Gartenschätze: Wasser – kostbares Gut im Garten

Einleitung

August 2026 Wer im Garten sorgfältig mit der Ressource Wasser umgeht, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Und da Regenwasser für Pflanzen zudem besser geeignet ist als Leitungswasser, sollte man es auf jeden Fall sammeln und verwenden. Unsere Tipps für einen regensensiblen Garten finden Sie hier.

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Mit einer tragbaren Schlauchbox („Move“ von Gardena) gehört das Schleppen schwerer Gießkannen der Vergangenheit an.
Durchlässige, mineralische Substrate, Mulchschichten und eine standortgerechte Bepflanzung minimieren den Wasserbedarf.
Ein bepflanzbarer Regenspeicher (hier: „4rain Vaso 2in1“ von Otto Graf) ist praktisch und dekorativ zugleich.
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Regenwasser ist wunderbar weich und angenehm temperiert, Leitungswasser kommt dagegen meist eiskalt aus dem Wasserhahn. Vor allem junge Pflanzen und Gemüsekulturen reagieren geradezu geschockt auf solch einen kalten Guss, das kann zu Wuchsstockungen führen. Das wertvolle Nass, das kostenlos vom Himmel fällt ist zudem frei von Kalk und anderen Zusätzen wie Fluor oder Chlor, die den pH-Wert des Bodens ver-ändern können. Das sind alles schon gute Gründe, um Regenwasser aufzufangen – und zu sammeln, denn es regnet natürlich nicht immer genau dann, wenn man es braucht. In Zeiten von steigenden Preisen für Wasser und Abwasser macht sich das Sammeln und Verwenden von Regenwasser zudem finanziell bemerkbar. In Sommern mit großer Hitze und längeren Trockenphasen ist in manchen Regionen das Grundwasser knapp. Deshalb kann es sein, dass die Wassernutzung eingeschränkt wird und beispielsweise das Rasensprengen oder das Befüllen von größeren Pools nicht mehr erlaubt ist. Gut, wer dann Regenwasser parat hat!

Regenwasser sammeln nach oben

Die einfachste Art, Regenwasser zu sammeln ist das Aufstellen von Regentonnen, -fässern oder anderen Gefäßen wie Viehtränken und Gießkannen. Man platziert sie am besten im Schatten. Eine Abdeckung schützt vor dem Eintrag von Schmutzpartikeln und hindert Stechmückenlarven daran, ihre Brutstätte hier einzurichten. Gleichzeitig wird das Sammelbecken als Gefahrenquelle für spielende Kinder, Vögel und Kleintiere dadurch ausgeschaltet.

Regenwasser, das über Dachflächen gesammelt wird, eignet sich hervorragend zum Gießen. Eine Fläche von 100 Quadratmetern Dach liefert bei nur zehn Millimetern Niederschlag rund 1.000 Liter. Probleme können sich nur ergeben bei Oberflächen aus Kupfer, Zink oder Bitumenbahnen, da schädliche Stoffe freigesetzt werden können. Nach längeren Trockenperioden ist es empfehlenswert, das erste Regenwasser in die Kanalisation ablaufen zu lassen, damit Fremdkörper wie Staub oder Vogelkot, die sich auf dem Dach gesammelt haben, heruntergespült werden. Im Gartenfachhandel findet man Speicherbehälter aus Holz oder Kunststoff und in verschiedenen Grö-ßen von 100 bis zu 6.000 Litern. Auch schmale, platzsparende Formen sind erhältlich und passen auch bei kleinen Grundstücken.

Bereits die Griechen und Römer in der Antike nutzten die Technik, Regenwasser in geeigneten unterirdischen Tanks aufzufangen. Auch wenn man am Anfang etwas Geld investieren muss, um eine Zisterne zu installieren, lohnt sich der Aufwand auch im privaten Bereich. Idealerweise versenkt man die Speicher aus Beton oder Kunststoff gleich beim Hausbau, aber auch im Nachhinein ist das möglich. Das gesammelte und gefilterte Wasser kann im Garten zum Gießen, aber auch als Brauchwasser, etwa für die Toilette oder Waschmaschine, verwendet werden. Über eine elektrische Pumpe wird das Zisternenwasser bei Bedarf wieder an die Oberfläche gepumpt.

