passende Pflanzpartner auf durchlässigen Böden in sonniger Lage. Angesichts länger werdender Trockenperioden empfehlen sich die genannten, aber auch zahlreiche weitere Arten für unsere sommerlichen Blumenbeete. Diese bunten, planlos scheinenden Mischpflanzungen sind das Ergebnis langjähriger Beobachtungen von Staudenkombinationen, die sich bewährt haben und eine super Empfehlung für pflegearme Pflanzungen. Es gibt sie in verschiedensten Zusammensetzungen, nach Kriterien wie Standort oder Blütenfarben sortiert.
Mein Tipp: Im Internet finden Sie detaillierte Tipps in einer kostenlos bestellbaren Broschüre der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: www.ble-medienservice.de, Suchbegriff: Staudenmischpflanzungen.
Wer Hortensien mag, kennt sicher auch Rispenhortensien (Hydrangea paniculata). Ihre meist zuckerhutartigen Blüten sind spektakulär! Es gibt sie inzwischen in unterschiedlichen Blütenformen und -größen, weiß über creme bis hellgrün, rosa und weinrot blühend.
Rispenhortensien vertragen mehr Sonne und Trockenheit als Bauernhortensien, lieben jedoch ebenfalls humusreichen, gleichmäßig feuchten Boden. Eine Mulchdecke ermöglicht gesundes Wachstum auch in wärmeren Regionen. Als pflegeleichtes Gehölz ist sie für Gartenanfänger gut geeignet.
Auch die Samthortensie (Hydrangea aspera) ist ein Juwel. Sie ist allerdings anspruchsvoller und braucht einen luftfeuchten, halbschattigen Standort in humosem, saurem Boden. Die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) wiederum ist dagegen pflegeleichter und erklimmt sogar die Nordseite von Gebäuden mit ihren Haftwurzeln – ein schöner Vertikal-Begrüner mit schirmförmigen, hellen Blüten.