Ziergarten: Wassergarten: Jetzt ist Pflanzzeit
Einleitung
Juni 2026 Wasserflächen im Garten bringen rund ums Jahr Freude. Die feuchtgrüne Idylle schafft eine Kulisse für Ruhe, Entspannung und spannende Naturerlebnisse und braucht dabei nur wenig Pflege. Wasserpflanzen sind wichtige und zugleich dekorative Begleiter für jeden Teich. Jetzt ist die ideale Pflanzzeit. Hier ein Überblick über die wichtigsten Arten.

Die farbenfrohe Wasserpflanzen-Saison beginnt Anfang April, meist mit der Blüte der goldgelben Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und endet erst kurz vor dem Frost. Passende Pflanzen für den Wassergarten gibt es im Gartencenter, wo ein breites Angebot aus gärtnerischer Kultur wartet – nicht selten zwischen 50 und 100 meist einheimische Arten und Sorten. Die Pflanzen sind in der Regel gut kultiviert und lassen sich auch mitten in der Blüte kaufen und einsetzen.
Tipp: Alle Wasserpflanzen reagieren extrem empfindlich auf Austrocknen und erholen sich nur langsam von entstandenen Schäden – besonders Seerosen. Transportieren Sie die Pflanzen daher stets wie Fische in geschlossenen Beuteln, die erst kurz vor dem Einpflanzen geöffnet werden. Vermeiden Sie beim Transport zu lange Sonneneinstrahlung, und stellen Sie die Pflanzen bis zur Verwendung an einen schattigen Ort.
Abgetaucht: Unterwasserpflanzen nach oben
Die meisten Unterwasserpflanzen leben ganz oder teilweise untergetaucht, verankert im Boden, während der Rest der Pflanze frei schwimmt. Sie sind für den Teich unverzichtbar: Ihre Blättchen produzieren unter Sonnenlicht reichlich Sauerstoff, entziehen den Algen Nährstoffe und sorgen durch ihren Schatten dafür, dass sich das Wasser nicht zu stark aufheizt.
Armleuchter-Algen (Chara-Arten) gehören zu den wirksamsten Algenbekämpfern. Sie leben ständig untergetaucht und entziehen dem Wasser Kalk, den sie ins Pflanzengewebe einlagern. Hartes Wasser sagt ihnen zu – dort breiten sie sich allerdings auch besonders schnell aus.
Ein Sauerstofflieferant ersten Ranges ist das frei treibende Hornkraut (Ceratophyllum demersum), dessen Blätter kleinen Fischen Unterschlupf bieten. Der heimische Wasser-Hahnenfuß (Ranunculus aquatilis) gehört zu den schönsten Erscheinungen in Mini- und Gartenteichen: Im Mai und Juni erscheinen dichte Pulks kleiner weißer Blüten über den rundlichen Schwimmblättern. Die Pflanze entzieht dem Wasser viele Nährstoffe und fühlt sich in weichen, kalkarmen Gewässern besonders wohl.
Tipp: Vorsicht vor der Kanadischen Wasserpest (Elodea canadensis) und der Kleinen Wasserlinse, auch „Entenflott“ genannt (Lemna minor) – beide breiten sich so stark aus, dass sie alles andere verdrängen.
Dekorative Schwimmpflanzen nach oben

Zu dieser Gruppe gehören Arten, die aufgetaucht oder halb untergetaucht leben – manche treiben frei mit ihren Wurzeln im Wasser, andere haben sich einen kleinen Anker bewahrt, mit dem sie auch im Boden nach Nahrung suchen.
Der zierliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) bildet zahlreiche verzweigte Triebe, die zur Blütezeit mit gelben Blüten aus dem Wasser ragen. Die heimische Krebsschere (Stratiotes aloides) besticht durch seesternartige Blätter und dekorative weiße Blüten von Mai bis Juni. Sie vermehrt sich über Ableger, die bei der geringsten Bewegung abreißen und sich einen neuen Ankerplatz suchen. Für größere Gefäße mit 30 bis 50 cm Wassertiefe ist sie gut geeignet – ein bis drei Pflanzen pro Gefäß reichen aus.
Der Schwimmfarn (Salvinia natans) ist in Deutschland heimisch, aber mittlerweile so selten, dass er als besonders geschützte Art gilt. Die einjährige Pflanze erneuert sich über kugelähnliche Sporenbehälter, die im Winter zum Grund absinken. Im Herbst färben sich die dekorativ angeordneten Blättchen rostrot.
Schwimmpflanzen sind besonders praktisch, weil sie ohne Pflanzgefäße auskommen und sich einfach ins Wasser geben lassen – so lassen sich auch nachträglich noch schöne Akzente setzen.