Clever gießen und bewässern nach oben

In Zeiten des Klimawandels ist der richtige Umgang mit dem kühlen Nass gefragt. Hier ein paar wichtige Gießregeln:

  • Lieber weniger oft, dafür in ausreichender Menge gießen. Gelangt das Wasser bis in die Tiefe, bilden sich dort weitreichende Wurzeln, die besser gegen Trockenheit gewappnet sind.

  • Ob es genug geregnet hat oder ob zusätzliches Gießen notwendig ist, zeigt ein Regenmesser, der im Garten aufgestellt wird. Alternativ kann die Bodenfeuchte mit einem Sensor gemessen werden oder Sie prüfen per Hand oder mit der Schaufel, wie feucht der Boden ist.

  • Die beste Zeit zum Wässern ist am frühen Morgen. Alternativ kann man am kühleren Abend gießen. Dann besteht aber die Gefahr, dass sich auf den feuchten Pflanzen Pilzkrankheiten ausbreiten. Zudem finden so die am Abend aktiven Schnecken günstige Bedingungen.

  • Ob mit Gießkanne, Wasserschlauch oder mit Bewässerungssystem – das Wasser immer direkt auf den Wurzelballen bzw. in den Wurzelraum gießen, nicht über Blätter und Früchte. Von Vorteil ist zudem das Ausbilden eines Gießrands, um gezielt zu wässern.

Jeder Tropfen zählt nach oben

Folder „Jeder Tropfen zählt“ vom Verband Wohneigentum.

Hilfreich ist der Folder des Verbands Wohneigentum „Jeder Tropfen zählt“. Hier wird genau beschrieben, wie Sie Regenwasser im Hausgarten nachhaltig nutzen.

Klicken Sie auf www.gartenberatung.de/on232387

Wasser sparen nach oben

Mit einer Bewässerungssteuerung (z. B. „Flex“ von Gardena) spart man Zeit: Einmal eingerichtet, läuft alles wie von selbst.

Wieviel Wasser im Garten gebraucht wird, hängt von der Bepflanzung ab. An heißen Tagen können durchaus 20 bis 30 Liter notwendig sein, im Gemüsebeet kalkuliert man mit bis zu 15 Litern. Ist das Wasser knapp, sollte man nach Wichtigkeit gießen: Gemüse- und Obstpflanzen brauchen Wasser, damit die Ernte zufriedenstellend ausfällt. Bei Zierpflanzen sollten die großen wertvollen Exemplare wie Bäume und Sträucher Priorität haben – Rasen steht in der Gießliste ganz am Ende. Der sieht zwar schnell braun aus, hält aber einiges aus und erholt sich beim nächsten Regen meist wieder.

Unsere Tipps:

  • Bei Trockenheit verkrustet der Boden, das Wasser läuft dann oberflächlich ab und kann nicht gut versickern. Deshalb sollt man Beete regelmäßig hacken und lockern, damit das Wasser wieder besser aufgenommen und die Verdunstung reduziert wird.

  • Generell sollte der Boden weitestgehend abgedeckt sein, zum Beispiel durch eine möglichst dichte Bepflanzung oder mit Mulch. Das hält den Boden kühl, verringert die Verdunstung, spart somit Wasser und wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt und die Bodenstruktur aus.

  • Das Einbauen einer automatischen (Tröpfchen-)Bewässerung oder anderer Bewässerungshilfen erleichtert das Wassermanagement und spart Zeit. Sogenannte Ollas oder eingegrabene Tontöpfe werden mit Wasser gefüllt, das sie durch die Wände nach und nach abgeben und so für stetige Feuchtigkeit in der Umgebung der Pflanzen sorgen.

  • Wie gut der Boden Wasser für trockene Zeiten speichern kann, hängt von der Art des Bodens ab. Durch Sand läuft das Wasser schnell durch, während Lehm mit hohem Humus- und Tonpartikelgehalt das Wasser länger speichert. Die Wasserhaltefähigkeit kann durch das Einarbeiten von Kompost, Schafwolle, Pflanzenkohle oder Produkten aus dem Gartenfachhandel, wie wasserspeichernde Granulate, verbessert werden.

Hitze- und trockentolerante Pflanzen nach oben

Wasser und Zeit lässt sich zudem mit Pflanzen sparen, die von Natur aus wenig Feuchtigkeit benötigen oder mit Trockenheit gut zurechtkommen. Im Gemüsegarten zählen Wurzel- und Knollenpflanzen dazu. Bei den Stauden sind es Arten mit silbrigem Laub, mit behaarten oder dickfleischigen Blättern, die hitzetolerant sind. Und da der klassische Rasen viel Wasser braucht, könnte ein Kräuterrasen oder eine extensive Wiese die Alternative sein – das macht weniger Arbeit und sorgt gleichzeitig für mehr Artenvielfalt.

Natürlicher Wasserkreislauf nach oben

Grün statt Stein – Polsterstauden wie Sand-Thymian oder Sternmoos sind sogar trittfest.

Es ist nicht nur wichtig, das Regenwasser in Behältern zu sammeln. Man sollte auch dafür sorgen, dass die natürliche Wasserspeicherung im Boden funktioniert. Ein gesunder Boden reguliert den Wasserhaushalt, speichert Niederschlagswasser, filtert und reinigt es, ist zudem ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Versiegelte Flächen, wie Beläge aus Asphalt, Beton oder Pflastersteinen sowie überbaute Bereiche sind dagegen „tot“: Das Bodenleben ist eingeschränkt, Wasser kann nicht versickern, sondern wird oberflächlich abgeleitet und verschwindet ungenutzt in der Kanalisation. Bei Starkregenereignissen kann es zudem oft nicht schnell genug abfließen und es besteht Überflutungsgefahr. Deshalb sollte man den eigenen Garten möglichst entsiegeln. Manche Gemeinden bieten übrigens finanzielle Unterstützung für die Entsiegelung im Hausgarten an. Zudem wird für diese Flächen keine Niederschlagswassergebühr erhoben.

Vielleicht können bereits versiegelte Flächen wie Wege, Zufahrten, Stell- oder Sitzplätze generell entfernt oder wenigstens reduziert werden. Alternativ kann man versuchen, einen festen Belag in einen wasserdurchlässigen zu ändern, zum Beispiel in Kies, Rindenmulch, Dränpflaster oder eine wassergebundene Wegedecke. Ein Rasenweg ist mithilfe von Rasengittersteinen trotzdem begeh- oder befahrbar. Auch breitere Fugen und bepflanzte Lücken in Wegen helfen schon.

Weitere Wasserpuffer im Garten kann man schaffen, indem man Gebäude und Kleinstrukturen wie Müllboxen oder ein Gartenhaus mit einer Dachbegrünung versieht. So eine Pflanzdecke ist ökologisch sinnvoll und wirkt wie ein Schwamm. Auch ein Teich, ein Sumpfbeet, ein naturnaher Bachlauf oder eine bepflanzte Versickerungsmulde ergeben wertvolle Biotopstrukturen, die Wasser aufnehmen. Je mehr Wasser auf dem Grundstück versickern kann, umso besser. Das wirkt sich positiv auf den Grundwasserstand aus.

Unser Buchtipp nach oben

Buch-Tipp: Wasser im Garten ­clever managen

Erst Trockenheit, dann Starkregen: Derartige Wetterextreme bedeuten Stress für Pflanzen. Der Landschaftsarchitekt Jens Maute gibt wertvolle Praxistipps zum Gestalten, Anlegen und Pflegen und zeigt, wie Wasserhalteeinrichtungen und bauliche Elemente den Garten widerstandsfähig gegen zu viel oder zu wenig Wasser machen, inklusive Pflanzvorschlägen. Das Buch wurde beim Deutschen Gartenbuchpreis 2026 in der Kategorie „Ratgeber“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

Jens Maute, Claudia Schick
Wasser im Garten clever managen
128 Seiten, Broschur
2026, Kosmos Verlag, 22 Euro
ISBN 978-3-4401-8411-0

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