Nur wenige Pflanzen bewohnen die tieferen Zonen, wo das Wasser kühler ist und sich erst spät erwärmt. Dazu gehören zum Beispiel die farbenprächtigen Seerosen (Nymphaea). Von ihnen gibt es zahlreiche unterschiedliche Arten, die sich in Größe und Farbe der Blüten unterscheiden. Zwar verankern sie sich im Boden, brauchen zur Entwicklung aber genügend Platz. In größeren Teichen bilden sie mit der Zeit wunderschöne Blütenteppiche. In Miniteichen oder Gefäßen kommen einige Pflanzen dagegen mit weniger Tiefe zurecht. Leicht mit der Seerose zu verwechseln sind die Blätter der Seekanne (Nymphoides peltata). Erst wenn die gefransten, goldgelben Blüten im Juli oder August aus dem Wasser ragen, wird die Sache klar. So schön sie ist, kann die Seekanne doch zum Wuchern neigen. Es ist daher angebracht, den dünnen, kriechenden, langen Wurzelstock wie Seerosen in Körben oder Wasserpflanztüten unterzubringen. Die heimische Teichmummel (Nuphar lutea), auch Gelbe Teichrose genannt, liebt die Gesellschaft von Seerosen. Sie ist ein Bewohner größerer und tieferer Gewässer, in Miniteichen eher eine seltenere Erscheinung, die sich durch bestimmte oder kleine Seerosen ersetzen lässt.
Pflanzen für den flachen Wasserstand nach oben
Dicht am Ufer, in der Flachwasserzone (10 bis 40 cm Wassertiefe), beginnt die Vegetation reichhaltiger zu werden. Die Pflanzen sind hier im Boden fest verwurzelt. Zu den tannenbaumartigen Trieben des Tannenwedels (Hippuris vulgaris), die 30 bis 40 cm hoch aus dem Wasser ragen, passen auch die grazilen, mit hübschen Blütendolden bestückten Stiele der Blumenbinse (Butomus umbellatus) oder die imposanten Rohrkolben (Typha) mit ihren auffallenden, dunkelbraunen Samenständen in flache Gewässer. Einige Arten, wie der Breitblättrige Rohrkolben (T. maxima), breiten sich jedoch stark aus. Für kleinere Teiche und Gefäße haben sich der in allem schwächer wachsende Schmalblättrige (T. angustifolia) mit 120 cm Höhe und der Kleine Rohrkolben (Typha minima) bewährt.
Unsere Pflanztipps nach oben

Die günstigste Pflanzzeit ist während der Frühjahrs- und Sommermonate (April bis August). Kommen Sie erst später dazu, können Sie alle Pflanzen noch bis zum Frostbeginn ausbringen. Allerdings sind die Vorräte in den Gartencentern dann oft lückenhaft. Der Überblick:
Zum Einsetzen von Wasserpflanzen im Teich eignen sich spezielle Gitterkörbe. Das hat mehrere Vorteile: Beim Reinigen lassen sich die Pflanzen besser bewegen, sauber halten und bei Bedarf teilen. Auch können Sie diese leichter mit Langzeitdünger versorgen.
Wählen Sie Gittertöpfe, die dicht genug sind, damit die Erde nicht wegfließt, aber dennoch ausreichend Schlitze haben, um Wasser und Wurzeln durchzulassen.
Im flachen Bachläufen ist es besser, die Ballen in Nischen zwischen Steinen oder Kies direkt auszupflanzen.
Wasserpflanzen dürfen nie austrocknen. Verpacken Sie diese beim Transport daher in mit Wasser gefüllten Behältern oder Tüten.
Achten Sie beim Bepflanzen ihres Wassergartens auf die für die Pflanzen jeweilig richtige Wassertiefe. Unterfüttern Sie die Körbe mit einem oder mehreren Ziegeln, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist.
Dies gilt auch für Pumpen, die im Wasser stehen. Diese sollten Sie niemals direkt auf die Folie stellen, sondern lieber auf Steine, damit sich die Ansaugstelle nicht zusetzen kann.